Was vom Tage übrig blieb

Ein Skandalgenosse und eine neue Facebook-Posse

Ein SPD-Politiker aus der dritten Reihe schönt den Wikipedia-Eintrag von Olaf Scholz, Facebook steht mal wieder wegen Bespitzelung seiner Nutzerschaft in der Kritik und mit Fairbnb.coop startet eine Plattform für sozial verträgliche Kurzzeit-Mieten. Die besten Reste des Tages.

Dieser Turm in Berlin
Ob der Fernsehturm die Impeachment-Anhörungen überträgt?

Skandal-Genosse pusht Scholz und Geywitz auf Wikipedia (t-online.de)
Das Ringen um den SPD-Vorsitz wird offenbar auch auf Wikipedia ausgetragen. Einer Recherche von t-online-de zufolge hat ein Nutzer namens „Sciman“ die Beiträge des Kandidatenduos Geywitz/Scholz geschönt, während der des Konkurrenten Walter-Borjans so verändert wurde, dass dieser in schlechterem Licht dasteht. Dem Bericht zufolge handelt sich bei Sciman um den Genossen Simon Vaut. Er war Spitzenkandidat der SPD-Brandenburg bei der Europawahl, Redenschreiber bei Sigmar Gabriel und ist Mitglied im SPD-nahen Netzverein D64.

Facebook is secretly using your iPhone’s camera as you scroll your feed (The Next Web)
Hat eigentlich noch irgendwer einen Überblick über die unzähligen Fehler, Lügen und Entschuldigungen von Facebook? Der neueste Fall: Beim Scrollen durch den Newsfeed in der iOS-App aktiviert und nutzt Facebook die Kamera des Smartphones. Ein Bug, erklärt der Datenkonzern, und sagt mal wieder sorry. Kann ja mal passieren.

Wie eine Regierung ein ganzes Volk bespitzelt (Stiftung Datenschutz)
Die Unterdrückung der Uiguren durch den chinesischen Staat ist das Thema einer Reportage von Harald Maass im SZ Magazin [leider Paywall], die heute mit dem Journalismuspreis der Stiftung Datenschutz geehrt wurde. Gesichtserkennung, Kommunikationsüberwachung, ständige Personenkontrollen – in „Die Welt, von der niemand wissen soll“ skizziert Maass das Bild einer realen Dystopie aus High-Tech-Kontrollen und Polizeiwillkür. „Der Text zeigt in einzigartiger Weise, wie moderne Technik zur politischen Machtausübung ausgenutzt wird und regt zum Nachdenken über den Umgang mit persönlichen Daten an“, lobt die Jury. Glückwunsch!

Fairbnb.coop launches, offering help for social projects (The Guardian)
Ein neues Web-Angebot will nachhaltige und sozial verträgliche Unterkünfte vermitteln. Fairbnb.coop startet zunächst in fünf Städten – Valencia, Barcelona, Amsterdam, Bologna und Venedig. Ein Teil des Mietpreises soll an soziale Einrichtungen gehen. Das ist vielleicht nicht die Lösung für alle Probleme, aber zumindest ein kleines Zeichen gegen die sozialen Verwerfungen des übermäßigen Tourismus.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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