Was vom Tage übrig blieb

Chatbots, Daten und die DNA der Uiguren

Facebook gibt seinen Mitarbeitern einen Chatbot, damit sie an Weihnachten ihren Angehörigen mit PR-Floskeln auf kritische Fragen antworten können. Mixcloud gehen 20 Millionen Nutzerdaten verloren. Und China nutzt DNA, um die Uiguren zu unterdrücken. Die besten Reste des Tages.

Fernsehturm Berlin
Den Fernsehturm hat es nie gegeben. CC-BY 4.0 netzpolitik.org

Facebook Gives Workers a Chatbot to Appease That Prying Uncle (New York Times)
Da trifft man an Weihnachten nichtsahnend die Verwandschaft und plötzlich muss man unangenehme Fragen zur Politik der Firma, für die man arbeitet, beantworten. Wer kennt das nicht. Bei Mitarbeiter:innen von Facebook scheint sowas häufiger vorzukommen. Deshalb stellt der Konzern jetzt einen Chatbot mit dem Namen „Liam Bot“ zur Verfügung. Wenn sie nun unter’m Baum  beispielsweise gefragt werden, was Facebook gegen Hate Speech tut, können sie – Handy gezückt, Messenger auf, Frage eingetippt – antworten: „Facebook berät sich zu dem Thema mit Experten“. Toll!

Polizei verschiebt Start der Gesichtserkennung (Futurezone)
Gestern hatten wir an dieser Stelle noch die Übersichtsseite zum Thema von Epicenter.works empfohlen. Jetzt wurde der Einsatz von Gesichtserkennungs-Software bei der österreichischen Polizei vorerst verschoben. „Technische Herausforderungen“ seien der Grund, zitiert Futurezone einen Pressesprecher des österreichischen Bundeskriminalamtes. Einen Testbetrieb gebe es aber schon. Ende 2020 soll es dann losgehen. Gratuliert hatten wir ja schon.

Daten von Millionen Mixcloud-Nutzern zum Kauf angeboten (Spiegel Online)
Da freuen sich Musikmachende und Podcaster:innen über eine Seite, wo sie ihre Werke hochladen und teilen können. Und dann kommt das gemeine Internet. Offenbar hat es jemand geschafft, Zugang zu den internen Systemen des Unternehmens zu erlangen. Daten von mehr als 20 Millionen Mixcloud-Accounts sollen deshalb aktuell im Umlauf sein: unter anderem Nutzernamen, E-Mail- und IP-Adressen sowie Passwörter, wenngleich wohl nur in verschlüsselter Form. Nutzenden ist mindestens zur Änderung ihres Passwortes zu raten.

China Uses DNA to Map Faces, With Help From the West (New York Times)
China sammelt im großen Stil DNA-Proben, um aus diesen Informationen Gesichter zu zeichnen, berichtet die New York Times. Zwar befinde sich die Technik noch in einem frühen Stadium, soll aber angeblich halbwegs brauchbare Ergebnisse liefern – um noch besser Uiguren verfolgen zu können. Das chinesische Regime verfolgt gegen die ethnisch-religiöse Minderheit seit Jahren eine beispiellose Unterdrückungspolitik. Eine Ausweitung der Technik auf die gesamte chinesische Bevölkerung dürfte zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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