Überwachung

Vodafone – Die Freiheit nehm ich Dir!

vodafail-remix-1228-mediumVodafone ist tiefer in die Totalüberwachung durch Geheimdienste verstrickt als es bisher bekannt war. Das ist keine große Überraschung, aber jetzt gibt es eine weitere Auswertung der Snowden-Dokumente, in der der Rechercheverbund NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ eine Teil des Ausmaßes beschreibt: Vodafone – der lange Arm des Geheimdienstes?


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Aprops Vodafone-Kunden: Selbst unsere Behörden wissen gerade nicht, ob ein Abfluß an Kundendaten ins Ausland und damit zu ausländischen Geheimdiensten stattfindet.

Auch der deutschen Bundesregierung ist die Nähe zwischen Vodafone und dem GCHQ offenbar aufgefallen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat nach den Snowden-Enthüllungen im vergangenen Jahr die Mobilfunkanbieter in Deutschland untersucht und verlangte von den Netzbetreibern in Deutschland Auskunft, ob womöglich Daten ins Ausland abgeleitet werden. Alle Betreiber antworteten zur Zufriedenheit des BSI – bis auf einen: Vodafone. In einem als Verschlusssache eingestuften Schreiben aus dem Jahr 2013, das NDR, WDR und „SZ“ einsehen konnte, heißt es: „Die Selbstauskunft von Vodafone Deutschland lässt für mobile Kommunikation innerhalb des deutschen Rechtsraums bislang keinen eindeutigen Schluss zu, ob der Zugriff auf bzw. die Ausleitung von Metadaten (bspw. „Billing Informationen“) oder SMS in ausländische Rechtsräume unterbleibt.“

Natürlich will Vodafone von nichts wissen und will alles Gesetzeskonform gemacht haben. Das hören wir ja von allen, die in das Netz der Totalüberwachung verstrickt sind.

Passenderweise hat die Digiges noch einen Vodafail-Remixer rumliegen von einer früheren Aktion zur Rettung der Netzneutralität. Bereits damals gab es den passenden Slogan „Die Freiheit nehm ich Dir“. Sagt doch Vodafone mit dem Remixer, was Ihr von deren Kooperation haltet. Und teilt die Ergebnisse.

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18 Kommentare
  1. Die Billing Systeme stehen in einem deutschen Rechenzentrum, betrieben von der Vodafone Group, auf das sowohl der verbleibende Rest der IT von Vodafone DE, als auch die Mitarbeiter von Vodafone Indien Zugriff haben. Nach momentanen Plaenen wird die IT zukuenftig komplett in Indien liegen, da sollte es also niemanden ueberraschen wenn die Daten irgendwo anders auftauchen.

    Auf der anderen Seite sind seit dem Daten Diebsthl von Kundendaten im letzten Jahr Massnahmen getroffen worden um das massenhafte Abziehen von Daten informiert zu werden. So etwas umbemerkt zu machen duerfte also recht schwierig sein.

    Lustige Ankedote an dieser Stelle: Die deutschen IT Mitarbeiter mussten sich einer Sicherheits Ueberpruefung unterziehen, die indische Regierung hat eine derartige Kontrolle offenbar abgelehnt, was auch niemanden wirklich zu stoeren scheint und das obwohl sie die gleichen Zugriffsrechte haben wie ihre deutschen Kollegen.

    1. Hallo,
      Das mit den Mitarbeiten ist doch Richtig so. Bei Deutschen Mitarbeitern ist die Gefahr viel größer das die „Snowden“ gehen, als bei Indern. Die Inder sind froh das Sie einen Job haben und beißen nicht die Hand die Sie füttert. In D ist es doch ein Volksport dem AG eine zu machen.
      Außerdem, Sicherheit ist teuer genug, warum nicht nach Indien auslagern?

      mfg

      Ralf

  2. Das mit der Freiheit ist so eine Sache. Wenn der Mensch von sich auch schon unfrei ist, sei es physisch oder geistig und er sich dessen überhaupt nicht voll bewusst ist, dann kann es sich noch so anstrengen, erreichen wird er mit Worten gar nichts. Diese Unmündigkeit ist beim Feld- , Wald und Wiesen-Konsumenten besonders ausgeprägt. Die wollen beschissen, überwacht und entmündigt werden.

