Kultur

SWR2: Computerkultur zwischen Datenklau und Eigenbau

In der Sendung SWR2 Forum waren heute u.a. Tim Pritlove und Holm Friebe zum Thema „Hacker und Haecksen – Computerkultur zwischen Datenklau und Eigenbau“ zu hören:

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Hacker gehören zum Internet wie Wespen zur Limonade. Sie sind lästig, vielleicht sogar gefährlich, aber man muss mit ihnen leben. Heutige Computernutzer haben sich so sehr daran gewöhnt, dass ihnen der rätselhafte und abgründige Typus, der ihnen in Gestalt des Hackers zusetzt, weitgehend egal ist. Doch die Hacker-Subkultur bildet auch einen Nährboden für die ständige Weiterentwicklung der Technik. Für manche ist Hacken zu einer modernen Lebenseinstellung geworden, weil es nichts anderes bedeutet, als vorgegebene Strukturen durch eigene Intelligenz zu unterlaufen und zu verändern. Ist diese sozialromantische Betrachtung angebracht? Handelt es sich dabei um die Beschönigung von Eigentumsdelikten? Zwischen Kriminalität und Genialität liegt die dialektische Spannung der Hacker-Szene.

Es diskutieren:
Günther Ennen, IT-Spezialist, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bonn
Holm Friebe, IQ-Spezialist, Zentrale Intelligenz Agentur, Berlin
Tim Pritlove, IT-Spezialist, Chaos Computer Club, Berlin
Moderation: Burkhard Müller-Ullrich

Die Sendung gibt es schon als MP3 im SWR-Podcast Angebot.

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15 Kommentare
  1. Die „Hacker“ haben es einfach falsch gemacht. Sie hätten an ihrem Namen nicht festhalten dürfen. Wir schaffen den Begriff „Cracker“ und schieben alles böse da hinein.
    Hätte sie einen anderen, mehr positiven Begriff für sich selbst gefunden und die böse Seite bei den Hackern gelassen, dann wäre die Diskussion heute nicht da…

    1. Meinst du man kann das negativ besetzte Bild am Begriff fest machen?

      Wenn die Presse dann schreibt: „Internetkriminalität! So brechen (Hier neuen Begriff einfügen) in unsere Computer ein.“
      Währe der neue Begriff wieder genau so negativ besetzt.

      Ich denke nicht, dass es eine Frage des Begriffs sondern des Verständnisses in der Öffentlichkeit ist.

      Sorax

  2. Ich bin dafür, die bereits etablierten Begriffe „White Hat“ und „Black Hat“ zur Differenzierung von Hackern und Crackern zu verwenden. Das klingt auch auf „Deutsch“ noch cool genug und auch Laien dürfte intuitiv klar sein, was das ungefähr bedeuten könnte. Den Begriff „Hacker“ wird man bei denen nicht anders besetzen können.

  3. Glaub der BSI Mitarbeiter ist nur etwas angenervt vom CCC, da er ständig auf Fortbildungskursen geschickt werden muss, um immer wieder halbwegs das Know-How vom CCC erlangen zu können.
    Irgendwie hat er sich beleidigt gefühlt und in seine Ehre verletzt.
    Besonders als Tim gesagt hat Hacker wären nicht nur Böse.
    Es hat mir den Eindruck gemacht, dass er es als Solches empfindet, dass Hacker alles potentielle Cyberterroristen sind.
    Wenn das Angebot hoch genug ist, ist doch jeder Hacker käuflich!!!
    ;)

  4. Nette Sendung, die das Kommunikationsproblem um den Begriff „Hacker“ mehr als verdeutlicht.
    Glückwunsch an Tim für die tolle Argumentation. Aber ich befürchte fast das diejenigen die als Hacker immer die „Wespe in der Cola“ sahen weiterhin Lernresistent sein und sich für ihre „Präventiven masnahmen“ auf die Schulter klopfen ohne den Balken vor dem eigenen Auge zu bemerken. Günther Ennen beweist dies mehr als vortrefflich.
    Bleibt zu hoffen das das ganze eine Generationenfrage ist und solche Diskusionen in einigen Jahrzehnten überflüssig sein werden.

  5. ich bin ja echt begeistert! die sendung war schon sehr aufschlußreich. ich denk auch, daß es hier ein arges generationsproblem gibt, wie herr ennen vortrefflich bewiesen hat. ein starkes interesse für das funktionieren der technik (und im besonderen das fehlfunktionieren) als etwas derart „böses und gemeines“ schlichtweg zu verdammen..!?
    er sollte dankbar sein!
    und ich denke auch, daß wir leuten, wie vom ccc ne menge zu verdanken haben.. in vielerlei hinsicht.
    was auch immer „hacker“ sein mögen; kriminalität hat viele gesichter.
    ~$10

  6. Günther Ennen(BSI) hat mich sehr enttäuscht.

    Er, als Repräsentant des Staates, zeigt eine solch undemokratische Haltung: „Wir haben natürlich einen Anspruch an Seriosität!“
    Mit dem Unterton, dass der CCC keine Seriosität besitzen würde.
    !!Da platzt mir wirklich der Kragen!!

    Man hat das Gefühl, dass Günther Ennen sich wie ein kleines Kind gegen den BÖÖÖSEN Hacker (Tim Pritlove) verteidigen möchte, obwohl der BSI und der CCC doch am selben Strang ziehen sollten.

    Schade, dass selbst in solch wichtigen Positionen (aus netzpolitik-Sicht) noch Leute von gestern sitzen.

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