Andreas berichtet, dass den Wahlcomputern des Herstellers Nedap die Zulassung zu Wahlen in den Niederlanden entzogen wurde. Damit verbleiben Stift und Zettel als zulässige Technologien für die nächsten Wahlen. Und wann reagieren unsere Politiker endlich?
Die niederländische Originalquelle ist hier: Schaf stemcomputers af.
Update: Der Chaos Computer Club hat dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht: Wahlcomputer ausgemustert: Niederlande wählt wieder auf Papier.
Aus den vielschichtigen Problemen hinsichtlich möglicher Manipulationsmethoden an Wahlcomputern in den Niederlanden und Deutschland und dem daraus folgende Verlust des Wählervertrauens in die Computer hat die niederländische Regierung nun also die Konzequenz gezogen.
„Dass selbst im Mutterland der NEDAP-Wahlcomputer die Bedenken über die bekannt gewordenen prinzipiellen Probleme mit Computer-Wahlen zu entschiedenem Handeln der Regierung führen, verdeutlicht, wie ernst die Situation ist. Die Bundesregierung sollte die niederländische Entscheidung zum Anlass nehmen, die Zulassung der Wahlcomputer noch vor den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen zurückzuziehen, auch um eine internationale Blamage zu vermeiden“, sagte Dirk Engling, Sprecher des Chaos Computer Club.
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8 Kommentare zu „Niederlande wählt wieder auf Papier“
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Siehe auch:
http://www.ccc.de/updates/2007/wahlcomputer-ausgemustert?language=en
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YESSSS! Endlich mal ne richtig gute Nachricht auf dem Gebiet. Noch besser als das große „Freudenfeuer“ ;)
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[…] wie wundervoll! Wie ich gerade hier und da gelesen habe, hat NEDAP seine Zulassung verloren – das bedeutet, dass deren Computer nun […]
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Ich hatte letzens mal ein lustiges Gespraech mit zwei ‚Opas’. Der eine war sozusagen der ‚Chef’ und komplett fuer die Wahlen innerhalb der Stadt zustaendig, der andere war vor Ort Wahlhelfer (ich kenne die genauen Bezeichnungen nicht, ich hoffe, jeder weiß, was mit ‚Chef’ gemeint ist). Irgendwie (*hust* ich hatte nichts dabei zu tun ;P) sind wir dann auf das Thema Sicherheit, Datenschutz etc. bei Wahlen gekommen und wie sich die Wahlcomputer darauf auswirken (die wurden dort anscheinend testweise eingesetzt). Der ‚Chef’ fande diese Geraete total toll (er war uebrigens eher der Politiker…) – der Wahlhelfer hat auf sie geschimpft.
Dann habe ich beiden den CCC-Artikel ueber die Sicherheit von den Teilen gezeigt. Der ‚Chef’ (aka Politiker) wollte nichts davon wissen und hat jeden Punkt energisch bestritten, der Wahlhelfer hat sich die PDF direkt ausgedruckt und sich bei mir bedankt, nun koennte er das, was er sowieso meint endlich richtig begruenden.
Ist mir grade so zum Thema NEDAP-Wahlcomputer wieder eingefallen ;)
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„energisch bestritten“ ? vllt. ist mein weltbild ja zu technokratisch, aber wie kann man eine aussage a la „die wahl lässt sich auf diese art und weise manipulieren“ bitte bestreiten ?
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[…] Freiheit- in Vergessenheit geraten? How to build a privacy movement Die heiligen Online-Krieger Die Niederlande wählen wieder auf Papier Cyber attack could turn lights out in US Bundesverfassungsgericht verhandelt über […]
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[…] Die nächsten Einträge handeln zunächst von der Bundestagswahl 2005 – die wenigsten wussten zu der Zeit um den Einsatz von Wahlcomputern in Deutschland (der Wahleinspruch von Ulrich Wiesner ist inzwischen als Wahlprüfungsbeschwerde beim BVerG angelangt; siehe Punkt 17.) Es folgen unterschiedliche Meldungen aus den usa und die ersten Forderungen nach Internetwahlen. In Deutschland gibt es im Sommer 2006 eine erste Stellungnahme des Innenministeriums: Elektronische Wahlgeräte seien “hinreichend manipulationssicher”. Andreas Bogk sah sich diese etwas genauer an. Lustig. Etwas später machen wir einen Netzpolitik-Podcast mit Andreas – er ist immer noch aktuell und bietet einen kurzen Überblick bzw. einen guten Einstieg ins Thema. Ende des Sommers knackt der CCC zusammen mit der holländischen Initiative “Wir vertrauen Wahlcomputern nicht” einen Nedap, es folgt ein ausführlicher Prüfbericht und später in Deutschland die Petition gegen Wahlcomputer sowie die erste CCC-Wahlbeoachtung in Cottbus. Es wird Herbst, und wir berichten vom ersten kleinen Sieg: In Holland (dort wurde inzwischen flächendeckend mit Computern gewählt) werden Wahlcomputer in einzelnen Städten wieder abgeschafft – seit dem Sommer 2007 wählt dann ganz Holland wieder auf Papier. […]
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