Aktivierung der Netzsperren: Verheerender Ausblick

Taz.de hat Michael Rotert von ECO zur Zensursula-Debatte interviewt: Aktivierung der Netzsperren – “Verheerender Ausblick”.

Also lässt sich das Netz nicht sperren.

Letztendlich nicht. Der Ausblick ist allerdings erschreckend, denn wenn semantische Verfahren einmal weiterentwickelt sind, kann auch nach beliebigen Inhalten per Beschreibung gesucht werden. Allerdings sind die Verfahren noch nicht für den Einsatz direkt im Datenstrom geeignet. Zusätzlich muss natürlich dann auch die Infrastruktur überwacht werden, damit ja nichts am Staat vorbeigeht. Und das würde schon in der realen Welt nicht funktionieren. Nicht auszudenken, wenn die Post auch alle Briefe kontrollieren müsste. Denn nur dann ist ja die Forderung der Politiker erfüllt, dass die Onlinewelt der Offlinewelt im juristischen Sinne entspricht. Auch müsste man aus den Büchereien alle Bücher mit Bombenbauanleitungen entfernen, denn die darf es auf dem Netz auch nicht geben. Schlüsseldienste müssen ebenso zumachen, denn in der Onlinewelt sind Hackertools, auch wenn sie für Sicherheit sorgen, verboten.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, Digital Rights, Zensur und getagged , , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

3 Kommentare

  1. Erstellt am 28. Juli 2009 um 14:14 | Permanent-Link

    Ein Überwachungssystem das sowas bzw. etwas ähnliches ermöglicht gibt es doch schon. Das Echelon System:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Echelon

  2. zho
    Erstellt am 28. Juli 2009 um 14:22 | Permanent-Link

    “Taz.de hat ein Interview [...] interviewt.”
    Wie bizarre…

  3. Erstellt am 28. Juli 2009 um 14:34 | Permanent-Link

    Lesenswert!

    Allerdings sieht manch einer nicht das echte Ausmass:
    Zitat:
    “Die Netzcommunity fürchtet, dass die einmal errichtete Infrastruktur missbraucht werden könnte, etwa [..]. Teilen Sie die Befürchtungen?”

    Es ist doch definitv nicht bloss eine Befürchtung, wenn man sich verdeutlicht, dass bisher fast jeder bei Gerichten eingegangene Antrag darauf, dass ein Internet-Provider eine Sperrung eines Konkurrenten, Rechtsverletzers etc. pp. vornimmt, bei Ablehung mit dem Verweis auf den wirtschaftlichen Aufwand des Providers zur Errichtung einer solchen Sperre abgewiesen wurde – und dieser Aufwand fällt nun flach

4 Trackbacks

  1. [...] eben bin ich über eine interessante Information gestoßen. Beim Lesen eines Beitrags bei netzpolitik.org dachte ich: “Hey, sowas in der art haben wir doch schon, da war doch diese [...]

  2. Von Machines's Soup am 28. Juli 2009 um 15:28

    “Also lässt sich das Netz nicht sperren.
    Letztendlich nicht. Der Ausblick ist …”…

    Also lässt sich das Netz nicht sperren.
    Letztendlich nicht. Der Ausblick ist allerdings erschreckend, denn wenn semantische Verfahren einmal weiterentwickelt sind, kann auch nach beliebigen Inhalten per Beschreibung gesucht werden. Allerdings sind die…

  3. [...] Aktivierung der Netzsperren: Verheerender Ausblick [...]

  4. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 22. Dezember 2009 um 14:55

    [...] Taz.de hat Michael Rotert von ECO zur Zensursula-Debatte interviewt: Aktivierung der Netzsperren – “Verheerender Ausblick”. [...]

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