Neben der Massenüberwachung durch NSA und Co. geht manchmal unter, dass Unternehmen ebenso auf unsere Daten schielen. Wolfie Christl hat für die Arbeiterkammer in Österreich eine umfangreiche Studie über kommerzielle Überwachung erstellt, die es sich zu lesen lohnt. Und um das ganze anschaulich zu machen, darf ein übersichtlicher Webauftritt nicht fehlen, der die Ergebnisse zusammenfasst.
Es sind bei weitem nicht nur Google und Facebook, die uns ausspionieren. In welcher Form werden unsere Daten heute durch Unternehmen digital erfasst und verwertet? Welche Schlüsse lassen sich aus der Auswertung unseres Online-Verhaltens ziehen? Wie könnte kommerzielle digitale Überwachung zukünftig unseren Alltag prägen? Und was ist zu tun?
In „sechs Akten“ beschreibt Wolfie, wie Unternehmen das Verhalten ihrer Nutzer und Kunden analysieren und Persönlichkeitsprofile erstellt werden; wie Big Data in Marketing und Handel eingesetzt wird; wie Smartphones und andere Geräte unsere Privatsphäre gefährden und was es mit Adresshandel und Scoring auf sich hat. Aber Wolfie beschreibt nicht nur den pessimistisch stimmenden Ist-Zustand und die daraus entstehenden Folgen für unsere Gesellschaft, sondern bietet auch konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Öffentlichkeit.
- Schaffung von Transparenz über die Praktiken von Unternehmen – durch Forschung, Öffentlichkeit und Regulierung.
- Unterstützung von dezentralen Technologien, die mehr Kontrolle über persönliche Daten einräumen – auf allen Ebenen der Forschungs‑, Förderungs- und Vergabepraxis.
- Stärkung von digitaler Zivilgesellschaft und kritischem Diskurs über Chancen, Risiken, Machtungleichgewichte und Lösungsmöglichkeiten.
- Stärkung von digitaler Kompetenz und von Wissen über den Umgang mit den eigenen persönlichen Daten.
- Europäische Datenschutzverordnung: Maximale Aufmerksamkeit auf eine gute und trotzdem zügige Ausgestaltung der europäischen Datenschutzverordnung.
- Transparenz der Algorithmen: Darüber hinaus ist darüber nachzudenken, Transparenz rechtlich nicht nur in Bezug auf die gesammelten Daten einfordern, sondern auch bezüglich der eingesetzten statistischen Verarbeitungsalgorithmen.
Danke für die Arbeit!
