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Spiegel-Online fällt auch auf die US-Telko-Propaganda gegen Netzneutralität herein, und titelt “2010 droht Infarkt des Internets“. Im Artikel findet sich keinerlei Hinweis auf die Kritik und wer hinter der Studie steckt. Schade eigentlich.
Update: Heise auch: Studie: Lahmes Netz 2010. Ich bin manchmal irritiert, wie einfach solche PR-Sachen sind.
Golem verweist auf die FInanziers und ihre Interessen: Kampf um Netzneutralität: Wird das Internet langsam?
Und die Futurezone verweist gleichzeitig auf die Kritik und die Debatte: Horrorszenarien für das Netz.
Ich würde sagen: Bisher hat die Futurezone gewonnen.






Hat sich ja schon bei der Open-Document-Foundation-Sache gezeigt, dass da *einige* nicht ganz nachrecherchieren oder zumindest bestimmte eindeutige Interessenlagen nur mit einem Halbsatz erwähnen.
[...] netzpolitik hat sich angeschaut, wie andere Medien mit der selben Studie [...]
In der Tat gut getimed, diese PR-Maßnahme. Jetzt, wo doch immer mehr amerikanische und kanadische Provider dazu übergehen, den P2P-Datenverkehr - insbesondere BitTorrent - zu drosseln und sich immer mehr Menschen darüber aufregen. Gerade Comcast hat damit ja kürzlich für negative Schlagzeilen gesorgt.
Die Antwort kann zukünftig lauten: “Nein! Wir machen das selbstverständlich nicht im Auftrag der Content-Industrie! Wir müssen das machen, sonst kann keiner mehr richtig surfen, Bankformulare ausfüllen, E-Mails senden usw.”
Wirklich sehr schade, wie unkritisch die renommierten Medien mit dieser Meldung umgehen.
Journalismus funktioniert so: von denen, die gut zahlen oder denen, von denen man sich auch fürderhin wertvolle Informationen erwartet, werden auch die Pressemitteilungen einfach durchgereicht, manchmal macht man in vorauseilender Betriebsamkeit einen Druckertest mit drei Gewinnern vom selben Hersteller oder es gibt gleich das Schmuckstück der kapitalistischen Pressefreiheit: die selbstgetextete Anzeige.
Selbstständige Recherche kennen die doch gar nicht mehr.
Die schreiben doch nur die Pressemeldungen um und veröffentlichen sie dann.
Auf diese Weise kann man schließlich Personal sparen um die Umsätze zu maximieren.
Das die gesamte klassische Deutsche presse mitlerweile von 2-3 großen internationalen Presse agentur Konzernen abhängig ist macht sich genau hier mal wieder bemerkbar.
Die unabängige Berichterstattung wandelt sich immer mehr hin zu einer unselbstständigen platten Standard Berichterstattung die sich an den Vorgaben der Agenturen ausrichtet.
Wäre die Frage, ob Zeitungen etc. teurer werden müssten, damit Redakteure auch dafür bezahlt werden können, mal zu recherchieren. Aber das würde ja wahrscheinlich keiner mitmachen und eher schwinden dann die Leser.
Wie aber sieht dann die Zukunft aus?
Und wenn schon - im Bedarfsfall wird einfach die HTML-Formatierung von eMails unterbunden. Das schafft Bandbreite für die nächsten 20 Jahre ;-)
Ich vermute auch, dass das am enormen Zeitdruck liegt, unter dem die Redakteure stehen. Wenn eine solche Studie zeitgleich überall rauskommt, muss man die schnell haben, vor allem als Online-Medium. Zeit für Recherche ist kostbar … und kann oftmals auch nicht bezahlt werden.
[...] anscheinend gibt es nur einen richtig kritischen bericht dazu und der stammt noch nicht mal aus deutschland: via futurezone.orf.at. [via] [...]
@Christiane: Im Grundsatz ist das leider so. Allerdings: Diese “Studie” ist ja nicht unmittelbar nach ihrem Bekanntwerden in den Onlinemedien gelandet; sie ist ja hier in diesem sowie in anderen Blogs und in amerikanischen Medien schon ein, zwei Tage lang diskutiert bzw. weitergetragen worden. Da sollte dann eigentlich schon Zeit sein, zumindest die große Suchmaschine anzuwerfen. Eine Sache von ein paar Minuten. Damit hat man zwar noch keinen O-Ton von einem unabhängigen Experten, aber kann wenigstens ein bisschen Einordnung leisten.
Auf sz.de sieht die Situation aber besser aus
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