Kein Copyright

  • : Buch: „Kein Copyright“ von Joost Smiers und Marieke van Schijndel
    Buch: „Kein Copyright“ von Joost Smiers und Marieke van Schijndel

    In Auseinandersetzungen um bestehende gesellschaftliche Institutionen gibt es neben unterschiedlich gerichteten Reformbestrebungen häufig auch abolitionistische Positionen. Erfolgreich waren diese beispielsweise im Fall der Sklaverei, weniger erfolgreich im Bereich der globalisierungskritischen Bewegung hinsichtlich der Abschaffung von IWF und WTO. Und auch im Streit um die Ausgestaltung des Urheberrechts gibt es eine wachsende Minderheit von Verfechtern einer Totalabschaffung des Urheberrechts.

    In den USA sind es vor allem libertäre Ökonomen wie Michele Boldrin, Kevin Levine oder Stephan Kinsella, die geistiges Eigentum als staatlich geschaffenes Monopolrecht prinzipiell ablehnen. Ihr beim renommierten Cambridge University Press Verlag erschienenes Buch zum Thema nennen Boldrin und Levine deshalb auch konsequenterweise „Against Intellectual Monopoly“. In der deutschen Urheberrechtsdebatte spielten derart radikale Positionen abgesehen von einem SpOn-Gastbeitrag des Bloggers Michael Seemann (@mspro) bislang keine Rolle. Mit der Übersetzung der Streitschrift „No Copyright“ der niederländischen Politik- bzw. Medienwissenschaftler Joost Smiers und Marieke van Schijndel könnte sich das ändern.

    18. Juni 2012 11