Was vom Tage übrig blieb: Fehler, Wanzen, Erben

Erben, die an die iCloud wollen. Arbeiter, die Github als politische Plattform nutzen. Wanzen, die Löcher reißen. Polizisten, die Fehler aussortieren. Die interessantesten Reste des Tages.

Wir freuen uns jedes Mal, wenn der Kran aus dem Bild fährt.

Münster: Gericht zwingt Apple, iCloud-Zugang für Erben zu öffnen (heise.de)
Apple muss den Hinterbliebenen eines verstorbenen Mannes Zugang zu dessen iCloud-Konto gewähren. Das hat das Landgericht Münster in einem Urteil entschieden, über das heise.de gestern berichtete. Die Angehörigen erhoffen sich von dem Zugriff auf Fotos, E-Mails, Dokumente und evtl. Chat-Nachrichten des Verschiedenen Informationen über dessen Todesumstände. Dem Bericht zufolge hatte Apple den Wunsch der Familie zuvor abgelehnt. Erst im vergangenen Jahr hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass Facebook den Eltern einer verstorbenen Jugendlichen Zugang zu deren Konto gewähren muss. Die Entscheidungen sind umstritten, weil der digitale Nachlass nicht nur Aufschluss über Verstorbene bietet, sondern in großem Maße auch über deren Kommunikationspartner:innen.

Aufstand gegen die 72-Stunden-Woche (Zeit Online)
Auch Github geht als Plattform für Protest. Dort hat im März eine Gruppe von chinesischen Entwicklern unter dem Stichwort „996.ICU“ gegen die 72 Stunden-Woche mobil gemacht. „996.ICU“ steht für arbeiten von 9 Uhr bis 9 Uhr an 6 Tagen in der Woche und ICU für Intensive Care Unit, also Intensivstation. Die unbezahlte Mehrheit ist so aufreibend, dass nicht wenige Beschäftigte tatsächlich wegen Überlastung in Krankenhäusern landen. Der Protest zeigt erste Wirkung: Die staatlich kontrollierte Presse griff das Thema auf und kritisierte die Arbeitsbedingungen in den Technologiekonzernen.

How Nest, designed to keep intruders out of people’s homes, effectively allowed hackers to get in (Washington Post)
Wir können es nicht oft genug betonen: Scheinbar praktische digitale Assistenten wie Nest, Amazon Echo, Google Home und wie sie alle heißen sind nicht nur Überwachungswanzen. Sie reißen riesige Löcher in das Heimnetzwerk. Und verursachen Kindern Albträume. Niemand sollte sie einsetzen.

Überwachung von Flugpassagieren liefert Fehler über Fehler (SZ.de)
Auf jeden Treffer bei der Fluggastdatenüberwachung kommen 400 Fehlalarme. 40 Beamte sind rund um die Uhr damit beschäftigt, die falschen Treffer auszusortieren, die das technische System derzeit liefert.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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