Vor einigen Jahren wanderte in einem laizistischen Staat ein Bürgermeister ins Gefängnis, weil er ein Gedicht eines lokalen Schreibers zitierte:
„Die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme // Die Moscheen unsere Kasernen, die Gläubigen unsere Soldaten // Diese göttliche Armee ist bereit //
In Deutschland erinnert sich derzeit ein Verband aus einer ganz anderen Ecke, daß man da draußen noch eine Armee herumstehen hat.
Im Handelsblatt vom 11. Mai schreibt Maximilian Steinbeis über einen Verein, dessen Stifte die Bajonette sind, dessen Druckerpressen die Geschütze, dessen Redaktionen die Kasernen und deren Leser ihre Soldaten. Diese journalistische Armee ist bereit.
Unter der Anrede „Liebe Kolleginnen und Kollegen“ heißt es in dem Schreiben: „Die Hiobsbotschaft gleich vorweg: IHR jährlicher VG WORT-Scheck wird in Zukunft äußerst mager ausfallen oder ganz ausbleiben.“ Daher solle jeder Journalist „jede professionelle Gelegenheit nutzen“, die Diskussion zu unterstützen, und „die bevorstehende Enteignung in Ihren Redaktionskonferenzen“ thematisieren.
Danke an den Verband, der wie kein zweiter klargestellt hat, daß es keinen Journalismus über Journalismus gibt. Dass die Berichterstattung eines Journalisten über das Urheberrecht im Zweifel Agitation in eigener Sache ist und daß Grundsätze der guten Arbeitspraxis Verhandlungsmasse gegenüber dem eigenen Konto sind.
Danke auch an Steinbeis, der durch Berichterstattung dazu die Antithese zu Gedichten oder ihren Interpretationen darstellt.