Was vom Tage übrig blieb

BlueLeaks, Boykott und Bias

Twitter wirft das Kollektiv DDoSecrets raus, Facebook springen Werbekunden ab und Gesichtserkennung sollte im Polizeialltag nichts zu suchen haben. Die besten Reste des Tages.

Himmel mit Schleierwolken und Bäumen
Der Himmel heute: wunderschön. Einige Ecken im Internet: hässlich.

Wrongfully Accused by an Algorithm (New York Times)
In den USA entscheiden zunehmend Algorithmen darüber, wer festgenommen wird. Zusammengerührt mit Systemen zur Gesichtserkennung, die weiterhin überwiegend mit weißen Gesichern gefüttert und trainiert werden, und einer strukturell rassistischen Polizei kann dies schnell zum Debakel ausarten. Nun wurde der Fall eines Schwarzen bekannt, der dieser Gemengelage zum Opfer fiel und ohne sonstige Beweise verhaftet wurde. In einem gesondert erschienenen Kommentar beschreibt Robert Williams die traumatisierende und völlig unnötige Erfahrung.

Twitter Bans WikiLeaks-Style Website For Publishing ‘BlueLeaks’ Documents (Vice)
Twitter hat den Account des Kollektivs DDoSecrets gesperrt, welches kürzlich rund 270 Gigabyte interner US-Polizeidaten veröffentlicht hat. Zudem markiert das soziale Netzwerk Links als „unsicher“, die zur (derzeit nicht erreichbaren) Website des Projekts führen. Die Veröffentlichungen wurden zuvor als „Mini-Panama-Papers“ bezeichnet, weil sich darin zahlreiche heikle Informationen finden – darunter jedoch auch Kontonummern und andere personenbezogene Daten.

Ad Boycott of Facebook Keeps Growing (New York Times)
Immer mehr Unternehmen boykottieren Facebook und wollen bis mindestens Juli keine Werbung mehr auf der Plattform schalten. Sie kritisieren, dass sich das Unternehmen zu wenig um Hass kümmert und so die Gesellschaft spaltet. Nach den Outdoor-Marken The North Face und Patagonia schließen sich jetzt auch Firmen wie der Eiscreme-Produzent Ben & Jerry’s dem Protest unter dem Hashtag #StopHateForProfit an.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Du möchtest mehr kritische Berichterstattung?

Unsere Arbeit bei netzpolitik.org wird fast ausschließlich durch freiwillige Spenden unserer Leserinnen und Leser finanziert. Das ermöglicht uns mit einer Redaktion von derzeit 15 Menschen viele wichtige Themen und Debatten einer digitalen Gesellschaft journalistisch zu bearbeiten. Mit Deiner Unterstützung können wir noch mehr aufklären, viel öfter investigativ recherchieren, mehr Hintergründe liefern - und noch stärker digitale Grundrechte verteidigen!

 

Unterstütze auch Du unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.