Facebook ergreift Maßnahmen gegen Fake News – in den USA

Facebook hat einen Plan gegen Fake News vorgestellt: Er sieht eine Mischung aus Nutzermeldungen, Faktencheck durch Kooperationspartner und Änderungen im Algorithmus vor.

Das soziale Netzwerk Facebook will konkrete Maßnahmen gegen Falschmeldungen ergreifen. Das geht aus einer Meldung des Unternehmens hervor. Darin kündigt es vier Maßnahmen an, die zunächst in den USA getestet und ausgerollt werden sollen:

Erstens sollen Nutzer sogenannte Fake News melden können. Hier führt das Unternehmen eine weitere Option „It’s a fake news story“ bei den Meldungen hinzu. Die Nutzer sollen dabei sowohl Facebook als auch dem Urheber des Postings melden können, dass es sich um eine Falschmeldung handelt.

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Zweitens will der Datenkonzern mit Faktencheck-Organisationen zusammenarbeiten. Von Usern gemeldete Nachrichten sollen an diese Organisationen zur Überprüfung weitergegeben werden. Dabei sollen sich die Faktenüberprüfer an den Leitlinien des International Fact Checking Network (IFCN) orientieren. Facebook will hier mit dem Poynter Institute zusammenarbeiten.

Diese können dann eine Fake News als „umstritten“ markieren, was die Nutzerinnen und Nutzer in ihrem Feed auch sehen. Ein Link soll zudem zu einer Erklärung führen, warum die Meldung als umkämpft gilt. Die Nachricht kann weiterhin verbreitet werden, erhält allerdings einen Warnhinweis. Will ein Nutzer die Nachricht teilen, erscheint ein weiterer Dialog, der nachfragt, ob der User die Nachricht wirklich weiterleiten will.

Drittens soll es Änderungen im Algorithmus geben. Fake News sollen schlechter bewertet und damit weniger oft angezeigt werden. Hierzu will Facebook Artikel, die von Menschen gelesen und dann nicht geteilt werden, potenziell schlechter bewerten, weil dies ein Signal sei, dass es sich um Fake News handele. Als vierte Maßnahme kündigte Facebook an, finanzielle Anreize zum Verbreiten von Fake News eindämmen zu wollen.

Zweifel lassen sich relativ einfach streuen

Ob sich der Mechanismus in der Praxis bewähren wird, bleibt freilich unklar. Eindeutige und ohne großen Aufwand widerlegbare Falschmeldungen wie die vom Papst, der zur Wahl von Donald Trump aufgerufen haben soll, lassen sich damit wohl rasch aus der Welt schaffen. Schwieriger wird es schon, wenn Lobby-Organisationen vorgeblich wissenschaftliche Studien in Auftrag geben und damit bewusst einen Graubereich schaffen.

Man denke nur an die Tabakindustrie, die jahrzehntelang behauptete, Rauchen würde keinen Krebs verursachen, sich dabei aber auf fragwürdige Studien berief. Oder an die Ölindustrie, die in wenigen Wochen in der US-Regierung sitzen wird und uns weismachen will, dass das mit dem Klimawandel schon nicht so schlimm ist – obwohl eine überwältigende Mehrheit von Wissenschaftlern nachweisen kann, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern, wenn sich nichts ändert.

Und letztlich bleibt noch der Kommentar: Eine Textform, die besonders gern in sozialen Netzwerken getauscht wird, aber zwangsläufig ein subjektiver und damit schnell umstrittener Beitrag zur Meinungsbildung bleibt.

14 Kommentare
  1. Weihnachtsflauschi 20. Dez 2016 @ 0:35

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