Kein Datenschutz mehr für Inter-Tauss

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss wurde von Peter Struck vom Datenschutz-Thema in der SPD-Fraktion abgezogen: Jörg Tauss spricht in der SPD-Fraktion nicht mehr für Datenschutz.

Jörg Tauss wird sich in der SPD-Bundestagsfraktion auf Geheiß von Fraktionschef Peter Struck nicht mehr der Koordination von Datenschutzfragen widmen. Ebenfalls niederlegen wird der baden-württembergische Abgeordnete seinen stellvertretenden Sitz im Innenausschuss des Bundestags. Dies erfuhr heise online aus SPD-Kreisen. Als Nachfolger für die Position des “Datenschutzmatadors” soll demnach Michael Bürsch antreten. Der Abgeordnete aus Schleswig-Holstein führt das Stichwort Datenschutz bislang nicht in der Themenliste auf seiner Webseite. Er sprach aber bereits etwa in der Bundestagsdebatte über die Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes zur Einschränkung von Scoring zur Bonitätsprüfung für die SPD-Fraktion. Zudem machte er sich gemeinsam mit Tauss für die Verabschiedung des Informationsfreiheitsgesetzes des Bundes stark.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Datenschutz, Deutschland, Digital Rights und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

8 Kommentare

  1. Dirk Moebius
    Erstellt am 28. November 2008 um 19:24 | Permanent-Link

    kaltgestellt… :-(

  2. Basti
    Erstellt am 28. November 2008 um 19:54 | Permanent-Link

    Großartig!

    Jörg Tauss hat uns das Informationsfreiheitsgesetz (öffentliche Akteneinsicht) gebracht, hat auf dem Chaos Communication Congress gesprochen und hat GEGEN das BKA Gesatz gestimmt.

    Das so ein vergleichsweise helles Licht in der SPD nicht auf seinem Posten bleiben darf, liegt doch wohl auf der Hand.

    Mein Gott, überall wo die SPD Spitze Kompetenz wittert, werden die Leute abgesägt. Bravo, SPD!

  3. Gregor M.
    Erstellt am 28. November 2008 um 21:03 | Permanent-Link
  4. Mark Wolf
    Erstellt am 28. November 2008 um 21:49 | Permanent-Link

    Soweit ich weiß hat Michael Bürsch für das BKA Gesetz gestimmt. Wietere Kommentare sind überflüssig.

  5. Thomson
    Erstellt am 28. November 2008 um 23:37 | Permanent-Link

    Ja, Tauss war einer der wenigen SPD-Abgeordneten, die gegen das BKA-Gesetz gestimmt hatten

  6. Erstellt am 29. November 2008 um 04:51 | Permanent-Link

    Zu Michael Bürsch hatten wir schon mal was bei netzpolitik.org.

    Lesenswerte Einschätzungen zu Jörg Tauss gibt es bei Christiane Schulzki-Haddouti und Ravenhorst.

  7. Basti
    Erstellt am 29. November 2008 um 13:19 | Permanent-Link

    Thomson (5): Das BKA Gesetz wird nach der gestrigen Bundesratsabstimmung zurück an den Bundestag überwiesen.

    Ich könnte mir schon vorstellen, dass unsere Volksüberwachungsfreunde aus den Wirtschaftslobbyparteien CDU / CSU, FDP und SPD diesmal auf Nr. sicher gehen wollten.

    Womöglich wurde deswegen der Tauss geköpft.

  8. Jay
    Erstellt am 30. November 2008 um 20:58 | Permanent-Link

    Schade, die SPD wird immer armseliger. Tauss ist der einzige Politiker, der ein wenig Ahnung von den Themen rund um die Medienpolitik hatte…

3 Trackbacks

  1. [...] stellvertretenden Sitz im Innenausschuss des Bundestages nieder und wird auch nicht mehr für die Koordination der Datenschutzfragen zur Verfügung stehen. Tauss ist/hat es einer „bürgerlichen“ SPD nicht [...]

  2. Von Telemedicus am 30. November 2008 um 23:13

    Datenschutz kein Thema mehr für die SPD?…

    Ein Kommentar von Christiane Müller.

    Bereits am Freitag berichtete Heise Online vom Aus für Jörg Tauss: Die Spitze der SPD-Fraktion hatte entschieden, dem Sprecher für Medien, Bildung und Forschung das Thema Datenschutz und Informationsfreiheit …

  3. Von 2009: Ei der Tauss! « deliktdenkt am 20. Februar 2011 um 14:42

    [...] Congress. Die SPD leiste sich damit ein Machtgerangel, dass einen der wahrgenommenen Guten kaltstellte. Er muss unbequem gewesen sein, das IFG, das BKA Gesetz überall mischte er mit und das oft gegen [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.