Linkschleuder

Doc Searls: Was ist die nächste Schlacht?

Das Internet wird immer mehr wie Fernsehen, Computer-Algorithmen entscheiden über unser Schicksal, während um uns herum alles zensiert wird und das Internet bestehende Machtstrukturen zementiert. Linux-Pionier Doc Searls will das unbedingt vermeiden.

Wie sieht die digitale Welt unserer Kinder aus, wenn wir nicht gegensteuern? Foto: CC-BY-NC-ND 2.0 camerondaigle

Wir haben die Schlacht um Linux gewonnen, aber wir verlieren die Schlacht um die Freiheit. So beginnt Doc Searls, Co-Autor des Cluetrain Manifests und Chefredakteur des Linux Journals, seine Kolumne „What’s Our Next Fight?“. Searls zufolge ist Linux nicht mehr wegzudenken, die Software laufe überall. Deshalb sei nun die Frage, welcher Kampf als nächstes ansteht.


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Folgende Bereiche sieht Searls in Gefahr:

General-Purpose Computing and Networking
Gegen alle Einschränkungsversuche habe sich der Computer, auf dem man alles machen dürfe, bis heute gehalten. Doch dies müsse nicht so bleiben, und die mobilen Betriebssysteme iOS und Android zeigten die Macht der GAFA-Konzerne (Google, Apple, Facebook und Amazon).

Decentralization and Distributed Everything
Searls nennt hier den weit rezipierten Artikel „The Web We Have To Save“ von Hossein Derakhshan, der den Verlust der Links betrauert. Schuld an diesem Verlust sei die zunehmende Zentralisierung des Netzes.

Privacy & Freedom
Bedrohung durch Zentralisierung, die eine Zerstörung der Privatsphäre begünstigt und zudem Zensur erleichtert. Hinzu käme das Internet der Dinge, das laut Shoshana Zuboff folgenden Regeln folge:

First, that everything that can be automated will be automated. Second, that everything that can be informated will be informated. And most important to us now, the third law: in the absence of countervailing restrictions and sanctions, every digital application that can be used for surveillance and control will be used for surveillance and control, irrespective of its originating intention.

Doc Searl endet dann mit einem Auszug aus Jennifer Granicks Vortrag „The End of The Internet Dream?“:

Twenty years from now:

  • You won’t necessarily know anything about the decisions that affect your rights, like whether you get a loan, a job, or if a car runs over you. Things will get decided by data-crunching computer algorithms and no human will really be able to understand why.
  • The Internet will become a lot more like TV and a lot less like the global conversation we envisioned 20 years ago.
  • Rather than being overturned, existing power structures will be reinforced and replicated, and this will be particularly true for security.
  • Internet technology design increasingly facilitates rather than defeats censorship and control.

Und dies alles würde auf Basis von Linux geschehen. Es käme jetzt darauf an, und hier kommt er auf Zuboff zurück, die „absence of countervailing restrictions and sanctions“ zu beenden. Das sei unser Job und der nächste Kampf.

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