Technologie

Alphabet-Vorstand Eric Schmidt wird Berater des US-Verteidigungsministeriums

Eric Schmidt, Vorstandsvorsitzender von Alphabet CC BY-SA 2.0, via wikipedia /Charles Haynes‘

Der Vorstandsvorsitzende des Google-Mutterkonzerns Alphabet und ehemalige CEO von Google wird Berater beim US-Verteidigungsministerium. Wie Verteidigungsminister Ash Carter mitteilte, soll Schmidt Leiter eines Gremiums für Innovation, dem sogenannten „Defense Innovation Advisory Board“ werden.


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Das Gremium soll aus 12 Personen aus der Privatwirtschaft bestehen, die von Carter ebenso wie von Schmidt ausgewählt werden. Ziel ist die Beratung des Ministeriums bezüglich schneller Prototypisierung, komplexer Datenanalyse, dem Gebrauch von Cloud-Diensten und Informationsaustausch. Pentagon-Sprecher Cook betonte, dass sich das Gremium nicht in militärischen Operationen und Strategien engagieren werde.

Nachdem die Fronten zwischen dem Silicon Valley und der US-Administration angesichts der Snowden-Leaks und jüngst dem Widerstand Apples gegen ein US-Bundesgericht verhärtet waren, scheint Carter gewillt, die Wogen zu glätten. Seine Tour durchs Silicon Valley – die erste eines US-Verteidigungsministers seit 20 Jahren – und die dort verkündete Gründung des „Defense Innovation Advisory Board“ samt Eric Schmidt als Vorsitzenden scheint auch ein Versuch der Aussöhnung mit den Innovatoren aus Kalifornien zu sein.

Annäherung an die Rüstungsbranche

Die Personalie Eric Schmidt ist durchaus pikant. Die Vorwürfe Julian Assanges, dass Google seit 2002 seine Suchdienste an die NSA verkaufe, hatte er 2014 dementiert. Damals hatte Schmidt versichert, dass sein Unternehmen keinerlei Beziehung und Verbindung zum US-amerikanischen Geheimdienst unterhalte. Die jetzt angekündigte offizielle Kooperation mit dem Verteidigungsministerium lässt diese Aussage in einem anderen Licht erscheinen.

Erwähnenswert sind zudem Googles Bestrebungen im Rüstungsbereich. Durch den Kauf der Militär-Robotik Firma „Boston Dynamics“ hatten sich schon im Jahr 2013 Ambitionen des Unternehmens gezeigt, auch in diese Branche vorzudringen. Die Gelder für Entwicklungen von „Boston Dynamics“ stammen zu einem großen Teil von einer Forschungsabteilung des Pentagons.

Das Motto von Alphabet lautet übrigens nicht mehr „Don’t be evil“, sondern „Do the right thing“.

5 Kommentare
  1. Wer Google und seine Dienste nutzt spült Gewinne in den US-Militärischen-Komplex.
    Google aka Alphabet arbeitet nach eigenen Angaben „an einer besseren Welt“.

    In Google’s „besseren Welt“ wird es neben Algorithmen keinen Platz mehr für menschliche Werte geben. Google’s schone neue Welt wird keine bessere sein, ganz sicherlich aber eine andere.

    1. Was für ein Gefühl stellt sich bei klarem Verstand ein, wenn die eigenen Mails von Herstellern von Drohnen und Kampfrobotern gescannt werden?

      Und was löst der Gedanke aus, wenn Leute wie Alphabet-Vorstand Eric Schmidt in naher Zukunft einen US-Präsidenten Donald Trump beraten wird?

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