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Hat sich Microsoft Wiener Erklärung zurecht gebastelt?

Interessante Geschichte: Im Sommer veranstaltete die österreichische Regierung im Rahmen des WSIS-Prozesses eine internationale Konferenz zum Thema „ICT + Creativity = Content“. Dort fand u.a. ein Panel/Arbeitsgruppe statt, welches von Ralf Bendrath (schreibt hier manchmal mit) koordiniert wurde und wo u.a. Georg Greve (Free Software Foundation Europe) und Johny Perry Barlow auf dem Podium sassen.…

  • Markus Beckedahl

Interessante Geschichte: Im Sommer veranstaltete die österreichische Regierung im Rahmen des WSIS-Prozesses eine internationale Konferenz zum Thema „ICT + Creativity = Content“. Dort fand u.a. ein Panel/Arbeitsgruppe statt, welches von Ralf Bendrath (schreibt hier manchmal mit) koordiniert wurde und wo u.a. Georg Greve (Free Software Foundation Europe) und Johny Perry Barlow auf dem Podium sassen. Die einzelnen Podien waren thematisch nach unterschiedlichen Feldern ausgerichtet und alle Arbeitsgruppen sollten ihre Teile der Abschlusserklärung „Vienna Conclusions“ dabeisteuern. Als wir auf dem WSIS-Gipfel in Tunis dann zum ersten Mal das Ergebnis in Form der bunten Broschüre auf dem österreichischen Stand fanden, war Georg ganz überrascht. Denn da stand nicht der diskutierte und gemeinsam beschlossene Text und von Freier Software war überhaupt nichts mehr enthalten. Stattdessen wurden Digital Rights Management Systeme als notwendig und sinnvoll angesehen und der ganze Rest war erheblich abgeschwächt worden.

Hier seht Ihr die Unterschiede:

Die Passage im Original

„Increasingly, revenue is generated not by selling content and digital works, as they can be freely distributed at almost no cost, but by offering services on top of them. The success of the Free Software model is one example, licenses like „Creative Commons“ that only reserve some rights and permit wide use and distribution is another. Distributed collaborative production models like Wikipedia also show that there are other incentives than money to create quality content“

Die redigierte Version
„Increasingly, revenue is generated by offering services on top of contents. Licences such as „Creative Commons“ reserve some rights and permit widespread use and distribution. Distributed collaborative production models like „Wikipedia“ show that there are other incentives than money to create quality content. To ensure ongoing innovation, Digital Rights Management (DRM) development and deployment must remain voluntary and market-driven.“

Die Futurezone hat darüber gestern schon berichtet, nachdem Georg die Geschichte in seinem Blog veröffentlicht hat.

Heute sieht es so aus
, als würde Microsoft hinter den Änderungen stehen. Da das Ergebnis der Diskussion nicht in ihrem Interesse war…

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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Ein Kommentar zu „Hat sich Microsoft Wiener Erklärung zurecht gebastelt?“


  1. heise online hat die Vorgänge jetzt nochmal genau nachrecherchiert:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/66530

Dieser Artikel ist älter als 20 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.