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Das Ende des Internets im Jahre 2010?

von markus um 17:01 am Dienstag, 20. November 2007

In den USA müssten bis zum Jahre 2010 angeblich 55 Mrd Dollar in neue Breitbandkabel investiert werden, damit das Netz die wachsende Datenflut in den Griff bekommt. Alleine Youtube würde 27 Petabyte pro Monat verbrauchen. Schuld sind die Nutzer, die Videos hoch- und runterladen und eigene Inhalte ins Netz stellen. Und wenn jetzt nichts an den politischen Rahmenbedingungen geändert wird, bricht das Internet in drei Jahren zusammen. Das liest man u.a. bei Robert Basic mit Bezug auf US-Medien: Wer bezahlt die Leitungen?

Eine solche Zahl lässt erstmal aufhorchen. Man sollte sie aber hinterfragen. Dann findet man heraus, dass Lobbyorganisationen dahinter stehen, die diese Zahlen ganz bewusst in die mediale Debatte werfen.Man nennt das auch “Astroturfing“. Diese Organisationen werden finanziert von Telekommunikations-Unternehmen, die ein Interesse daran haben, die Kontrolle über das Netz zurück zu gewinnen. Und schon ist man mitten drin in der Diskussion rund um Netzneutralität. In diesem Fall werden die Zahlen genutzt, um von der US-Regierung mehr Steuergelder und vor allem Zugeständnisse beim Abbau von Netzneutralität zu bekommen. Letzteres ist eine der Schlüsselmechanismen für den Erfolg eines offenen Internets: Alle Datenpakete werden gleich behandelt. Ob sie von einem grossen Unternehmen kommen oder von einem kleinen Blogger. Niemand wird diskriminiert. Auch in Deutschland und in der EU haben wir diese Debatte. Aber leider ungleich kleiner als in den USA. Auch bei einem Erhalt der Netzneutralitäts-Prinzipien werden Wege und Geschäftsmodelle gefunden werden, den weiteren Ausbau von Internet-Leitungen zu finanzieren. Man sollte sich daher von dieser Panik-Mache nicht blenden lassen.

Meiner Meinung nach wird auch hier diese Debatte um den Erhalt der Netzneutralitäs-Prinzipien in den nächsten Jahren zunehmen und vermutlich eine der wichtigsten Kämpfe für den Erhalt eines offenen und freien Internets sein.

Save the Internet: Suckered by Astroturf.
Techdirt: Death Of The Internet Greatly Exaggerated (By Those Who Stand To Benefit).

Kommentare

24 Kommentare zu “Das Ende des Internets im Jahre 2010?”

  1. Sven Geggus
    Nov 20th, 2007 @ 17:39

    Das mit 2010 kann vielleicht sogar stimmen. Allerdings sicher nicht wegen verstopften Leitungen, sondern weil bis dahin endgültig alle IPv4 Adressen aufgebraucht sein werden.

    Sven

  2. Yetused
    Nov 20th, 2007 @ 18:36

    Mal davon abgesehen, dass wir in 3 Jahren andere Dinge tun werden, als youtuben. Man hat ja auch mal gedacht, dass die Videokassette das Schulbuch ablöst und der Rollerskate das Schuhwerk.

    Wer weiß was in drei Jahren im Netz en vogue ist? Vielleicht etwas effizienteres, leichteres?

  3. Basic Thinking Blog | wer bezahlt die Leitungen?
    Nov 20th, 2007 @ 23:22

    [...] siehe Netzpolitik und die Annahme, dass es sich bei dieser Meldung um Lobbying handelt. Artikelzusatzinfos 1. Tags: [...]

  4. Ralf Bendrath
    Nov 21st, 2007 @ 1:18

    Netzneutralität auf “gleiche Bandbreite für alle Pakete” zu verengen ist nicht unbedingt sinnvoll. Es gibt doch heute schon QoS, weil VoiP einfach schneller fließen muss als Email. Ich strecke da nicht so drin, aber Milton Mueller hat gerade ein lesenswertes Papier zu Net Neutrality vorgestellt, wo er sich für folgende Definition von NN ausspricht: “universal access to the resources connected to the internet”.

  5. Till Westermayer
    Nov 21st, 2007 @ 12:26

    Selbst die IPv4-Knappheit scheint ja nicht ganz so zu sein, wie sie dargestellt wird.

