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Überflüssige Gesetze: Wie Politiker Sicherheit vorgaukeln

Die Sendung Panorama in der ARD hat gestern Abend einen 8‑Minuten Bericht über „Überflüssige Gesetze: Wie Politiker Sicherheit vorgaukeln“ gesendet. Mit dabei war auch die Zensursula-Debatte featuring das Zugangserschwerungsgesetz, Online-Durchsuchung sowie die aktuelle Vorratsdatenspeicherungs-Debatte. Ein sehr guter Bericht, den man gesehen haben sollte. Aber seht selbst: Der Kampf gegen Terror oder Kinderpornografie gehört zu den…

  • Markus Beckedahl

Die Sendung Panorama in der ARD hat gestern Abend einen 8‑Minuten Bericht über „Überflüssige Gesetze: Wie Politiker Sicherheit vorgaukeln“ gesendet. Mit dabei war auch die Zensursula-Debatte featuring das Zugangserschwerungsgesetz, Online-Durchsuchung sowie die aktuelle Vorratsdatenspeicherungs-Debatte. Ein sehr guter Bericht, den man gesehen haben sollte. Aber seht selbst:

Der Kampf gegen Terror oder Kinderpornografie gehört zu den Lieblingsthemen unserer Sicherheitspolitiker. Hiermit können sie sich profilieren, durchgreifen, Reden schwingen. Eilig werden dabei neue Gesetze verfasst oder bestehende verschärft – ob sie wirksam sind oder nicht. Panorama zeigt, welche Blüten es treiben kann, wenn Politiker beim Thema Innere Sicherheit dem Populismus erliegen und der Sachverstand dabei auf der Strecke bleibt.

Das Video gibt es in der ARD-Mediathek oder auf Youtube:

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Man kann auch noch was Neues lernen. „Schaufenstergesetz“ kannte ich bisher noch nicht als passendes Wort für aktionistische Politiker, die schnell einfache Lösung für meist vermeintliche Probleme präsentieren. Aber schade, dass die Rolle der Medien in dem Beitrag so wenig hinterfragt wurde.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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14 Kommentare zu „Überflüssige Gesetze: Wie Politiker Sicherheit vorgaukeln“


  1. Fred vom Jupiter

    ,

    Und im Standbild der Uhl – wie passend. ;)


  2. Naja, das im Video eingangs erwähnte Beispiel der längeren Haftstrafen für „Widerstandshandlungen gegen die Polizei“ ist gar nicht mal so ohne bzw. gar keine wirkungslose Symbolpolitik. Sicher, das Gesetzt wird „Krawallbrüder“ und so genannte „Berufsdemonstranten“ (ein widerlicher Ausdruck, der ein defizitäres Demokratieverständnis offenbart) nicht abschrecken, sehr wohl aber Demonstranten aus der Mitte der Gesellschaft.

    In diesem Sinne ist es auch alles andere als ein Zufall, dass diese Gesetzesverschärfung gerade jetzt beschlossen wird, da gerade in Stuttgart und anderswo nicht die „üblichen Verdächtigen“ auf die Barrikaden gehen sondern quer durch alle Schichten und Gruppen Aufstand geprobt wird.
    Denn: Mit einer Anhebung der Strafe von 2 auf 3 Jahre ist auch im Zweifelsfall keine Bewährung mehr drin. Das schreckt vielleicht nicht den schwarzen Block ab, eher aber demonstrierende Schüler und Rentner. Und gegen die braucht man ja auch ne Handhabe, gelle.

    Und was schon als „Widerstandshandlung gegen die Polizei“ gewertet wird, das will ich angesichts der Vorkommnisse in Stuttgart gar nicht wirklich wissen.

    Ich hab bei einer Demo live mitbekommen, wie das gehen kann: Im Gedränge ist ein Demonstrant einem Polizisten hinten aufs Hosenbein gelatscht und hat sich noch währenddessen entschuldigt, weils eben keine Absicht war. Aber noch bevor er das Wörtchen „Entschuldigung“ zur Gänze rausbekommen hatte, waren schon besager Polizist nebst drei weiteren Kollegen in Grün auf ihn gesprungen und hatten ihn zu Boden geknüppelt…


  3. […] Weil sich manche Parteien schon jetzt mit Hilfe von Stuttgart21 schonmal für die Landtagswahl Baden-Württemberg im Frühjahr 2011 profilieren während die für die stuttgarter Misere Verantwortlichen im Hinblick auf den Wahlkampf lieber mit dem Dauerbrenner-Thema Integration von ihrer sachlichen Inkompetenz ablenken wollen, indem sie das Thema Integration mit viel Populismus, Angstmache und wenig Sachverstand oder Vernunft auf dem Rücken der Betroffenen und des Grundgesetzes austragen, hier ein nettes Video zum Thema Schaufenstergesetze (gefunden auf netzpolitik.org) […]


  4. „Aber schade, dass die Rolle der Medien in dem Beitrag so wenig hinterfragt wurde.“

    Das haben die sich für die nächste „Zapp“-Sendung aufgehoben :-)


  5. […] über sinnlose Gesetze wie die Vorratsdatenspeicherung oder die KiPo Stopschilder von Zensursulavia VN:F [1.9.5_1105]please wait…Rating: 0.0/10 (0 votes cast) 0 Comments0 Responses to “ARD […]


  6. Hackworth

    ,

    @markus Ist eigentlich auf eurer Seite irgendein Einfluss der Enquete auf das politische Tagesgeschäft spürbar? In Gesprächen, Diskussionen, weniger hochprofiligen IT-Gesetzesvorschlägen, irgendwas?


    1. @Hackworth: Sicherlich gibt es mehr Diskussionen über Netzpolitik auf allen möglichen Veranstaltungen, wo die Enquete der Aufhänger ist.


  7. @Simon:
    \Und was schon als “Widerstandshandlung gegen die Polizei” gewertet wird, das will ich angesichts der Vorkommnisse in Stuttgart gar nicht wirklich wissen.\

    Wenn bei einer Verkehrskontrolle dich ein Polizist bittet, aus dem Auto zu steigen und du sagst:\Nö\, gilt das schon als passiver Widerstand.

    Anne Roth hat einen guten Artikel zur Gewalt gegen Polizisten:
    http://annalist.noblogs.org/post/2010/08/23/polizei-und-gewalt-opfer-und-tater/


  8. Uhl ist ja mal wieder der Kracher.
    Ganz nach dem Motto: Es gibt keine gesunden Menschen – nur solche, die noch nicht ausführlich untersucht wurden. :-D


  9. […] Überflüssige Gesetze: Wie Politiker Sicherheit vorgaukeln : netzpolitik.org […]


  10. Schaufenstergesetze…

    Endlich mal wieder ein wunderbarer, zusammenfassender und über den Tellerrand von Tagespolitik blickender Panorama Beitrag zur deutschen Symbolpolitik. Beispielhaft werden hier die Gesetze zur Onlinedurchsuchung, das Graffitibekämpfungsgesetz und das j…


  11. Hallo zusammen,

    wir haben jetzt auch noch eine längere Version des Gesprächs mit Hans-Peter Uhl auf unserer Webseite veröffentlicht. Machen Sie sich am besten selbst ein Bild:

    http://daserste.ndr.de/panorama/media/uhl103.html

    Mit herzlichen Grüße
    Redaktion Panorama


  12. […] Woche hat Panorama über “Überflüssige Gesetze: Wie Politiker Sicherheit vorgaukeln” berichtet. Mit dabei war auch Hans-Peter Uhl (CSU), der sich seit Jahren als Hardliner für […]

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