Was vom Tage übrig blieb: China, Überwachungsdatenbanken und Gesichtserkennung

Um ihr Milliarden-Geschäft nicht zu gefährden, beugen sich westliche Unternehmen Druck aus China, FBI-Beamte greifen illegal auf Überwachungsdatenbanken zu und Kalifornien verbietet biometrische Gesichtserkennung in Polizeikameras. Die besten Reste des Tages.

Berliner Fernsehturm
Im Bild: eine der seltenen Regenpausen.

Apple removes app used in Hong Kong protests after pressure from China (The Verge)
China lässt seine Muskeln spielen und übt erfolgreich Druck auf (westliche) Unternehmen aus, die in dem Zukunftsmarkt Geschäfte machen wollen. Aktuell im Visier steht der App Store von Apple, und bis jetzt ist das Unternehmen eingeknickt: So warf der iPhone-Hersteller die App der Nachrichtenseite Quartz aus seinem Store, weil das Medium über die Proteste in Hongkong berichtet hatte (offenbar sperrt China inzwischen aber auch den Zugang via Browser). Ebenfalls nicht mehr im Store aufzufinden ist zudem der Dienst HKmap.live, wo Nutzer in Hongkong Stellungen der Polizei oder Straßensperren eintragen konnten. Zuvor warf der US-amerikanische Spiele-Publisher Blizzard einen E-Sportprofi aus Hongkong von seinem Dienst, während abseits des Internets die US-Basketballliga NBA um ihren Zugang zu dem Milliardenmarkt zittert.

FBI misused surveillance data, spied on its own, FISA ruling finds (Ars Technica)
Gut gefüllte Überwachungsdatenbanken sind nicht nur ein grundsätzliches Problem, sie laden auch zu Missbrauch ein. So hat nun ein Gerichtsverfahren enthüllt, dass FBI-Beamte illegal auf die umfangreichen Datenbestände zugegriffen haben – nicht etwa, um Terrorismus oder Organisierte Kriminalität zu bekämpfen, sondern um FBI-Kollegen und Familienangehörigen nachzuspionieren.

This is how you kick facial recognition out of your town (Technology Review)
Kalifornien hat die biometrische Gesichtserkennung in Polizeikameras verboten, zumindest für drei Jahre. So lange gilt das Gesetz, das am 1. Januar in Kraft tritt. Gesichtserkennungs-Technologie ist aber nicht nur bei der Polizei beliebt. Sie kommt auch in öffentlichen Überwachungskameras und bei privaten Unternehmen zum Einsatz. Angela Chen hat sich angeschaut, was man tun kann, um die Technik auch in diesen Bereichen zu unterbinden. Sie nennt drei Möglichkeiten: Öffentliches Shaming von Unternehmen, die sie einsetzen; Druck auf lokale und/oder bundesstaatliche Parlamente und drittens die Nutzung bereits bestehender Anti-Diskriminierungsgesetze – der diskriminierende Charakter der Technik ist immerhin hinlänglich bekannt.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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