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Global South Climate DatabaseKlima-Expertise aus dem Globalen Süden sichtbar machen

Eine neue Datenbank soll das Fachwissen von Klima-Expert:innen aus dem Globalen Süden in den Medien sichtbarer machen. Interessierte finden dort Hunderte Expert:innen, aufgeschlüsselt nach Sprache, Schlagworten und Fachgebiet – darunter digitale Transformation und KI.

  • Daniel Leisegang
Ausgedörrter Erdboden und ein Screenshot der Global South Climate Database
Alle Experten in der Datenbank sind Staatsangehörige von mindestens einem Land des globalen Südens. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / VWPics

Klima-Expert:innen aus dem Globalen Süden sind in Wissenschaft und Medien deutlich unterrepräsentiert. Dabei sind die Regionen dort meist weitaus stärker von den Folgen der Klimakrise betroffen als im Globalen Norden. Um die große Repräsentationslücke zu schließen, haben Carbon Brief und das Oxford Climate Journalism Network eine Datenbank ins Leben berufen, die Global South Climate Database. Sie soll es Journalist:innen erleichtern, vielfältigere Quellen für ihre Berichterstattung zu finden.

Das Oxford Climate Journalism Network gehört zum Reuters-Institut, einer Forschungseinrichtung der Universität Oxford. Carbon Brief ist ein britisches Online-Magazin, das über die Klimakrise berichtet.

Die Repräsentationslücke schließen

Ein Beispiel für die fehlende Repräsentation von Expert:innen aus dem Globalen Süden bietet die „The Reuters Hot List“ der 1.000 „einflussreichsten“ Klimawissenschaftler:innen. Das Ranking beruht vor allem an der Zahl der akademischen Veröffentlichungen und des Engagements der Expert:innen in den sozialen Medien.

Knapp drei Viertel der in der Liste aufgeführten Personen sind in europäische oder nordamerikanische Institutionen eingebunden. Zugleich finden sich darauf gerade einmal fünf afrikanische Wissenschaftler:innen. Und nur gut zehn Prozent der 1.000 Expert:innen sind weiblich.

Die neue Datenbank ist öffentlich zugänglich und durchsuchbar. Schon jetzt enthält sie mehr als 400 Klimawissenschaftler:innen und ‑expert:innen, die aus 80 verschiedenen Ländern weltweit kommen und mehr als 50 Sprachen sprechen.

Das Fachwissen der Expert:innen handelt etwa von Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs oder tropischer Meteorologie, aber auch von digitaler Transformation, Künstlicher Intelligenz und angewandter Computermathematik. Um selbst Teil der Datenbank zu werden, können Expert*innen aus dem Globalen Süden ein Online-Formular ausfüllen.

Über die Autor:innen

  • Daniel Leisegang
    Darja Preuss

    Daniel ist Politikwissenschaftler und Co-Chefredakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Gesundheitsdigitalisierung, Digital Public Infrastructure und die sogenannte Künstliche Intelligenz. Daniel war einst Redakteur bei den "Blättern". 2014 erschien von ihm das Buch "Amazon – Das Buch als Beute"; 2016 erhielt er den Alternativen Medienpreis in der Rubrik "Medienkritik". Er gehört dem Board of Trustees von Eurozine und dem Kuratorium der Stiftung Warentest an.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Bluesky, Threema ENU3SC7K, Telefon: +49-30-5771482-28‬ (Montag bis Freitag, jeweils 8 bis 18 Uhr).


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