    1. Theoretisch müsste ich Sie fragen, woher sie denn den Blödsinn haben, der klingt doch schon völlig unlogisch. Doch praktisch habe ich bemerkt, dass Sie leider Recht haben. Nur erklären kann ich es mir nicht…

      Danke jedenfalls an den Autor, den Rechercheverbund und Herrn Snowden: Das war der letzte Stubser, der zur Trennung von VF nötig war. Schon im täglichen Umgang mit Kunden wird bei denen das Recht so gebogen, bis es knirscht.

      1. Nachdem ich schon meinen ISP gewechselt hab (zu einem, der demonstrativ darauf hinweist, keine Zwangs-Router einzusetzen), ist das ein guter Anlass, den Mobilfunkbetreiber zu wechseln – hin zu einem, der „nur“ mit deutschen Diensten und Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet. Apropos: Mitarbeiter der Deutschen Telekom sind zu Anfang des Jahrtausends mehrfach Strafanzeigen von Ermittlungsbehörden ausgesetzt gewesen, weil sich der Konzern störrisch bei solcher Zusammenarbeit gezeigt hat. Weiß zufälligerweise jemand, ob es solche Fälle auch in den vergangenen paar Jahren gegeben hat? Wäre ja ein echtes Qualitätsmerkmal …

  3. Ein ähnlicher Bericht ist im Juni bei „The Register“ und im August letzten Jahres im „The Independent“ erschienen. Darin wird ein gewisser David Miliband erwähnt:
    [1] http://www.theregister.co.uk/2014/06/03/revealed_beyond_top_secret_british_intelligence_middleeast_internet_spy_base/
    [2] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/exclusive-uks-secret-mideast-internet-surveillance-base-is-revealed-in-edward-snowden-leaks-8781082.html

  4. Ein weiterer Artikel in der SZ dreht sich um die vor zwei Jahren durch Vodafone übernommene „Cable & Wireless“. Laut dem Artikel zeichnet C&W für den Großteil der Datenzugriffe des GHCQ über die Unterseekabel verantwortlich. Dazu habe es interne „Projektteams“ aus C&W- und Geheimdienstmitarbeitern gegeben.

    http://www.sueddeutsche.de/digital/neue-snowden-dokumente-vodafone-firma-soll-fuer-spaehauftrag-kassiert-haben-1.2229546

    Vodafone erklärte: ‚In einigen Fällen sei es möglich, dass Regierungen Aufwandsentschädigungen für „gesetzeskonforme“ Hilfsleistungen zahlten. Profit schlage Vodafone daraus aber nicht.‘

  5. „Seit dem 1. April 2014 besteht zwischen Vodafone und der Kabel Deutschland ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag. Kabel Deutschland verliert somit die Unabhängigkeit und ist nun eine Tochter von Vodafone geworden. Beide Marken und Unternehmen bleiben zunächst unabhängig voneinander bestehen und werden vorerst weitergeführt. Laut einer gemeinsamen Internetseite werden bald die Produkte des jeweils anderen Unternehmens in dessen eigenen Shops verfügbar sein und die Netze allmählich Stück für Stück zusammenwachsen, um Synergieeffekte zu schaffen.[9] Vodafone kündigte an, die Marke Kabel Deutschland langfristig nicht mehr gegenüber Endkunden zu verwenden.“

  6. Ich würde netzpolitik.org eigentlich gerne unterstützen – aber ich bin ja eine böse Verlegerin, die vom Verkauf ihrer Bücher (und von den tatsächlich für diese Bücher erbrachten Leistungen) leben möchte. Wenn ich Sie richtig verstehe, soll ich das aber nicht können, sondern die Bücher allen interessierten Lesern kostenfrei zur Verfügung stellen. Wovon soll ich aber dann die armen Angestellten der Druckereien, meine Graphiker, meinen Stromanbieter etc. etc. bezahlen?! Am besten wohl: gar nicht.

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