Dieser Artikel ist mehr als 9 Jahre alt.

Englischsprachige Regionen von Kamerun seit 50 Tagen ohne Internet

Im englischsprachigen Teil von Kamerun ist jetzt seit 50 Tagen das Internet abgeschaltet, berichtet Mail & Guardian Africa. Mitte Januar hatte die Regierung des westafrikanischen Staats Internetprovider angewiesen, dort die Internetversorgung einzustellen. Hintergrund der Internetsperre sind soziale Konflikte in der Region rund um die Stadt Bamenda. Die Regierung des seit 1982 amtierenden Staatspräsidenten Paul Biya hatte kurz vor dem…

  • Markus Reuter
Orange markiert: Hier ist in Kamerun das Internet abgeschaltet. Grafik: Open Street Map. Lizenz: ODbL

Im englischsprachigen Teil von Kamerun ist jetzt seit 50 Tagen das Internet abgeschaltet, berichtet Mail & Guardian Africa. Mitte Januar hatte die Regierung des westafrikanischen Staats Internetprovider angewiesen, dort die Internetversorgung einzustellen.

Hintergrund der Internetsperre sind soziale Konflikte in der Region rund um die Stadt Bamenda. Die Regierung des seit 1982 amtierenden Staatspräsidenten Paul Biya hatte kurz vor dem Abschalten des Internets eine SMS an alle Mobiltelefone verschickt, die auf die hohen Strafen für das Verbreiten von falschen Informationen in sozialen Netzen hinwies.

Unter dem Hashtag #BringBackOurInternet wird gegen die Maßnahme online protestiert. 25 Organisationen haben am 15. Februar einen offenen Brief an die Geschäftsführer der Telekommunikationsunternehmen geschickt, in dem sie die Wiederherstellung des Internets in den betroffenen Regionen fordern. Im Brief gehen die Organisationen aus, dass die Sperre bis dahin einen wirtschaftlichen Schaden von 1,39 Millionen Dollar angerichtet habe.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


Veröffentlicht

Kategorie