Comi
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: Es ist 1996 heute bei der Europäischen Normung
: Es ist 1996 heute bei der Europäischen Normung Bald dürfen Behörden in öffentlichen Ausschreibungen sogar Webformate wie HTML erwähnen. Das Europaparlament hat die Reform der Europäischen Normung verabschiedet. Das Dossier der jungen italienischen Abgeordneten Lara Comi (EVP) erhielt 639 von 676 Stimmen Stimmen in erster Lesung. Die bisherigen Regeln für die Normung stammten zum Teil noch aus den 80er Jahren.
Bislang dürfen Behörden nur offizielle Normen in Beschaffungsaufträgen erwähnen. Viele „Standards“ für das Netz kommen aber von Konsortien wie dem W3C statt von Normungsinstituten wie DIN, CEN und ETSI. Demnächst erhalten die digitalen Formate von Konsortien den europäischen Status einer „anerkannten IKT Spezifikation“. Die Hürden zur Anerkennung sind niedrigschwellig. Erstens sollen die Anforderungen aus dem Abkommen über technische Handelshemmnisse der Welthandelsorganisation erfüllt sein. Zweitens dürfen die Formate sogar patentiert werden, sofern die Lizenzbedingungen „fair, angemessen und nicht-diskriminierend“ (FRAND) bleiben. Diese Hürden nimmt fast jedes übliche Digitalformat seit Mitte der 90er Jahre spielend.
Einen besondereren Rang für gebührenfreie offene Formate sieht Straßburg leider nicht vor. Die Behörden der Mitgliedstaaten dürfen natürlich weiterhin ihre Datenformate für das eGovernment ambitionierter evaluieren (z.B. mit SAGA in Deutschland) oder gesetzlich höhere Anforderungen hinsichtlich Offenheit bzw. Vereinbarkeit mit quelloffenen Lösungen stellen (z.B. in Portugal). Außerdem wünschen die Europaparlamentarier eine bessere Mitsprache für kleine und mittlere Unternehmen bei der Europäischen Normung. Durch mehr Online-Techniken soll die Normungsarbeit zügiger und breiteren Kreisen zugänglich werden.
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: Offene Standards: Webversteher gesucht in Brüssel
: Offene Standards: Webversteher gesucht in Brüssel Gäbe es eine Sagengestalt des Binnenmarktes, so wäre es Witege. Zwölf Räuber, die Wegezoll nehmen, und von ihm „Waffen und Kleid“ zu lassen fordern, erschlägt der Nibelungenheld. Witege hat Prinzipe. Statt den Wegezoll in Zukunft selbst zu kassieren, läßt er die Burg schleifen und gibt die Straße frei.
Der Instinkt von Beamten der EU-Kommission ist weniger darauf gerichtet, die Freiheit des Webs für die Bürger zu bewahren, als vielmehr das lukrative Geschäftsmodell der digitalen Wegelagerer zu fördern. Im Europaparlament liegt ein Kommissionsentwurf zur Standardreform zur Beratung. Ausgerechnet der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) möchte nun IT-Spezifikationen offiziell anerkennen lassen, bei denen Patente „fair, reasonable and non-discriminatory“ (FRAND) lizenziert sind. Das bedeutet, jeder muss für ihre Nutzung eine Lizenz von einem Patentbesitzer erwerben.