Tagesschau.de berichtet, wie sich Neonazis im Internet ausbreiten: Wenige Aktivisten – mit viel Raum. Also eigentlich breiten sie sich nicht besonders aus, sondern nutzen nur wie viele andere aus dem gesamten politischen Spektrum das Netz zur politischen Kommunikation und Vernetzung. Eigentlich ist auch nur der Schluss des Artikels interessant:
Trotz der Probleme: Der Erfolg des modernisierten Rechtsextremismus in Deutschland scheint ohne das Aufkommen des Internets kaum denkbar. Das Netz ist zum Macht- und Meinungsfaktor geworden – und daher auch innerhalb der Neonazi-Szene heftig umkämpft. So hat die NPD – nicht an offenen Debatten interessiert ist – bereits mehrfach versucht, oppositionelle Meinungen in den eigenen Reihen zu unterdrücken, indem Seiten von Landesverbänden unter dubiosen Umständen abgeschaltet wurden.
Und mehr noch: Das Medium beeinflusst offenbar selbst die rechtsextreme Ideologie. Längst handelt es sich bei den modernen Nazis nicht mehr um eine durch und durch autoritär geprägte Bewegung. Die meisten Ereignisse in der Bewegung werden im Internet kontrovers diskutiert, wenn auch oft auf erbärmlichen Niveau; dennoch gibt es eine gewisse Dynamik, aus der Ideen und Strategien entstehen. Und Politik und Öffentlichkeit stehen dann staunend vor Phänomenen wie dem Aufkommen der „Autonomen Nationalisten“ – wirksame Gegenstrategien fehlen zumeist.