Die chinesische psychologische Mauer um Deutschland

Evildaystar fasst sehr schön die psychologischen Wirkungen von umgehungsfähigen Zensur-Infrstrukturen wie den geplanten deutschen DNS-Sperren, der neuen chinesischen "Filter"-Software der Regierung und dem britischen "Cleanfeed"-Programm zusammen:

Charles Mok, Vorsitzender der Internet Society Ortsgruppe Hong Kong verneint , dass mit dem “Filter” eine totale Kontrolle möglich ist und hält die psychologische Wirkung, in Anbetracht, dass die Software Informationen darüber sammelt wer welche Website besucht hat und als Spyware dienen kann, für das Wesentliche:

“But the whole thing is about the message that is being sent – that ‘you’d better watch out, I’m still continuing to watch you in one way or another’.”

Bei der Zensur in Deutschland mittels der Manipulation von DNS-Servern größerer Provider setzt man ebenfalls auf die Psychologie. Ein Großteil der “potenziellen Nutzer” soll allein durch den Hinweis mit Stoppschildern, dass sie illegale Inhalte aufsuchen wollen, abgeschreckt werden, heißt es in einem Bericht über Netzsperren des Bundesinnenministeriums. (…) You’d better watch out!

Im Gegensatz zu China haben wir hier aber auch noch die Content-MAFIAA an der Backe, die sich jetzt schon die Hände reibt für weitergehende Zensurmaßnahmen .

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Deutschland, Jugendschutz?, Zensur und getagged , , , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Ralf Bendrath, Netzpolitik.org.

5 Kommentare

  1. Wahlwdh
    Erstellt am 16. Juni 2009 um 10:21 | Permanent-Link

    Interessanter Eintrag.
    Der Eintrag: “CDU & SPD gegen Löschung von Kinderpornografie aus dem Internet” ist fragwürdig, kann man behaupten oder einseitig darstellen aber nicht beweisen.
    Ich kenne CDU Wähler die für die Löschung von dokumentierten Kindesmissbrauchs sind.

    So einfach ist es nicht.

  2. Thaniell
    Erstellt am 16. Juni 2009 um 10:27 | Permanent-Link

    Und ich kenne SPD/CDU Wähler die gegen die Sperren sind. Und jetzt? Es geht darum wie die Parteien handeln nicht was ihre (potentiellen) Wähler denken. Und im konkreten Fall wird offenkundig nicht gelöscht so gut es ginge, stattdessen aber nach Sperren gerufen.

  3. Erstellt am 16. Juni 2009 um 16:01 | Permanent-Link

    Jetzt gesellt sich im Kopf zur Schere eine Augenbinde…

  4. Erstellt am 16. Juni 2009 um 19:17 | Permanent-Link

    Es ist mehr als traurig zu sehen, dass mit dem Gedanken an die Angst, die geschürt wird auch noch kalkuliert umgegangen wird.
    Als hier über die Probleme, die der Autor von dubistterrorist.de hatte berichtet wurde ging mir an sich nur noch die Frage durch den Kopf, wie viel Angst können Menschen haben und wieviel Angst kann durch die Verbreitung von Unwissenheit geschürt werden. Denn m.E. ist es nichts anderes, was hier versucht wird. Die tatsächliche Gefahr besteht nicht in den Maßnahmen, die etabliert werden, sondern in dem “You better watch out”- was noch kommen kann. Ich merke immer häufiger, wie ich selbst über meine Bewegungen im Netz nachdenke, ob das jetzt gut ist und was ein Unbeteiligter, der die Spuren liest oder gar eine Maschine, die die Spuren relativ dumm verknüpft davon denken könnte.
    Und das ist es, was mir Angst macht.
    PS: Ist euch eigentlich aufgefallen, dass ihr einen Tagtippfehler habt? es gibt einmal Jugendschutz und einmal Jugenschutz (ohne “d”) oder ist das Absicht?

  5. Afax
    Erstellt am 17. Juni 2009 um 12:13 | Permanent-Link

    Das war schon immer die einfachste und schnellste Lösung der Deutschen…Probleme im Keim ersticken, sie abgrenzen, versperren als sich mal einen genaueren Kopf mit innovativen Ideen, Meinungen und Lösungsvorschlägen zu machen.

    Ein Hoch auf Vater Staat.

2 Trackbacks

  1. Von Volkszertreter? » Links 2009-06-16 am 16. Juni 2009 um 16:35

    [...] Die chinesische psychologische Mauer um Deutschland : netzpolitik.org: Evildaystar fasst sehr schön die psychologischen Wirkungen von umgehungsfähigen Zensur-Infrstrukturen wie den geplanten deutschen DNS-Sperren, der neuen chinesischen “Filter”-Software der Regierung und dem britischen “Cleanfeed”-Programm zusammen [...]

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