Was vom Tage übrig blieb

Hausfluencerinnen, Hasskommentarhaft und Humanerkennung

Serverfarmen sollen klimaneutral werden, ein Online-Hetzer muss ins Gefängnis, Tradwives propagieren auf Social Media reaktionäre Rollenbilder und das Gesichtserkennungs-Startup Clearview wollte seine Technik wohl weltweit vermarkten. Die besten Reste des Tages.

Berlinturm "Fernsehen"
Ein Fels in der Brandung, dieser Fernsehturm.

EU Eyes Carbon-Neutral Data Centers by 2030 in Green-Tech Switch (Bloomberg)
Serverfarmen sollen innerhalb eines Jahrzehnts klimaneutral werden, wünscht sich die neue Europäische Kommission. Wie genau das ablaufen soll, ist noch nicht klar, allerdings will die Kommission ihre Maßnahmen zugleich mit der neuen KI-Strategie Mitte Februar bekanntgeben. Das Thema drängt, denn Schätzungen der EU frisst die Digitalindustrie bereits bis zu neun Prozent des globalen Stromverbrauchs auf.

Hass im Netz: Sechs Monate Haft für Familienvater aus Franken (nordbayern.de)
Ein Mann aus Bayern verbreitete in den Kommentarspalten eines Onlinemediums seine Fantasien über angebohrte Gasleitungen in Geflüchtetenunterkünften. Das Amtsgericht Schwabach verurteilte ihn zu sechs Monaten Haft, er ging in Berufung und unterlag nun. Den Hetzkommentar auf den Alkohol schieben zu wollen, hat nicht überzeugt.

Sogenannte Tradwives werben fürs Hausfrau sein – klingt harmlos, ist es aber nicht (ze.tt)
Die Verschmelzung aus Tradition und Ehefrau ist – so klärt uns das Jugendmedium auf -, zwar nicht neu, hat jetzt aber einen Hashtag. Unter #Tradwife tummeln sich Bilder häuslicher Perfektion und Hingabe ans Ehefrausein. Nicht unproblematisch, in der Szene gebe es Überschneidungen mit der extremen Rechten. Und selbst, wenn sich einzelne Tradwifefluencerinnen davon distanzieren: Das propagierte Rollenbild macht Bauchschmerzen genug.

Clearview AI Wants To Sell Its Facial Recognition Software To Authoritarian Regimes Around The World (Buzzfeed News)
Das Gesichtserkennungs-Startup Clearview AI, das laut Berichten aus drei Milliarden Fotos eine Riesengesichtsdatenbank aufgebaut hatte, wollte sein Produkt offenbar auch an Staaten mit zweifelhaftem Menschenrechtsverständnis vermarkten. Zu diesem Schluss kommt eine Recherche von Buzzfeed auf Basis einer Public-Records-Anfrage. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren etwa auf einer Karte markiert, die aus einer Clearview-Präsentation stammt.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Du möchtest mehr kritische Berichterstattung?

Unsere Arbeit bei netzpolitik.org wird fast ausschließlich durch freiwillige Spenden unserer Leserinnen und Leser finanziert. Das ermöglicht uns mit einer Redaktion von derzeit 15 Menschen viele wichtige Themen und Debatten einer digitalen Gesellschaft journalistisch zu bearbeiten. Mit Deiner Unterstützung können wir noch mehr aufklären, viel öfter investigativ recherchieren, mehr Hintergründe liefern - und noch stärker digitale Grundrechte verteidigen!

 

Unterstütze auch Du unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.