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Schon wieder Innovationen verschlafen?

Verschläft die Musikbranche den nächsten Trend? Podcasts kommen immer mehr in Mode und könnten das herkömmliche Broadcasting-Modell revolutionieren. Jeder kann Radioshows anbieten und über RSS und MP3 vertreiben. Ja, wenn es da nicht die „Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL)“ geben würde. Die ist nämlich nicht darauf vorbereitet, dass Bürger eigene Radioshows machen wollen und…

  • Markus Beckedahl

Verschläft die Musikbranche den nächsten Trend? Podcasts kommen immer mehr in Mode und könnten das herkömmliche Broadcasting-Modell revolutionieren. Jeder kann Radioshows anbieten und über RSS und MP3 vertreiben. Ja, wenn es da nicht die „Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL)“ geben würde. Die ist nämlich nicht darauf vorbereitet, dass Bürger eigene Radioshows machen wollen und dafür auf „normale“ Musik zurückgreifen und Künstler kompensieren wollen. Johnny von Spreeblick hatte mal angefragt, wie teuer es denn sei. Und die Netzeitung berichtet darüber:

Johnny Häusler von der Blogger-Site «Spreeblick» wollte ein solches Musik-Podcast anbieten und bekam prompt eine Abfuhr von der GVL. Man habe ihm mitgeteilt, so Häusler, dass er keine entsprechenden Abgaben für sein MP3-Radio abführen könne. «Gleichzeitig wies man mich daraufhin, dass ich illegal handeln würde, wenn ich nicht jedem Einzelnen die Verwertung vergüte», so Häusler. Wollte «Spreeblick» also ein Musik-Podcast anbieten, müsste sich Häusler zuvor mit einem einzelnen Musikverlag einigen.

Aber das verschlafen neuer Trends ist auch eine Chance für andere: Lieder, die unter den Creative Commons lizenziert sind, können für Podcasts und Internetradios genutzt werden, ohne Bürokratie und Verbote.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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