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Leo Fischer wirft Atombombe auf den Twitter-Account des Zeit-Magazins

Satire darf dann doch nicht alles. Das Zeit Magazin stoppt die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Titanic-Chefredakteur.

  • Markus Reuter
– Gemeinfrei: United States Department of Energy

Wer dem ehemaligen Titanic-Chefredakteur Leo Fischer seinen Twitter-Account überlässt, sollte sich nicht wundern, wenn der dann genau die Grenzen von Satire auslotet. So geschehen beim Zeit-Magazin, das in einem Experiment Prominenten für eine Woche den Account für eine „Twitter-Kolumne“ überlässt.

Fischer verkündete über den Zeit-Account heute den Tod von Ex-Fußballer Mehmet Scholl und eine Atomexplosion im nordkoreanischen Pjöngjang.

Daraufhin intervenierte hochempört ausgerechnet der Online-Chefredakteur der „Bild“ und Geheimdienst-Fan Julian Reichelt. Das Zeit-Magazin entzog dem Satiriker den Account wieder, löschte die Tweets und begründete den Schritt damit, dass die Tweets nicht mit den Standards des Mediums vereinbar seien. Es twittere nun wieder die Redaktion des Zeit Magazins.

Das Beispiel zeigt, dass Influencer Marketing, also der Einsatz von reichweitenstarken Persönlichkeiten zur Stärkung der eigenen Marke, schnell an Grenzen stoßen kann.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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10 Kommentare zu „Leo Fischer wirft Atombombe auf den Twitter-Account des Zeit-Magazins“


  1. 07.08.: Fischer übernimmt den Account @ZEITmagazin
    10.08.: „Fischer verkündete über den Zeit-Account umgehend den Tod von Ex-Fußballer Mehmet Scholl und eine Atomexplosion im nordkoreanischen Pjöngjang.“

    „Das Beispiel zeigt, dass Influencer Marketing, also der Einsatz von reichweitenstarken Persönlichkeiten zur Stärkung der eigenen Marke, schnell an Grenzen stoßen kann.“

    Interessant wäre jetzt zu wissen, wie viele Follower der Account am 07.08. hatte und wie viele jetzt.


    1. Markus Reuter

      ,

      Ich habe das Wort „umgehend“ durch „heute“ ersetzt. Danke für den Hinweis. Was die Follower angeht, hat die Aktion offenbar 500 neue Follower gebracht, sagt das Analysetool Social Bakers.


  2. ich denke nicht, dass das Zeit Magazin mit Satire ein Problem hat, sondern eher mit der aktuellen Fake-News Debatte nicht von der Masse in Einklang gebracht werden will. Ich finde die Aktion von Leo ganz gut. Nicht ganz originell, trotzdem für eine Diskussion anregend.


    1. Ganz ehrlich: was war an den tweets ueber Scholl oder Pjoengjang denn Satire? Das waren platte Skandalversuche eines abgehalfterten Ex-Redakteurs, das kann jeder Praktikant besser.


      1. das war satire weil scholl ist ja in wirklichkeit gar nicht tot und der atomkrieg wurde auch erst mal verschoben. wer seine nachrichten nur von einem einzigen kanal auf twitter bezieht, ist selber schuld. meine meinung


        1. Dann waere es bestimmt auch Satire, wenn der offizielle twitter Account der Zeit vermeldet haette, dass Du wegen Kindesmissbrauchsverdacht festgenommen wurdest, natuerlich mit vollem Klarnamen?

          Kann man bestimmt einen total witzigen satirischen Kontext zu aehnlichen Faellen konstruieren, und wer seine Nachrichten nur von einem einzigen Kanal auf twitter bezieht, ist selber Schuld. Deine Meinung.


          1. Satire haengt auch ein Stueck weit davon ab, dass man sie als solcher erkennen kann. Der Postillon kann andere Dinge schreiben als Die Zeit.

            An Stelle der Zeit haette ich Leo Fischer auch rausgeworfen, und ich bin kein Fan der Zeit.


          2. Nur weil jemand wie du Satire nicht als solche erkennt, (alle Umstände, wie es überhaupt zu solch einer Meldung im Namen der „Zeit“ kommen kann sind ja Teil des Gesamten und köstlich serviert,nur halt nicht mehr lustig,wenn man es erklären muss…) ist es doch lächerlich,die Karte mit dem Kindesmissbrauch zu ziehen.…stell dir vor, Blabla,du und deine Kinder, Blabla.…im Übrigen vielleicht doch gar keine Satire,sondern ein banaler Schreibfehler mit dem Mehmet…sollte nämlich „hirntot“ heißen.…zumindest zeitweise muss er es gewesen sein.


  3. schlossbl

    ,

    Naja, hat nicht die ZEIT vor ein paar Monaten noch eine ihrer Ausgaben der Satirefreiheit anlässlich eines Extra3 Liedes gewidmet? Dass die jetzt bei sowas einknicken ist schon enorm peinlich.


  4. Netz-DG; heavy breathing.

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