Was vom Tage übrig blieb

Datenschutz, Datenschmutz und digitale Fließbandarbeit

Facebook schaut in indische Gesundheitsdaten, die US-Wettbewerbsbehörde schaut in Facebooks Firmenübernahmen und süddeutsche Schüler:innen schauen beim Datenschutz in die Röhre. Die besten Reste des Tages.

Aussicht von der Sonnenterrasse des netzpolitik.org-Firmenferienheims (Symbolbild)

Sprechen wir über Computer (Datenschmutz)
Datenschmutz, die Datenschutzgruppe der Roten Hilfe Heidelberg, veröffentlicht gesammelte Beiträge aus der Serie „get connected“ der Zeitung der Roten Hilfe. Bekannt für Ihren Auskunftsgenerator, mittels dem ohne viel Aufwand Selbstauskünfte an Polizei und Geheimdienste erstellt werden können, arbeitet das Kollektiv seit fast 20 Jahren an Aufklärung rund um technische Überwachung und die Gegenmaßnahmen. Das EPUB kann frei heruntergeladen werden. Viel Spaß beim Lesen!

Schule digital: (K)ein Platz für Microsoft (heise.de)
Seit März sind die Schulen teilweise oder ganz dicht. Fünf Monate, in denen man sinnvolle Lösungen für digitalen Unterricht hätte auf dem Weg bringen können. Stattdessen enden nun in Baden-Württemberg und Bayern die Sommerferien und für den digitalen Unterricht setzen Schulen auf Microsoft-Produkte wie die Videokonferenzplattform Teams. Eltern sind alarmiert, stehen aber auch unter Druck, nicht den Videounterricht für ganze Klassen zu behindern.

Zuckerberg interviewed by FTC as part of antitrust probe into Facebook (Politico)
Im Zuge einer kartellrechtlichen Untersuchung hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vor der Federal Trade Commission, der US-amerikanischen Wettbewerbsbehörde ausgesagt. Die Behörde untersucht die Übernahmen von Instagram und WhatsApp durch den Konzern. Immer wieder gab es Berichte, Zuckerberg habe Konkurrenten, die ihre Firmen nicht verkaufen wollten, gedroht, ihre Dienste einfach zu kopieren. Insider erklären, die Befragung sei aber nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass Facebook eine Klage bevorsteht.

Verkaufte Daten, digitale Fließbandarbeit und Regierungstreue: Die Welt der indischen Gesundheits-Apps (1E9)
Facebook weiß, wie oft du in der letzten Wochen Kuchen gegessen hast, deine Krankenkasse, wie viele Schritte du täglich gehst und ein Chatbot gibt dir Rezepttipps. Die Daten bekommen die Firmen von den Anbietern indischer Gesundheits-Apps. Obwohl Indien danach strebt, mehr Bürger:innen einen Internet-Zugang zur Verfügung zu stellen, hat der Staat kein modernes Datenschutzrecht. Und nicht nur aus der Sicht des Datenschutzrechts sind diese Aktivitäten gruselig. Die Angestellten berichten über Fließband-Arbeit und gesundheitliche Probleme durch Stress.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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