  6. Chiptuning Blog
    Nov 21st, 2007 @ 13:41

    IPv4 ist schon recht knapp. Bei der steigenden Anzahl der Rechner, die adressiert werden müssen, stößt IPv4 sehr bald an die Grenze.
    Mit IPv6 ist zum Glück genügend Spielraum geschaffen, um zumindest keine Probleme bei der IP Vergabe zu haben!

    grüße

  7. Nerdcore » Links vom 21. 11. 07: New Wave Singles, Star Trek Creatures, MAD Galaxy, Alien Lifeforms und das Ende des Internets
    Nov 21st, 2007 @ 14:22

    [...] Das Ende des Internets im Jahre 2010? In den USA müssten bis zum Jahre 2010 angeblich 55 Mrd Dollar in neue Breitbandkabel investiert werden, damit das Netz die wachsende Datenflut in den Griff bekommt. Alleine Youtube würde 27 Petabyte pro Monat verbrauchen. Schuld sind die Nutzer, die Videos hoch- und runterladen und eigene Inhalte ins Netz stellen. Und wenn jetzt nichts an den politischen Rahmenbedingungen geändert wird, bricht das Internet in drei Jahren zusammen. [...]

  8. Nic
    Nov 21st, 2007 @ 14:28

    Solche “Das Netz ist überlastet”-Diskussionen gibt wahrscheinlich schpm, seit es das Internet gibt. Ich kann mich erinnern, dass es 1996 (!) hieß, das Internet würde in 2-3 Jahren zusammenbrechen, wegen der ganzen Pornofotos. Heute sinds halt Youtube-Videos… Also alles schon mal gehabt und wahrscheinlich wirklich eher Netzpolitik als Realität.

  9. Spannungsraum » Blog Archiv » Netzneutralität-Debatte überflüssig - denn Internet in zwei Jahren weg
    Nov 21st, 2007 @ 14:31

    [...] Ernsthaftere Hintergründe gibt es u.a. bei Netzpolitik. [...]

  10. netzpolitik.org: » Spiegel Dir Deine Meinung » Aktuelle Berichterstattung rund um die politischen Themen der Informationsgesellschaft.
    Nov 21st, 2007 @ 16:32

    [...] fällt auch auf die US-Telko-Propaganda gegen Netzneutralität herein, und titelt “2010 droht Infarkt des Internets“. Im Artikel findet sein keinerlei [...]

  11. Spiegel: Aufmacher mit Lobby-Studie « Das Textdepot
    Nov 21st, 2007 @ 17:02

    [...] Richtig, bei netzpolitik zum Beispiel: “Man sollte sie aber hinterfragen. Dann findet man heraus, dass Lobbyorganisationen dahinter stehen, die diese Zahlen ganz bewusst in die mediale Debatte werfen.Man nennt das auch “Astroturfing“. Diese Organisationen werden finanziert von Telekommunikations-Unternehmen, die ein Interesse daran haben, die Kontrolle über das Netz zurück zu gewinnen. Und schon ist man mitten drin in der Diskussion rund um Netzneutralität. In diesem Fall werden die Zahlen genutzt, um von der US-Regierung mehr Steuergelder und vor allem Zugeständnisse beim Abbau von Netzneutralität zu bekommen.” [...]

  12. Watchblog - Kritische Medienbeobachtung
    Nov 21st, 2007 @ 23:07

    Lobbystudie unkritisch widergegeben…

    Auf der Datenautobahn könne es sich bald stauen, wenn das Netz nicht ausgebaut werde, schreibt Matthias Kremp in einem Aufmachertext (via Textdepot, 21.11.2007) auf Spiegel Online (21.11.2007). Zu diesem Ergebnis komme eine aktuelle US-Marktforschungs….

  13. Gerrit van Aaken
    Nov 22nd, 2007 @ 13:11

    Die können von mir aus auch gerne wieder raus. Die Videos aus dem Netz. Ist eh nur Zeitfresserei. Okay, das ist vielleicht polemisch. Aber wenn es technisch nicht anders machbar ist, verzichte ich persönlich gerne freiwillig auf Youtube, solange Texte und Fotos flutschen.

