Schaar will Zensursula nicht kontrollieren

Etwas anderes hätte mich auch gewundert: Geplante Kinderporno-Sperrliste – Schaar will nicht kontrollieren. (Taz)

Das hatten sich die Koaltionsexperten schön ausgedacht. Ein Kontrollgremium, das vom Bundesdatenschutzbeauftragten eingerichtet wird, soll die BKA-Zensurliste für Kinderpornoseiten überwachen. Doch Datenschützer Peter Schaar will dabei nicht mitmachen. “Mit mir hat bisher niemand gesprochen und ich finde das auch keine gute Idee.” [...] Laut Gesetzentwurf sollen die Kontroll-Experten “unabhängig” sein, aber vom Bundesdatenschutzbeauftragten bestellt werden. Peter Schaar ist darüber nicht erfreut. “Wie soll ich Experten für ein solches Gremium auswählen? Ich kenne mich in der Thematik doch gar nicht aus. Das hat mit Datenschutz ja nichts zu tun.”

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Datenschutz, Deutschland, Digital Rights, Zensur und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

4 Kommentare

  1. Erstellt am 15. Juni 2009 um 19:01 | Permanent-Link

    Irgendwie ist Herr Schaar zu bewundern, das er anerkennt wo die Grenzen seines Wissens und Könnens liegen und sie offen dar legt.

    • Erstellt am 15. Juni 2009 um 19:56 | Permanent-Link

      Genau das gleiche dachte ich mir beim Lesen des Satzes auch: “Endlich mal ein Politiker, der auch sagt, wenn er sich mit einem Bereich nicht auskennt”

  2. berlinbewohner
    Erstellt am 15. Juni 2009 um 21:31 | Permanent-Link

    Herr Schaar ist in seiner Rolle als BfDI kein klassischer Politiker. Er ist aber klug beraten, seine Glaubwürdigkeit als demokratisch legitimiertes Kontrollorgan nicht in einem Bereich aufs Spiel zu setzen, wo man eigentlich nur verlieren kann. Abgesehen davon hat das mit seiner derzeitigen Rolle wirklich nicht viel zu tun … aber da man sonst niemanden mit dem Label “unabhängig” in Bundesberlin findet …

  3. Erstellt am 15. Juni 2009 um 23:56 | Permanent-Link

    Find ich gut, dass Schaar die Grenzen seiner Kompetenz so scharf und deutlich zeichnet. Aber wo ich gerade zum ersten Mal auf dieser Seite lese, frage ich mich, wie man sich über Politikverdrossenheit wundern kann, wenn so viel geballte Inkompetenz und wirtschaftliche Interessen zusammenwirken.

3 Trackbacks

  1. [...] deshalb will Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar damit auch nichts zu tun haben: Das hatten sich die Koaltionsexperten schön ausgedacht. Ein Kontrollgremium, das vom [...]

  2. [...] !zensursula Schaar: “… Das hat mit Datenschutz ja nichts zu tun.” http://netzpolitik.org/2009/schaar-will-zensursula-nicht-kontrollieren/ [...]

  3. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 22. Dezember 2009 um 13:00

    [...] Schaar will Zensursula nicht kontrollieren. [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.