Google schon böse?

Google ist eine Werbefirma. Mit kostenlosen Dienstleistungen erkaufen sie sich die Aufmerksamkeit der Nutzer und verkaufen diese an andere, die der Aufmerksamkeit mit Botschaften begegnen wollen. Aber auch dafür muss Werbung gemacht werden. Damit die Eigenwerbung etwas peppig daherkommt, wird sie unter anderem auch in die Form von Corporate Blogs gepresst.


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Einer dieser neuen Corporate Google Blogs ist der Health Advertising Blog. Die Bloggerin Lauren Turner versprach darin am Freitag den milliardenschweren Firmen, die hinter dem US-amerikanischen Gesundheitssystem stehen, ihnen bei der publizistischen Verteidigung gegen Michael Moores Film „Sicko“ behilflich zu sein. Daraufhin hagelte es Kritik in BoingBoing und Lauren Turner verteidigte Google. Ihre Meinung sei nicht die von Google und Werbung sei ein demokratisches Mittel für einen öffentlichen Diskurs.

Das muss man erstmal sacken lassen. Werbung und Demokratie. Wenn jeder werben kann, dann ist ja alles gut. Im Londoner Hyde Park zum Beispiel kann sich jeder an die eine Ecke stellen und seine Meinung sagen. So gesehen ist das Internet voller Speakers-Corners. Was aber, wenn es jemanden gibt, der bestimmt, wer die größte Speakers Corner besetzen kann. Oder wenn die größte Speakers Corner vollautomatisiert ist und immer ein Schild über bestimmten Rednern erscheint, auf dem steht: „Dieser Redner lügt oder ist zumindest unterinformiert!“. Und was, wenn diese Schilder nur von bestimmten Gruppen in Auftrag gegeben werden können und von anderen nicht. Mike zum Beispiel erhielt dieses Schreiben von Google. Seine Meinung ist nicht ok.
Das ist schon ein bisschen böse. Die Ironie dabei ist, dass man „sicko“ schon bei video.google sehen kann. Da steht Google schon fast wie ein menschenfreundlicher Erpresser da.

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