  14. .: cipha.net » spiegel.de=bild.de II
    Nov 22nd, 2007 @ 13:46

    [...] von netzpolitik.org nahm ebenso am dienstag dazu stellung: “das ende des internets im jahr 2010″. diese kritik sollte eigentlich [...]

  15. Video. Weil es geht. | Medienrauschen, das Medienweblog
    Nov 22nd, 2007 @ 21:30

    [...] schickt im Monat rund 27 Petabyte durch die Leitungen des World Wide Web. Und wird damit zur angeblichen Gefahr der [...]

  16. Tod des Internets für 2010 prognostiziert » Beitrag » Basis Denken
    Nov 23rd, 2007 @ 15:38

    [...] Ende des Internets im Jahre 2010 [...]

  17. Torsten
    Nov 23rd, 2007 @ 19:25

    Was mir irgendwie fehlt ist eine Entgegnung in der Sache. Nur weil eine Lobbygruppe eine Krise verkündet bedeutet ja nicht, dass überhaupt kein Problem vorhanden ist.

  18. EA PLAY » Blogschau #22: 112
    Nov 26th, 2007 @ 14:59

    [...] Waaaas? Das Internet steht kurz vor einem Herzinfarkt? 2010 sind die Schlagadern akut von Embolien bedroht? 55 Mrd. Dollar müssten allein in den USA in neue Breitbandkabel investiert werden um der wachsenden Datenflut Herr zu werden? [...]

  19. 2010 droht Kollaps des Internets : Klatsch und Tratsch
    Dez 20th, 2007 @ 21:02

    [...] Denn die Nachfrage nach Bandbreite steigt schneller, als die Netze ausgebaut werden. Mehr Contra [...]

  20. netzpolitik.org: » Jahresrückblick 2007 » Aktuelle Berichterstattung rund um die politischen Themen der Informationsgesellschaft.
    Dez 24th, 2007 @ 23:34

    [...] In den USA müssten bis zum Jahre 2010 angeblich 55 Mrd Dollar in neue Breitbandkabel investiert werden, damit das Netz die wachsende Datenflut in den Griff bekommt. Alleine Youtube würde 27 Petabyte pro Monat verbrauchen. Schuld sind die Nutzer, die Videos hoch- und runterladen und eigene Inhalte ins Netz stellen. Und wenn jetzt nichts an den politischen Rahmenbedingungen geändert wird, bricht das Internet in drei Jahren zusammen… Wirklich? [...]

  21. TTmann.com » Post Topic » supger-gau im internet?
    Feb 4th, 2008 @ 19:08

    [...] deutlich wie instabil die infrastruktur des internets ist. erschreckend ist auch das damit diese meldung oder diese, wo es heißt das das internet spätestens 2010 zusammenbrechen wird weil die [...]

  22. Alles hat ein Ende nur das Internet hat 57.700 « Marsvogel’s Blog
    Feb 16th, 2008 @ 18:50

    [...] 2010 soll das Internet am “Ende” sein Über den Internet-Geist [...]

  23. Andreas Kirsch
    Mrz 20th, 2008 @ 11:36

    Das Internet wird angeblich wegen der wachsenden Datenflut
    zusammenbrechen.

    Was für ein Schmarrn. Die zur Verfügung gestellten Daten
    haben direkt gar keinen Einfluss auf den Traffic im
    Internet, sondern die user die diesen Traffic verursachen.

    Der Upload und Download von Videos wird bald sowieso
    Vergangenheit sein. An diesem Traffic ist ausschliesslich
    die Unterhaltungsindustrie schuld die zu stringente
    Copyrights durchgedrückt hat.

    Jetzt wird halt alles einfach nachgeholt - bald ist
    dieser Spuck vorbei.

    Das Internet wird niemals zusammenbrechen, es sei denn
    das Verbrecherimperien erschaffen in Zusammenarbeit mit dem CIA irgendwelche Terroristen die den Traffic explodieren
    lassen.

    Ja - alles natürlich gegen das Gesetz (in Europa ist es
    das Cyber-Law). Aber wenn es ums Geld geht ist alles
    legal.

  24. Das Ende des Internets: Wird es sowas einmal geben? « Tag4Tag
    Jul 23rd, 2008 @ 13:21

    [...] PS: Die Anderen berichten auch darüber: Netzpolitik [...]

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