Opt-Out-AnleitungSo verhinderst du, dass LinkedIn mit deinen Daten KI trainiert

Das Karrierenetzwerk LinkedIn will mit Nutzer*innendaten generative KI-Werkzeuge trainieren. Wir zeigen, wie man das dem Unternehmen verbieten kann.

  • Martin Schwarzbeck
Auf einem Telefon ist die LinkedIn-App angezeigt.
Die Erlaubnis zum KI-Training ist bei LinkedIn voreingestellt. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / Zoonar

Was steht im Lebenslauf, wer postet was, wer sucht schon wie lange einen Job? Die Social-Media-Plattform LinkedIn hat sehr aufschlussreiche Informationen über ihre Nutzer*innen. Normalerweise lässt sich einstellen, wer was sehen darf, aber eine Nutzerin bekommt demnächst Zugang zu vielen vorhandenen Datensätzen: die hauseigene Künstliche Intelligenz, die automatisiert Inhalte erstellen soll. Die wird ab dem 3. November mit Informationen der Nutzer*innen gefüttert.

Nicht zu diesen Informationen gehören laut einer Infoseite private Nachrichten oder Inhalte von minderjährigen Nutzenden. Wer volljährig ist und das KI-Training deaktivieren möchte, muss jetzt tätig werden. Dem Unternehmen diese Verwendung der eigenen Daten zu verbieten, geht so: Wer sich mit einem Browser in seinen Account einloggt, findet auf der Profilseite ganz unten den Link zu „Konto und Datenschutz verwalten“. Dort, in den Profileinstellungen, gibt es den Reiter „Datenschutz“ und unter „So verwendet LinkedIn Ihre Daten“ die Einstellung „Daten zur Verbesserung generativer KI“. Die ist standardmäßig auf „Ein“ gestellt, lässt sich aber mit einem Klick deaktivieren.

Noch mehr Wege, persönliche Informationen vor LinkedIn zu schützen

Die KI soll etwa Arbeitgeber*innen dabei unterstützen, mit Job-Kandidat*innen in Kontakt zu kommen und Nutzer*innen bei Profilaktualisierungen, Nachrichten und Beiträgen helfen. Sie lässt sich auch verwenden, wenn man LinkedIn die Erlaubnis zur Datennutzung zum KI-Training eintzogen hat.

LinkedIn beruft sich bei dem KI-Training auf ein berechtigtes Interesse nach DSGVO. Bei bestimmten Änderungen der Nutzungsbedingungen, beispielsweise wenn ein neues Produkt eingeführt wird, will LinkedIn die Nutzer*innen künftig nicht mehr vorab über die Änderung informieren. Gleichzeitig verkündete das Unternehmen auch, dass es zu Werbezwecken künftig mehr Daten an die Muttergesellschaft Microsoft weitergeben will. Unter dem Reiter „Anzeigendaten“ in den Profileinstellungen lässt sich angesichts verschiedener Datenarten festlegen, dass LinkedIn diese künftig nicht mehr zum Ausspielen personalisierter Werbung nutzen darf.

Über die Autor:innen

  • Martin Schwarzbeck
    Darja Preuss

    Martin ist seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org. Er hat Soziologie studiert, als Journalist für zahlreiche Medien gearbeitet, von ARD bis taz, und war lange Redakteur bei Berliner Stadtmagazinen, wo er oft Digitalthemen aufgegriffen hat. Martin interessiert sich für Machtstrukturen und die Beziehungen zwischen Menschen und Staaten und Menschen und Konzernen. Ein Fokus dabei sind Techniken und Systeme der Überwachung.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Signal: yoshi.42042


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6 Kommentare zu „So verhinderst du, dass LinkedIn mit deinen Daten KI trainiert“


  1. DasGegenteilVonDumm

    ,

    Weder Instarotz noch LinkedIn benutzen, wie wäre es damit?

    Oh man.…


    1. Synapsenkitzler

      ,

      Oder einfach das linked.in Konto löschen (meins war z.B. seiit Jahren ungenutzt):
      https://www.linkedin.com/help/linkedin/answer/a1379064/ihr-konto-loschen?lang=de

      Siehe auch mehr Details: https://digitalcourage.social/@synapsenkitzler/115235489084145017


    2. Oh… äh, der Artikel behandelt allerdings das Post-Mortem-Szenario. War Ihnen das klar?


  2. KI ~ Palantir ~ KI

    ,

    Wir freuen uns Eure Daten zu verarbeiten
    Ein Happen von da, ein Happen von dort

    Muh’haha’ha!
    Hust


    1. Nein sorry. SO läuft Palantier wohl nicht. Palantier mag zwar seine Langfinger auch im Datengeschäft haben, aber das GOV-Geschäft läuft on-premises.

      Was macht es also neben der Grundfunktion potentiell böse? Die Anreize. Die Kapabilitiät und die vorhandenen bzw. lieferbaren Schnittstellen, die für allerlei Bereiche getestet und funktional sind. Dazu die wirksamen Mitspieler, die Aktien im Datenhandel und Verarbeitungsgeschäft haben, gleichzeitig Entscheidungen unser Regierenden beeinflussen. Der Hunger nach wirksamkeit, eindlich nicht mehr eingeschränkt zu sein, Erfolge vermelden zu können.

      (Funktionalität muss nicht böse sein, es geht um das Böse. Die Gesetze anpassen und Daten einfüttern tun die jew. Regierenden. Palantir sieht bei minimaler Kompetenz derer nichts davon, außer Valuta oder so.)

      (Teuflisch böse? Bitteschön: die Datenhengste reichen sich die Hand im Kreise, mit Ermittlern und Feedback über Effekte von Ermittlern, also zumindest in den Datenscheißräumen, aka Internet, gibt es indirekt Feedback. Hinzu kommt die Beteiligung so einiger, wie indirekt auch immer, an systematischen Beeinflussingskampagnen, hochpräzisem Tracking und Targeting von „just ads“ bis Raketen.)


  3. anonym

    ,

    Hey Netzpolitik-Team,

    ich bin auf https://browsergate.eu/executive-summary/ gestoßen, wo es um LinkedIn geht, was scheinbar „eine groß angelegte, weltweite und illegale Spionageaktion auf jedem Computer, der die Website besucht.“ betreibt, habe aber von euch noch keinen Artikel darüber gefunden. Könnt ihr was dazu sagen/schreiben?

    Viele Grüße
    anonym

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