Was vom Tage übrig blieb

Twitch-Trecker und Trojaner-Tadel

Neben dem Landwirtschaftssimulator gibt es auch echte Trecker auf Twitch zu sehen. Ein Fernseharzt aus den USA blamierte sich mit Hilfe des Streisandeffekts und Facebook steht auch nicht so gut da. Die besten Reste des Tages.

Kirschbaum
Hach, wie schön: In Brüssel blühen die Kirschbäume. Und im Hintergrund leise die Chemtrails.

TwitchFarming (Twitch.tv)
Vergesst Gaming-Streams, vergesst Wildtier-Kameras. Die ideale Mischung aus Fast und Slow TV muss nicht erfunden werden, es gibt sie schon. Schaut euch stundenlange Livestreams von Äckern aus dem wunderschönen Havelland an. Treckerfahrn auf Twitch, es ist ein Fest. 1100 Hektar voller Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und Raps.

Dr. Drew apologizes for being a COVID-19 denier after copyright silliness (Ars Technica)
Nachdem der US-Fernseharzt Dr. Drew monatelang die Gefahr des neuartigen Coronavirus heruntergespielt hatte, stellte ein Twitter-Nutzer einen Super-Cut seiner fragwürdigen Äußerungen online. Der Tweet ging viral, sehr zum Missfallen des Quacksalbers: Er nutzte den guten alten Urheberrechtshebel, um das Video aus dem Netz zu bekommen. YouTube kam der Löschaufforderung umgehend nach, offensichtlich, ohne das Hirn einzuschalten: Nicht nur bestand das Video aus kurzen TV-Schnipseln, deren Verwendung in den USA durch die Fair-Use-Klausel gedeckt ist. Es leistete auch einen Beitrag dazu, den Verbreiter von Desinformationen zu desavouieren. Dumm nur, dass Dr. Drew allen Klagen androhte, die das Video weiterverbreiteten und er damit einen Schneeballeffekt auslöste. Inzwischen hat sich Drew für seine Fehlinterpretation der Wirklichkeit entschuldigt, und YouTube stellte das Video – zumindest kurzfristig – wieder her. Ein trauriges Lehrstück in puncto Desinformation, Missbrauch von Urheberrecht und monopolartig agierenden IT-Konzernen, die Löschersuchen im Zweifel nachkommen.

Facebook wollte Funktionen der NSO-Spyware Pegasus nutzen (Golem.de)
WhatsApp verklagt den Spyware-Hersteller NSO Group, da dieser eine Sicherheitslücke im beliebten Messenger ausgenutzt haben soll. Im derzeit laufenden Verfahren kamen nun neue Informationen ans Licht. Laut NSO-Chef Shalev Hulio hätten Facebook-Vertreter selbst sein Unternehmen im Oktober 2017 kontaktiert und seien an Überwachungsmöglichkeiten für Facebooks VPN-App Onavo interessiert gewesen. Facebook streitet die Kontaktaufnahme nicht ab, wirft NSO aber vor, vom Klagegegenstand ablenken zu wollen.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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