Was vom Tage übrig blieb: Vertrauen, Journalismus & das Aussterben der Megafauna nach der Eiszeit

Heute mit Furcht vor Huawei, fehlendem Vertrauen in Datenkonzerne, der Ausschnüffelung von Security-Aktivisten, Wühlen in privaten Daten und Twitter-Threads, die wie ein Vortrag daher kommen. Die interessantesten Reste des Tages.

Irgendwie kommt uns das Bild bekannt vor. CC-BY 4.0 netzpolitik.org

Huawei’s problems deepen as western suspicions mount (The Guardian)
Der chinesische Telekom-Konzern Huawei ist eng mit der politischen Führung in Peking verbunden und wird von Chinas Staatsbanken mit günstigen Krediten unterstützt. Wegen seiner günstigen Preise dürfte der Konzern beim Ausbau der 5G-Netze weltweit eine Schlüsselrolle spielen. Doch das weckt bei westlichen Staaten einige Befürchtungen.

Schwindendes Vertrauen in die Technologiekonzerne: Wir brauchen neue Führungspersönlichkeiten (Breitband)
Breitband bei Deutschlandfunk Kultur hat ein Gespräch mit Scott Galloway und Jeanette Hofmann über Vertrauen und Datenmissbrauch im digitalen Zeitalter gesendet.

How Every Member Got to Congress (New York Times)
Wie werden Menschen in den USA Politiker:innen? Die New York Times hat eine sehr schöne Datenvisualisierung und Analyse veröffentlicht, welchen Werdegang Mitglieder des US-Kongresses genommen haben.

Google, Facebook and Amazon spending more than ever lobbying Congress (cnet)
Die US-Tech-Konzerne haben im vergangenen Jahr in den USA zusammen rund 65 Millionen Dollar für Lobbying ausgegeben. Wir hätten gerne auch Vergleichszahlen für Deutschland und die Europäische Union. Aber bei uns wird das mit der Lobbytransparenz nicht so transparent gehandhabt, wie das sein könnte und sollte.

Undercover agents target cybersecurity watchdog (AP)
Die kanadischen Sicherheitsforscher vom Citizenlab wurden von Agenten ausspioniert und haben das öffentlich gemacht. Das Citizenlab ist global eines der wichtigsten Institutionen bei der Erforschung von Überwachungstechnologien und hier besonders Staatstrojanern.

Investigativer Journalismus: Wühlen in privaten Daten (DLF)
Daniel Bouhs und Caroline Schmidt gehen beim Deutschlandfunk der Frage nach, ob Journalisten in geleakten Datensätzen von gedoxten Opfern wühlen dürfen. „In Datenpakete, die plötzlich im Netz auftauchen, reinschauen oder besser liegenlassen? Der Journalismus ist gespalten. Eine verbindliche Regel dazu – etwa im Pressekodex – fehlt bislang. Ungeklärt ist auch: Wie gehen Journalisten mit dem Material nach der Sichtung um?“

A thread discussing the causes of the Late Quaternary megafauna extinctions, AKA Ice Age animals (Diego Rodríguez / Twitter)
Der Biologe Diego Rodríguez zeigt, wie man Twitter wie eine Präsentation nutzen kann. In zwei langen englischsprachigen Threads erklärt er Theorien, warum die großen Säugetiere nach der letzten Eiszeit ausgestorben sind – und warum Menschen sich so schwer tun, sich selbst als Verursacher zu sehen. Herausgekommen ist eine sehr lesenswerte und unterhaltsame Nutzungsvariante des Mediums.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links & kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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