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Berlin:Weihnachtsgeld statt Windows?

Da sind doch mal unerwartete, aber pragmatische Vorschläge aus den Reihen der Polizeigewerkschaft: Weihnachtsgeld statt Windows. Der Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hat von der Polizeibehörde einen Umstieg auf offene Computerbetriebssysteme gefordert. Die Berliner Polizei müsse ohne Komplikationen arbeiten können und dies funktioniere derzeit mit dem Microsoft-Betriebssystem nicht, sagte der stellvertretende Berliner DPolG-Chef Helmut Sarwas…

  • Markus Beckedahl

Da sind doch mal unerwartete, aber pragmatische Vorschläge aus den Reihen der Polizeigewerkschaft: Weihnachtsgeld statt Windows.

Der Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hat von der Polizeibehörde einen Umstieg auf offene Computerbetriebssysteme gefordert. Die Berliner Polizei müsse ohne Komplikationen arbeiten können und dies funktioniere derzeit mit dem Microsoft-Betriebssystem nicht, sagte der stellvertretende Berliner DPolG-Chef Helmut Sarwas in Berlin. Viel zu oft würden sich die Computer „aufhängen“. Anzeigenaufnahmen mit dem System „Poliks“ dauerten so zwischen 30 und 90 Minuten. Die Behörde sollte daher darüber nachdenken, auf ein anderes Betriebssystem umzustellen, unterstrich Sarwas. Es gebe unzählige offene Betriebssysteme auf dem Markt, darunter auch viele, die von der Europäischen Union zertifiziert worden seien. Dadurch könnten mehrere Millionen Euro an Lizenzkosten eingespart werden. Mit diesem Betrag ließe sich etwa das Weihnachtsgeld der Beamten finanzieren, das gestrichen worden sei.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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7 Kommentare zu „Berlin:Weihnachtsgeld statt Windows?“


  1. erlehmann

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    wenn ein solch pragmatischer ansatz auch bei der evaluierung der videoüberwachung praktiziert würde, hätte ich kaum etwas dagegen.


  2. der Denkfehler ist nur, dass Poliks wohl schlecht ist, nicht das OS darunter schuld. Denn auch unter Windows kann man sinnvolle Programme schnell laufen lassen.

    Naja, trotzdem nette Idee.


  3. Es musste ja ein Grund dafür gefunden werden, warum das Weihnachtsgeld gestrichen wurde, aber auch, um „mehrere Millionen Euro an Lizenzkosten“ einzusparen. Die offenen Systeme gestatten zudem eine billigere Programmierung und Aufrechterhaltung der Programme, die darauf laufen.

    Würde man Poliks die Schuld geben, so würde man gleichzeitig die Schuld auf sich nehmen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es gäbe Diskussionen, warum die Polizei, Dein Freund und Helfer, sich auf ein solch fehlerbehaftetes Programm verlässt. Ist sie vielleicht doch nicht so unfehlbar wie sie uns glauben machen will?

    Microsoft zu beschuldigen, ist da auf jeden Fall der leichtere Weg, da diese Firma ja sowieso überall dämonisiert wird. Übrigens nicht zu Unrecht.


  4. Man stelle sich mal vor, man braucht die Polizei, aber sie kommt nicht, weil:
    Der Rechner abgestürzt ist,
    Die Polizisten in einer Warteschleife des Callcenters hängen,
    Der Streifenwagen nur geleast ist und in diesem Monat keine Kilometer mehr gefahren werden dürfen

    Ich finde wenn die Polizisten sagen, was sie für die Arbeit brauchen, dann schulden wir ihnen das auch, denn deren Job ist hart genug.

    Und ich zahle auch gerne ein bißchen mehr Steuern, damit die ihr Weihnachtsgeld wieder bekommen.


  5. das aneinander zu koppeln ist echt nich ne gute botschaft an die polizei. auch nciht als argument. die polizisten machen ne super arbeit und solche themen sollte man von ihnen fern halten


  6. Guuut, dass es nicht nur mir so geht! Ich bin erleichtert :-)


  7. Also warum sollen Polizisten, zumal es sich um die Gewerkschaft handelt, nicht sehr genau Ahnung von den für die Arbeit notwendigen Betriebsmitteln Ahnung haben?
    Das ist doch deren Job sich über die Arbeitsgestaltung Gedanken zu machen. Häufig kranken IT-Projekte daran, dass man die Anforderungen der Anwender nur unzureichend berücksichtigt. Da braucht man nichts auseinanderhalten, das gehört schon zusammen Nutzer von IT, die Auswahl von Systemen und deren Vertretung

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