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Remixer #43 Maik Exner und Christopher Southernwood: „Verbindung von Tradition und Innovation“

In der Serie “Remixer/in” geht es um Menschen und ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Maik Exner und Christopher Southernwood von /ˈnɔɪzɪz/.

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noises-plakatMaik Exner und Christopher Southernwood sind Teil einer Gruppe von Studierenden der Kulturwissenschaft an der Universität Koblenz. Nach dem Festival Noises /ˈnɔɪzɪz/ auf dem Gelände des Kulturzentrums b-05 in Montabaur im vergangenen Jahr haben sie einen Verein ins Leben gerufen richten eine Veranstaltungsreihe in wechselnden Locations in der Stadt aus.Ziel ist über verschiedene Veranstaltungen Musikkultur zu vermitteln und zwar anhand von Konzerten, Performances, Vorträgen, Filmen und ähnlichem.

Was macht für Euch einen guten Remix aus?

Christopher: Das ist pauschal schwer zu sagen, da es verschiedene Arten des Remix gibt. Bei einem Remix eines Songs beispielsweise würde ich sagen, dass das Kunststück darin besteht, einen Teil des Ursprungs-Mix zwar erkennbar zu lassen, ihn aber vollkommen neu zu kontextualisieren. Ganz sicher jedenfalls keine stumpfe Umwandlung zu einem four-on-the-floor beat.

Maik: Was Remixe interessant macht ist wohl die Verbindung von Tradition und Innovation. Altes kann so neu aufgearbeitet werden und manchmal wird einer neuen Generation ein Juwel aus vergangenen Jahrzehnten neu präsentiert. Ein guter Remix zeichnet sich für mich auch dadurch aus, dass auf eklektische Weise Elemente verbunden werden können, die man sonst so nicht zusammen hört. Damit meine ich nicht nur Samples aus verschiedenen Bereichen, sondern wenn z.B. ein Remix-Künstler mit einem Interpreten aus einem der elektronischen Szene eher fremden Gebiet kollaboriert.

Auf welche Weise spielen Remix und Remixkultur eine Rolle für ein Projekt wie Noises?

Christopher: Der Remix ist ein guter musikalischer Indikator der Postmoderne. Das macht ihn für uns interessant, da wir uns zum Ziel gesetzt haben, für verschiedene Themen durch das Hören zu sensibilisieren. Im weiteren Sinne wollen wir auch die städtische Kultur remixen, da sie noch sehr stark in Hochkultur und Mainstream verhaftet ist.

Maik: Noises interessiert sich für alle Arten von Musikkultur und somit natürlich auch für die Remixkultur. Das erste Event unserer Reihe widmet sich dabei sogar explizit der Remixkultur, dem kreativen Potential der Remix-Praktiken und den medienrechtlichen sowie medienethischen Implikationen.

Gab es schon einmal den Fall, dass etwas nur aus rechtlichen Gründen nicht gespielt werden konnte?

Christopher: Bisher nicht. Aber es gefällt sicher nicht jedem, dass wir im April Brett Gaylors Doku ‚RIP: A Remix Manifesto‘ im Rahmen eines Themenabends zu Remix & Sampling zeigen und zur Diskussion stellen werden. Und mal schauen, ob wir im Anschluss ohne Probleme einen Mitschnitt von ‚Ghost Notes‘ DJ-Set hochladen können.

Maik: Kann mich dem nur so anschließen. Bleibt abzuwarten, ob sich nicht nach diesem Event doch noch was tut.

Gab es schon einmal Abmahnungen rund um das Festival bzw. Mitschnitte davon oder sonst rechtliche Probleme?

Christopher: Obwohl wir nicht gewinnorientiert arbeiten, mussten wir für das Festival 2013 GEMA-Gebühren im dreistelligen Bereich zahlen. Wir haben durch einen Bekannten zum Glück herausgefunden, dass wir einen Härtefallnachlassantrag stellen können.

Was haltet ihr von der Idee, ein Recht auf Remix mit Vergütung für die verwendeten Originalwerke einzuführen?

Christopher: Prinzipiell viel. Der Teufel steckt dann im Detail. Was ist beispielsweise wenn der Remix kostenlos veröffentlicht werden soll?

Maik: Ehrlich gesagt bräuchte ich doch etwas mehr Informationen zu dieser Idee, um mir ein genaues Urteil bilden zu können. Die Vergütung sollte z.B. den kommerziellen Stand mit einbeziehen. Wenn er oder sie ohnehin kaum Geld mit dieser Tätigkeit verdient oder seine Werke kostenlos zur Verfügung stellt, dann wäre es nicht angemessen weitere Steine in den Weg zu legen.

Zum Abschluss, was ist euer persönlicher Lieblingsremix?

Christopher: Ich bin ein Freund von Alben. Deswegen ist mein Lieblingsremix das ausschließlich samplebasierte ‚Endtroducing…..‚ von DJ Shadow.

Maik: Ich denke, ich würde hier auch am ehesten auf ein Album verweisen und zwar auf „Oceanic Remixes/Reinterpretations“ von Isis. Was dieses Remix-Album so interessant macht ist, dass Post-Rock/Sludge-Mischung der Band hier von Künstlern wie Fennesz, Tim Hecker, Venetian Snares oder Thomas Köner geremixed wird, also von Leuten die aus ganz anderen Bereichen – wie z.B. Drone, Ambient, Soundart, Breakbeat – stammen und somit eine Kollaboration von meist eher gegensätzlich wahrgenommenen Stilen möglich wird.

Das ist ein Crosspost vom Blog der Initiative Recht auf Remix, die in einer Petition um Unterstützung samt Link zum persönlichen Lieblingsremix bittet. Der Sammelband “Generation Remix” (iRights.Media) mit ausgewählten Interviews sowie ein online Remix.Museum wird aSonntag, 4. Mai 2014, 18 Uhr präsentiert. Eintritt ist frei.

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