Öffentlichkeit

Brave New World: Die FIfFKon am Wochenende in Berlin

Diesen Freitag beginnt in Berlin die Konferenz FIfFKon unter dem Motto „Brave New World – Gestaltungsfreiheiten und Machtmuster soziotechnischer Systeme“. Bis Sonntag wird ein umfangreiches und vielschichtiges Tages- und Abendprogramm geboten. Die Teilnahme ist kostenlos.

Dieses Wochenende, vom 28. bis zum 30. September, findet in Berlin wieder die FIfFKon im Mathematikgebäude der Technischen Universität Berlin statt. Die FIfFKon ist eine Konferenz des FIfF e. V. (Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung) mit Wissenschaft, Hacken, Politik, Aktivismus, Musik, Lounge und guten Keksen zu gutem Kaffee.


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Das Thema der diesjährigen FIfF-Konferenz lautet „Brave New World – Gestaltungsfreiheiten und Machtmuster soziotechnischer Systeme“. Sprachassistenten, Internet of Things, Smart Homes, Smart Cities, Soziale Netzwerke, Staatstrojaner, Cyberarmeen, Künstliche Intelligenz, Adress- und Datenhandel: Viele Produkte, Entwicklungen und Einsatzfelder der Informatik scheinen sich unausweichlich und technisch notwendig so entwickelt zu haben, wie wir sie heute kennen.

Doch technische Entwicklungen bauen aufeinander auf und finden nicht im luftleeren Raum statt. Oftmals liegen den tatsächlichen Entwicklungen gerade keine primär technischen Überlegungen zu Grunde, sondern ökonomische oder politische Motive. Das FifF hat sich auf die Fahnen geschrieben, dass bei der stetigen Digitalisierung und Vernetzung der Gesellschaft die Freiheit des Individuums und das Wohl der Gesellschaft im Vordergrund stehen sollen, Kommunikationsmittel sollten integre und vertrauliche Systeme sein, die Menschen und ihre Grundrechte respektieren, ohne von Geheimdiensten und Militär durchdrungen zu werden. Abgelehnt werden auch smarte Privatstädte mit herrlichem Kundenerlebnis, gesucht dagegen sind lebendig-diverse Städte mit emanzipierten Bürgern – ohne zentralisierte Infrastrukturen, die von globalen, intransparenten Konzernen betrieben werden, sondern mit dezentralisierten und selbstverwalteten Systemen.

Die Liste der Vortragenden kann sich sehen lassen: Kirsten Bock, Aljoscha Burchardt, Wolfgang Coy, Malte Engeler, Volker Grassmuck, Christian Grothoff, Daniel Guagnin, Seda Gürses, Judith Hartstein, Timo Hauschild, Hendrik Heuer, Anne Krüger, Katika Kühnreich, Constanze Kurz, Yasha Levine, Annette Mühlberg, Rainer Mühlhoff, Jörg Pohle, Werner Rammert, Sybe Rispens, Volker Roth und Karen Ullrich.

Künstliche Intelligenz und kritische Informatik

Der thematischen Blickrichtung folgend werden am Wochenende spannende Vorträge zu hören und sehen sein, etwa über Netzwerkdienste für sozial-liberale Gesellschaften, über technisch ermöglichte Völkerverständigung, über digitale Entmündigung und „UserExperience Design“, über Cyber-Sicherheit für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, über die militärische Geschichte des Silicon Valley sowie über Kybernetik und Kontrolle in China. Auch eine kommentierte Reise durch die (Un-)Tiefen des juristischen Feuilletons wird eine launige Bilanz nach vier Monaten Geltung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bescheren.

Außerdem ist eine kritische Podiumsdiskussion zum Thema Künstliche Intelligenz Teil der Konferenz: Nach einem Einleitungsvortrag über die Grenzen der Automation durch Künstliche Intelligenz finden sich am Freitagabend auf der Prime-Time-Bühne folgende Gäste für einen kompetenten Aus- und Abtausch ein: Aljoscha Burchardt, Computerlinguist am Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Mitglied der KI-Enquete des Bundestags, Sybe Rispens, Technikphilosoph, der zu maschinellem Urteilen forschte, Karen Ullrich, Informatikerin und KI-Forscherin im Bereich maschinelles Lernen und gesellschaftliche Auswirkungen sowie Constanze Kurz, Informatikerin, die auch im Beirat des FIfF sitzt.

Verleihung der Weizenbaum-Medaille

Den ganzen Samstag hindurch finden parallel zu den Vorträgen Workshops statt, etwa zu den Themen „Datengovernance“ oder „Können Softwarelizenzen zur Cyberrüstungskontrolle beitragen?“. Auch soll dort erarbeitet werden, wie man am besten selbst eine CryptoParty veranstaltet, oder das Thema „datenschutzfreundliche Smartphone-Anwendungen ohne Kompromisse?“ diskutiert werden, um aktuelle Lösungsansätze für mobilen Datenschutz im Lichte der neuen DSGVO zu finden. foo. Einordnungen dominiert und News.

Der Freitag und der Samstag bieten abends nach dem Tagesprogramm noch Gelegenheit zu Gesprächen in der Lounge bei einem oder mehr Gläsern Tschunk zu tanzbaren Klängen.

Außerdem verleiht das FIfF im Rahmen der Konferenz die Weizenbaum-Medaille 2018 an Prof. Dr. Wolfgang Coy für seine außerordentlichen Verdienste um das Themengebiet Informatik und Gesellschaft. Zudem gibt es weitere Studienpreise für herausragende Abschlussarbeiten aus dem Themenkontext Informatik und Gesellschaft, wobei alle Preisträger ihre Arbeiten auch vorstellen werden. Die Preisverleihungen finden am 29. September um 18.30 Uhr statt.

Das vollständige Programm ist online und auch als App auf der Website der FIfFKon zu finden, später auch ein Link zum Live-Stream. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird jedoch gebeten. Es werden übrigens noch dringend helfende Hände gesucht. Wer willens ist und Zeit hat, melde sich rasch per Mail bei helfen[at]fiffkon.de.

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