Ich schaffs ja wieder nicht zum 23C3, kann manches aber auch bei der Tagesschau nachlesen. Atul Chitnis hat einen Vortrag gehalten darüber, dass Linux Indiens Landschaft umgekrempelt hat: „Hacking a Country: FOSS in India“. In der ARD liest sich das so:
In der indischen Öffentlichkeit wurde das Phänomen Linux jedoch kaum wahrgenommen, bis es Chitnis und seinen Mitstreitern 1999 gelang, einen Pavillon auf einer großen IT-Messe in Bangalur zu ergattern. Die Präsentation wurde zum Highlight der Veranstaltung im indischen Silicon Valley: In drei Tagen kamen 150.000 Interessenten, selbst die Rekrutierungsstände von US-Softwareunternehmen konnten keinen derartigen Zulauf verzeichnen.
Spätestens seit diesem Event galt Linux in Indien als etabliert: Die Universitäten und auch die Regierung begannen sich für das Betriebssystem und die kostenlose Open-Source-Software zu interessieren. Im akademischen Bereich ist es quasi zum Standard geworden: Viele Schulen haben Linux in den Lehrplan aufgenommen, einige Universitäten verlangen sogar, dass Abschlussarbeiten in Informatik den Open-Source-Kriterien entsprechen müssen. Es gab sogar Überlegungen der Regierung, Linux bei Ausschreibungen als verbindliches Betriebssystem festzulegen – eine Einschränkung, die sogar Chitnis zu weit ging: „Wir wollten kein neues Monopol schaffen.“ Da es in Indien Dutzende Sprachen und Schriften gibt, wurden entsprechende Linux-Versionen entwickelt. Ein Nebeneffekt: Indische Informatiker wurden so zu international anerkannten Experten für die Lokalisierung von Software.
Das zeigt exemplarisch vor welchem Paradigmenwechsel sich Microsoft immer fürchtet.