Kultur

Volker Grassmuck: Netzpolitik.org ist mir was wert

Netzpolitik.org ist mir was wert. Netzpolitik.org ist zur ersten Adresse für Bürgerrechte im Netz geworden. Solider Web-Journalismus mit klarem Blick auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Dabei verbloggt und kommentiert das Redaktionsteam nicht nur Meldungen anderer, sondern ist immer wieder Primärquelle, recherchiert, fragt nach, stellt Informationsfreiheitsanfragen, erhält Leaks, bleibt kontinuierlich an langwierigen Prozessen wie Gesetzgebungsvorhaben dran. Die Qualität der Information spiegelt sich in der der Kommentare, aus denen ich bei meinen Beiträgen immer wichtige Anregungen bekommen habe. Nicht zuletzt ist Netzpolitik.org ein wertvolles Archiv, in dem sich schnell die Vorgeschichte aktueller Themen nachlesen lässt. Kurz, Netzpolitik.org ist die Anlaufstelle zu digitalen Grundrechten für Bürgerinnen und Journalisten und unersetzliche Quelle für meine eigene medienwissenschaftliche und politische Arbeit.

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Neben Text macht Netzpolitik.org Audio-Podcasts und NetzpolitikTV. Es bietet also multimediale Grundversorgung in einem entscheidenden Themenfeld, in dem die Öffentlich-Rechtlichen, von wenigen ruhmreichen Ausnahmen abgesehen, schwach sind. Mein Traum ist eine umfassende mediale Grundversorgung, jenseits der obsoleten Trennung von Rundfunk und Presse, aus dem Internet gewachsen, mit allen bewährten Kriterien des Journalismus, bezahlt durch den heutigen Rundfunkbeitrag. Netzpolitik.org ist dabei der Kern der Redaktion Netzpolitik, um die sich nach dem gleichen Modell weitere Redaktionen für Kultur, Bildung, Unterhaltung usw. bilden.

Bis der Traum von der großen kollektiven Umverteilung zur Gewährleistung unabhängiger Medien wahr wird, ist es an uns, den Fortbestand von Netzpolitik.org zu sichern und seine Unabhängigkeit von Werbetreibenden, Investoren oder anderen, die über den Geldhebel in die Inhalte eingreifen können. Und Premium-Inhalte hinter ner Zahlmauer will eh niemand. Also müssen wir uns zusammen tun, damit Markus und André und das ganze Team ihre gute Arbeit fortsetzen können. 30 € im Monat sind mein gut und gerne investierter Beitrag dazu.

Prof. Dr. Volker Ralf Grassmuck, Mediensoziologe an der Leuphana Universität Lüneburg

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10 Kommentare
  1. Neben der guten Arbeit die die Redaktion hier macht, waren die vielen negativen Kommentare ein weiterer Grund für mich einen Dauerauftrag einzurichten.

  2. Auch wenn ich hier anonym poste, hoffe ich, dass mein Kommentar nicht gelöscht wird ;-)

    Ich schätze netzpolitik wirklich und habe bereits einen bescheidenen Betrag gespendet, aber ich finde, dass sich diese Art Selbstbeweihreucherung mittlerweile eher negativ auswirkt. Übertreibt es damit bitte nicht, ihr habt das doch eigentlich gar nicht nötig (oder etwa doch?)

    1. Die Kampagne läuft seit nicht mal einer Woche. Und so lange wir aus betriebswirtschaftlichen Gründen eigentlich immer noch unsere halbe feste Redaktion entlassen müssten, werden wir weiter darauf hinweisen müssen, dass wir auf freiwillige Leserfinanzierung angewiesen sind, wenn wir keine Paywall oder andere Dinge wollen, die keiner will.

    2. Diese ganze Aktion ist noch absurder, wenn man zufällig den Filz um Grassmuck herum kennt, der personell auch mit Netzpolitik.org verbandelt sind.

      Grassmuck wurde gerade von der Berliner Humboldt-Universität als Professor abgelehnt (wo er vorher selbst promovierte). Die Mitarbeiter des vorigen Professors sind dann aus Protest geschlossen gekündigt, weil sie nicht „unter sich“ bleiben durften. Da sind einige bekannte Namen der deutschen Netzpolitik bei, die ich hier aber nicht nennen will. Ist ja ihre Entscheidung, was sie politisch tun und wo sie arbeiten wollen. (Man kennt aber einige von ihnen aus großen deutschen Tageszeitungen, CCC und ähnlich prominenten Stellen.)

      An der HU ist man wohl froh, dass man dieses politisch einseitige Kreisgew* jetzt los ist.

  3. sorry dass ich korrigiere: guter journalismus ist nicht parteiisch. netzpolitik ist etwas, was menschen aller weltanschauungen verbindet.

    der „Traum von der großen kollektiven Umverteilung“ zeigt eindrücklich, dass beides für diese seite nicht zutrifft . schade.

  4. @Ein Mensch: Stimmt, die Zukunft der öffentlich-rechtliche Medien beschäftigt mich gerade. Da sehe ich ein Angebot wie NP, das für mich zu einem wichtigen Teil meiner Grundversorgung geworden ist, vor sich hin krepeln. Und ich sehe die im 20. Jahrhundert entstandene Grundversorgung durch die Anstalten, die wir alle mit 7,5 Mrd. Euro pro Jahr bezahlen. Eine Vision würde ich’s nicht nennen, aber die Frage nach einer anderen gesellschaftlichen Umverteilung zur Gewährleistung unabhängiger Medien ist doch nicht so abwegig, oder?

    @uuuuu: Ich bin seit Ende 2009 nicht mehr an der HU tätig, habe mich dort nie um eine Professur beworben und an der FU promoviert. Außer dass ich es lese und gelegentlich beitrage, bin ich auch nicht personell mit Netzpolitik.org verbandelt.

    Eindrucksvolles Beispiel für den Unterschied zwischen dem rufschädigenden Verbreiten falscher Tatsachenbehauptungen und verantwortungsbewusstem Journalismus, für den ich Netzpolitik schätze und für den es unsere Unterstützung braucht.

  5. „Freie Software“ von der Bundeszentrale für politische Bildung / Volker Grassmuck – sehr gutes Buch. Nur etwas veraltet inzwischen.
    Wäre schön, wenns eine Aktualisierung gäbe.

    1. der genannte titel war einer der texte, die mir das thema digitale allmende umfassend erschlossen haben. auch ohne aktualisierung kann man von der gut gegliederten darstellung heute noch profitieren. die anfänge unserer heutigen themen werden gut und systematisch erklärt, so dass sich nach der lektüre vieles leichter in beziehung setzen lässt.

      ich bin herrn grassmuck sehr dankbar, damals diese themen genau so aufgegriffen zu haben.

      .~.

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