Was vom Tage übrig blieb

Drogenbarone, DJ-Sets und Desinformation

Der Betreiber von Tarnkappe.info ist offenbar doch kein Drogenhändler, Niedersachsens Innenminister will Strafen für Fake News und die Berliner Clubszene zieht ins Internet um. Die besten Reste des Tages.

Irgendwo da draußen weilt der Fernsehturm.
Irgendwo da draußen weilt der Fernsehturm.

Coronakrise: SPD-Innenminister Pistorius fordert Strafen gegen Fake News (DER SPIEGEL)
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) ruft die Bundesregierung auf, gegen sogenannte Fake News vorzugehen. Dem SPIEGEL teilte er mit, er halte diese im Zusammenhang mit dem Virus für „brandgefährlich“, da sie unter anderem Panik und Hamsterkäufe auslösen könnten. Pistorius wünscht sich deshalb Bußgelder bis hin zu Strafandrohungen. In den vergangenen Tagen hatten sich vor allem über Messengerdienste wie WhatsApp eine Reihe von Falschnachrichten verbreitet. Wie er diese tatsächlich zurückverfolgen möchte, lässt Pistorius jedoch offen. Ungeklärt bleibt auch, wer nun eigentlich darüber entscheiden sollte, welche Behauptungen wahr sind und welche erfunden, wie Andrej Reisin für Übermedien kommentiert. Der Staat?

Ermittlungsverfahren gegen Tarnkappe.info eingestellt: Lars Sobiraj doch kein Drogenbaron! (Tarnkappe.info)
Die Staatsanwaltschaft Köln hat ihr Ermittlungsverfahren gegen den Betreiber von Tarnkappe.info wohl eingestellt. Das schreibt Lars Sobiraj selbst auf seiner Website, wo er über netzpolitische Themen berichtet. Im September des vergangenen Jahres hatte die Polizei zum wiederholten Mal seine Wohnung durchsucht. Sobiraj zufolge war ihm vorgeworfen worden, von dort aus Betäubungsmittel angebaut und gehandelt zu haben. Der anonyme Hinweis hierauf soll aus dem zu der Website gehörenden Forum gekommen sein. Erhärtet hat sich dieser Verdacht nun offenbar nicht.

Save Berlin’s Club Culture in Quarantine (United We Stream)
Man muss sich da schon einige Male kneifen: Seit Samstag sind sämtliche Berliner Clubs geschlossen. Alle Clubs! Zu! In Berlin! Nun stehen rund 9.000 Club-Mitarbeiter:innen und unzählige weitere Kunstschaffende ohne Beschäftigung und möglicherweise ohne Job da. Gemeinsam mit ARTE concert hat nun die Initiative United We Stream eine Streaming-Plattform auf die Beine gestellt, die DJ-Sets, Live-Musik und Performances live ins Internet überträgen will. Alle Einnahmen der Streams sollen in einen Hilfsfond fließen, mit dem notleidende Clubs und Veranstalter:innen unterstützt werden können.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Du möchtest mehr kritische Berichterstattung?

Unsere Arbeit bei netzpolitik.org wird fast ausschließlich durch freiwillige Spenden unserer Leserinnen und Leser finanziert. Das ermöglicht uns mit einer Redaktion von derzeit 15 Menschen viele wichtige Themen und Debatten einer digitalen Gesellschaft journalistisch zu bearbeiten.

Mit Deiner Unterstützung können wir noch mehr aufklären, viel öfter investigativ recherchieren, mehr Hintergründe liefern - und noch stärker digitale Grundrechte verteidigen!

Unterstütze auch Du unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende.

 

Unsere Arbeit bei netzpolitik.org wird fast ausschließlich durch freiwillige Spenden unserer Leserinnen und Leser finanziert. Das ermöglicht uns mit einer Redaktion von derzeit 15 Menschen viele wichtige Themen und Debatten einer digitalen Gesellschaft journalistisch zu bearbeiten.

Mit Deiner Unterstützung können wir noch mehr aufklären, viel öfter investigativ recherchieren, mehr Hintergründe liefern - und noch stärker digitale Grundrechte verteidigen!

Dann unterstütze uns hier mit einer Spende.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.