Taiwan und Olympia 2008 in Peking

Ich hab kaum Zeit zum Schreiben, aber das hier muss sein: wir dürfen darauf warten, welche Politik China nächstes Jahr fahren wird, wenn taiwanische Athleten wieder Gold und Silber erringen werden. Bei internationalen Sportveranstaltungen wird üblicherweise der
National Banner Song (國旗歌/国旗歌) gespielt, wenn Taiwan siegreich ist. Leider tritt Taiwan gezwungenermaßen als „Chinese Taipei“ auf, das muss man dann immer dazudenken, weil nirgendwo allzu offensichtlich „Taiwan“ stehen darf.

Bereits jetzt kann man sich inspirieren lassen von diplomatisch wertvollen Ereignissen:

Grenada, ein kleines Inselreich bei den Antillen (östliche Karibik), hat diplomatisch was auf die Nase bekommen, weil sie sehr mutig waren. Peking, Volksrepublik China, hat das neue Stadium finanziert, einen 40 Millionen US$-Bau. Die Polizeiband, die zur Einweihung auftrat, hat entgegen der Erwartung nicht die chinesische Hymne gespielt, sondern die taiwanische Nationalhymne.

Jüngst hat Japan etwas ähnliches gebracht, bei den asiatischen Meisterschaften im Basketball. Die Republik China räumte ab The Hindu berichtet:

China today expressed its displeasure over Japan playing the national anthem of Taiwan at the ongoing Asia men’s basketball championship, saying it has „seriously violated“ the spirit of bilateral agreements. An official with the Chinese Foreign Ministry yesterday summoned an official of the Japanese Embassy in Beijing and lodged a stern representation over the playing of the national anthem of the „Republic of China,“ the ministry said.

„This has seriously violated the spirit enshrined in the three political documents including Sino-Japanese Joint Statement, and relevant rules of the International Olympic Committee (IOC) about Chinese Taipei’s taking part in competitions,“ said the press release. „China expresses strong protest and demands the Japanese side to immediately take effective measures to remove the vile influence and avoid similar events from happening again,“ it said.

[via]

Mehr Zeit für kritische Berichterstattung

Ihr kennt es: Zum Jahresende stehen wir traditionell vor einer sehr großen Finanzierungslücke und auch wenn die Planung und Umsetzung unseres Spendenendspurts viel Spaß macht, bindet es doch sehr viele Ressourcen; Ressourcen, die an anderer Stelle für unsere wichtige Arbeit fehlen. Um Euch also weniger mit Spendenaufrufen auf die Nerven zu gehen und mehr Recherchen und Hintergründe bieten zu können, brauchen wir Eure regelmäßige Unterstützung.

Jährlich eine Stunde netzpolitik.org finanzieren

Das Jahr hat 8.760 Stunden. Das sind 8.760 Stunden freier Zugang zu kritischer Berichterstattung und wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik bei netzpolitik.org.

Werde Teil unserer Unterstützungs-Community und finanziere jährlich eine von 8.760 Stunden netzpolitik.org oder eben fünf Minuten im Monat.

Jetzt spenden


Jetzt spenden

2 Ergänzungen

  1. Was den Vorfall in Grenada betrifft vermute ich mal eher, dass es sich um eine Verwchslung handelte, da ja der offizielle Staatsname nicht Taiwan sonder Republik China lautet. Ähnliches gab es ja auch früher bei Staatsbesuchen Helmut Kohls in Lateinamerika, wo „Auferstanden aus Ruinen“ gespielt wurde.

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.