Der NDR hat ein Interview mit dem „bloggenden Blogforscher“ Jan Schmidt im Vorfeld der re:publica’08 veröffentlicht: „Blogger schaffen sich persönliche Öffentlichkeiten“
NDR Online: Erleben wir durch Blogs eine Renaissance der politischen Diskussionskultur? Schließlich sind Blogger gezwungen, ihre Standpunte mit Argumenten zu untermauern, um andere zu überzeugen.
Jan Schmidt: Die meisten Blogger schreiben nur über rein persönliche Themen. Es ist eher so: Die ohnehin politisch Interessierten haben mit Weblogs ein weiteres Werkzeug zur Verfügung, um ihre Ziele durchzusetzen. Die deutschsprachige Blogosphäre ist beispielsweise sehr stark im Bereich der digitalen Bürgerrechte. Sie hat die Proteste gegen die Vorratsdatenspeicherung oder die Online-Durchsuchungen teilweise koordiniert. Pessimistisch gesehen geht die Schere zwischen den politisch Versierten und den Nicht-Versierten noch weiter auseinander.