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Diebold gibt Fehler in Wahlcomputern zu

Diebold, umstrittener Hersteller von Wahlcomputern, der sich wegen diverser Probleme kürzlich in „Premier“ umbenannt hat, hat nun erstmals zugeben müssen, dass die von ihnen hergestellten Maschinen seit zehn Jahren bei diversen Wahlen abgegebene Stimmen „verloren“ haben. Das Problem existiert sowohl bei den optischen Scannern als auch bei den Touchscreen-Geräten, und die Firma hat bereits 34…

  • Ralf Bendrath

Diebold, umstrittener Hersteller von Wahlcomputern, der sich wegen diverser Probleme kürzlich in „Premier“ umbenannt hat, hat nun erstmals zugeben müssen, dass die von ihnen hergestellten Maschinen seit zehn Jahren bei diversen Wahlen abgegebene Stimmen „verloren“ haben. Das Problem existiert sowohl bei den optischen Scannern als auch bei den Touchscreen-Geräten, und die Firma hat bereits 34 US-Bundesstaaten gewarnt, die ihre Geräte einsetzen. Im Mai hatte die Firma noch versucht, das Problem auf die Antiviren-Hersteller zu schieben. (Dazu ein treffender XKCD-Cartoon).

Man sei zuversichtlich, dass das Problem bis zur Präsidentschaftswahl im November behoben sei, erklärte ein Diebold-Sprecher. Dann ist ja alles gut. Natürlich wird es danach nie wieder Probleme geben, und Diebold Premier wird sicher auch den Quellcode veröffentlichen, um das zu beweisen. Klar. Aber eigentlich ist das egal, weil die Firma ohnehin zuversichtlich ist, dass die Wahlauszählungen der letzten zehn Jahre, wo dieser Bug involviert war, trotzdem alle okay waren. Kann man sich eigentlich noch besser um Kopf und Kragen reden?

Ein wenig Hintergrund-Infos zu den Diebold-Maschinen gibt es beim CCC.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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7 Kommentare zu „Diebold gibt Fehler in Wahlcomputern zu“


  1. Harkai

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    Ich frag mich warum die Firma es überhaupt freiwillig so kurz vor einer Wahl zugegeben hat. Da muss es doch Gründe für geben.


    1. Sie wollen ihre neu und noch besser Wahlmaschinen verkaufen? Wer sich jetzt schnell vor dem 4. November noch neue Wahlmaschinen kauft, kann diese nicht mehr (sorgfältig) überprüfen.

      mfg
      Yoshi


  2. Ha Ha Ha…

    Habe im Entwicklerteam einen wohlbekannten Namen gelesen:


    3.

    Assistence Devolpment: *XYZ (Nachträglich von Redaktion gelöscht, weil unklar), Cologne*

    Da wundert mich nichts mehr, hätte man auch vorher darauf kommen können.

    Frank


  3. ganz ehrlich, jetzt sollte eine neue Wahl gemacht werden, diese Wahl ist nicht mehr 100% richtig vom Volk


  4. Torsten

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    Ja, das war einer der XKCD-Comics, die ins Album kommen :-)


  5. axillian

    ,

    Wobei noch die Frage offen ist, ob die Software tatsächlich „fehlerhaft“ arbeitet. Ist es ein Fehler, wenn die Wahlmaschine im Sinne des Erbauers die Wahlergebnisse verändert?


  6. Uff. 10 Jahre????
    XKCD gewohnt lustig :)

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