Auch der tote Papst ist in China unerwünscht. Alle Online-Berichte über seinen Tod inkl. Würdigungen und Gebete werden seit Montag durch die „grosse Internet-Mauer“ gefiltert und zensiert.
Begründung:
„Religiöse Themen sind eine Besonderheit. Wir befürchten Probleme“, sagte ein Verantwortlicher in Peking.
Dazu passend ist auch noch ein heute bei dw-online erschienener Artikel über die Zensur von Hochschulforen in China.
Update:
Der Futurezone-Artikel bezieht sich auf eine Meldung der Nachrichtenagentur AP, die im englischen dieselben Informationen enthält. Im Futurezone-Forum widerspricht allerdings eine Person vehement diesen Berichten und ist der Meinung, dass keine Zensur des Papst-Todes in China erfolgt.
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Ein Kommentar zu „Toter Papst in China unerwünscht“
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[…] Der Tod des Papstes war ein Medienereignis, ebenso die Trauerfeier und die internationalen Gäste. Thematisch allerdings kam hierzulande zu kurz, dass der Vatikan einzige Staat in Europa ist, mit dem Taiwan offizielle diplomatische Beziehungen pflegen kann. So spült die Berichterstattung auch internationale Verstimmungen in die Presse, die sonst unerwähnt bleiben, während in China wie gewohnt selektiert wird. Die aufgeschlagenen Wellen in China, die offizielle Verweigerung und zaghaft angedeute Verbesserung der Beziehungen waren eben nicht der ganze Kuchen. Europa spricht mit einen blinden Auge und der immer noch weiter steigerungsfähigen Wirtschaftsbeziehungen zum dicksten Wachstumsmarkt der Welt nach dem Munde, und mit der Stimme der “Ein-China-Politik”, was die Bevorzugung der VR China zu Ungunsten der Anerkennung Taiwans meint und auch transatlantisches Konfliktpotenzial in sich bergen kann. An etwas überraschender Stelle wird die höhere Schule dauerhafter diplomatischer Spannung zwischen der Volksrepublik China und der (demokratischen) Republik China Taiwan ziemlich gut zusammengefasst, in der Financial Times Deutschland: China entsendet keinen Vertreter nach Rom […]
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