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Web2Expo Berlin

Gerade läuft in Berlin die Web2Expo von O´Reilly. Würde ja gerne mehr bloggen, aber in der Regel funktioniert das Netz nicht wirklich. Schade eigentlich, vor allem für eine Konferenz, die sich mit dem Internet beschäftigt. Aber eigentlich gibt es nicht soviel zu bloggen. Hauptsächlich gibt es hier Produkt- und Firmenpräsentationen. Oder Redner präsentieren die Thesen…

  • Markus Beckedahl

Gerade läuft in Berlin die Web2Expo von O´Reilly. Würde ja gerne mehr bloggen, aber in der Regel funktioniert das Netz nicht wirklich. Schade eigentlich, vor allem für eine Konferenz, die sich mit dem Internet beschäftigt. Aber eigentlich gibt es nicht soviel zu bloggen. Hauptsächlich gibt es hier Produkt- und Firmenpräsentationen. Oder Redner präsentieren die Thesen ihres eigenen Buches. Was auch wieder mehr oder weniger eine Produktpräsentation ist. Insgesamt ist das hier alles sehr US-Showmässig. Kommt bei den meisten Europäern aber irgendwie nicht gut an. Man denkt sofort immer an schlechte Talkshows im Fernsehen. Die Keynote von Tim O´ Reilly gestern war auch etwas komisch. Als Kernmessage habe ich nur mitgenommen: „Privacy is dead – damit kann man prima Geschäfte machen“. Den Rest kannte ich schon.

Aber ich will mich nicht wirklich beschweren, da ich keinen Eintritt gezahlt habe. Eigentlich kostet die Konferenz mehr als 1000 Euro Eintritt. Ich hab aber erst zwei Menschen getroffen, die tatsächlich eine Karte käuflich erworben haben. Der Rest hat Freikarten bekommen, um die Hallen zu füllen. So trifft man wenigstens viele nette Menschen, denen es ähnlich geht.

Wer eine Karte erworben hat, beschwert sich etwas mehr über das Essen. Es gibt hier Lunchpakete, die aus einem kleinen Wasser und trockenen Sandwiches bestehen. Die Aussteller der Web2Expo hab ich erstmal nicht gefunden.Es gibt zwar einige grössere Stände von grösseren Unternehmen, aber die sind auf einer anderen Messe über Netzwerk-Technologie in derselben Halle.

Überhaupt etwas finden ist die grösste Herausforderung. Die Messe Berlin gehört eigentlich abgerissen und neu aufgebaut. Ständig irrt man hier zwischen den Gebäuden, Etagen und Hallen herum, um Veranstaltungen zu finden. Usability und Nutzerzufriedenheit sieht anders aus. Und schnell ist man genervt von fehlenden Schildern und irreführenden Wegbeschreibungen. Und man fühlt sich ständig wie auf einer Schnitzeljagd durch unsympathisch wirkende Messehallen und Treppenhäuser auf der Suche nach was spannendem. Und vielleicht funktionierendem Netz. Und Steckdosen. Im Pressecenter gibt es wenigstens funktionierendes Netz. Man muss nur mal alle Verschlüsselungsmöglichkeiten ausprobieren. Die Klimaanlage ist übrigens tödlich. Da hat man keine Lust,länger in einem Raum zu bleiben.

Ich fahr gleich wieder. Einerseits ist ja die Demonstration am Reichstag, andererseits: Was soll ich auf einer Internetkonferenz ohne Netzzugang und Steckdosen? Und im Pressecenter gibt es zwar Freibier, aber wohlfühlen tut man sich hier nicht. Mal schauen, ob ich hier überhaupt den Ausgang finde…

Morgen gebe ich der Konferenz nochmal eine Chance. Ich bin ja froh, dass es anderen ähnlich geht.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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8 Kommentare zu „Web2Expo Berlin“


  1. augenbar

    ,

    Überhaupt scheint die Konferenz mäßig zu sein, gerade inhaltlich: heise berichtet vom Albtraum deutscher Datenschützer, wenn Tim O’Reilly davon berichtet, dass Banken, Mobilfunkprovider und andere ihre Kundendaten für stärkere Personalisierung nutzen sollten. Wo lebt der denn? Muss eine kulturelle Evolution dorthin führen? Liest sich wie die böseste Distopie… ich falle vom (eher schwach ausgeprägten) Web 2.0‑Glauben ab. So habe ich mir das nicht erträumt.


  2. Irgendwie ging es mir heute aehnlich: http://klisch.net/?p=688


  3. […] dieser traurigen Bilder, dieser ernüchterten Zeilen, dieser vernichtenden Kritik und diesem Einblick in die kafkaeske Organisation kann man sich ja […]


  4. […] von DiplIX auf IpernityAngesichts dieser traurigen Bilder, dieser ernüchterten Zeilen, dieser vernichtenden Kritik und diesem Einblick in die kafkaeske Organisation kann man sich ja […]


  5. […] Weil es nicht immer funktionierendes Netz gibt und kaum Steckdosen. Und tödliche Klimaanlagen. […]


  6. […] wichtiger als der Inhalt des Kongresses. Nachzulesen zum Beispiel beim Hauptstadtblog, bei Netzpolitik oder bei Thomas […]


  7. […] Zum Glück gab es scheinbar – statt WLAN – nette Menschen, mit denen man sich unterhalten und Socialising betreiben konnte. Auch die Kommentare vieler anderer Teilnehmer sind nicht besonders positiv, siehe z.B. hier, hier und hier. […]

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