Was vom Tage übrig blieb

Politische Hacks, neoliberaler Müll und enttarnte Nazis

In Österreich geht eine Lehrkräfte-Bewertungs-App vom Netz, in Thürigen durchsucht das BKA eine Wohnung in Zusammenhang mit der „Atomwaffen Division“ und in bester Absicht bietet Phineas Fisher Geld für gesellschaftlich wertvolle Hacks. Die besten Reste des Tages.

Der Himmel ist heute so schwarz, dass man (fast) gar nicht das Rauschen der Kamera sieht.

Lehrerbewertungs-App: Ministerium lässt „Lernsieg“ prüfen (Standard.at)
In Österreich entwickelte ein 18-Jähriger eine App, mit der man Lehrer bewerten konnte. Die ist nun aber wieder offline, da er zahlreiche Hassnachrichten bekommen hatte. Viele Lehrer dürften nun aufatmen, denn als Der Standard sie nach ihrer Meinung zu dem Projekt befragte, waren sie mehrheitlich wenig begeistert. Die schönste Äußerung nach Auffassung des Sachverständigenrats: „Dieses Bewertungssystem ist grundsätzlich neoliberaler Müll, bei dem der Mensch aufs Äußerste optimiert werden soll, dabei aber völlig außer Acht gelassen wird, in welchem System er operieren muss.“

„Atomwaffen Division“: Durchsuchung bei Neonazi in Thüringen (tagesschau.de)
Letzte Woche gab es Berichte darüber, dass Spuren aus dem sogenannten „Iron March“-Forum nach Thüringen führen. Ein Thüringer soll unter anderem an der Produktion eines Videos des rechtsradikalen Netzwerks „Atomwaffen Division“ mitgewirkt haben. Das Bundeskriminalamt hat nun eine Wohnung in Eisenach durchsucht und Datenträger beschlagnahmt. Kommentieren wollten die Ermittler die Maßnahme derzeit nicht.

Phineas Fisher Offers $100,000 Bounty to Hack Banks and Oil Companies (Vice)
Phineas Fisher gilt als eine der berühmtesten Hacker:innen der Welt. Ihre neueste Idee: Eine Art Bug Bounty-Programm, nur anders. Mit dem „Hacktivist Bug Hunting Program“ bietet sie bis zu 100.000 US-Dollar, ausgezahlt in Cryptowährungen, für politisch motivierte Hacks. Als Beispiel nennt sie Bergbauunternehmen in Südafrika oder Ölfirmen wie Halliburton. „Hacken, um im öffentlichen Interesse stehende Dokumente zu beschaffen und zu leaken, ist einer der besten Wege für Hacker, der Gesellschaft zu nützen“, zitiert Vice die Hackerin. Phineas Fisher ist hierzulande unter anderem durch den Hack von Gamma bekannt geworden. Im letzten Jahr hat netzpolitik.org sie interviewt.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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