Öffentlichkeit

UK: Internetprovider führen Pornographiefilter für alle Anschlüsse ein

Ab 2014 sollen alle Internetanschlüsse in Großbritannien mit voreingestelltem Pornographiefilter bereitgestellt werden. Das teilte Claire Perry, Beraterin von Premierminister David Cameron in Fragen des Jugenschutzes, vorige Woche mit, wie wired.uk berichtet. Umgesetzt werden soll dieser Vorschlag direkt durch die Internetprovider – für neue Kunden aber auch für bereits bestehende Kunden. Der Filter soll dabei als Standard gesetzt werden, der nur auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden ausgeschaltet wird.

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„[In the UK] we will have filters where if you do nothing, the parental filters will come pre-ticked,“ said Perry, speaking at a Westminster eForum on 14 June.

Die Umsetzung des Pornographiefilters ist dabei Teil einer größeren Kampagne, bei der die britische Regierung durchsetzen möchte, solche Filter auch in anderen Bereichen einzusetzen. Ziel dieses Filters soll es sein, die Nutzer an Internetfilter heranzuführen und ihnen die Nutzung so einfach wie möglich zu gestalten. Da die Umsetzung freiwillig durch die Internetprovider umgesetzt wird seien auch keine neuen Gesetze oder Regulierungen nötig.

Bereits seit Anfang 2012 bieten einige britische Provider wie TalkTalk die Möglichkeit, sich bei Vertragsabschluss für einen solchen Filter zu entscheiden. In der Folge wurde diese Entscheidung auch Bestandskunden angeboten.

Speaking at the event, TalkTalk’s Head of Public Affairs Alexandra Birtles said that a third of their customers have filtering enabled.

Verkauft wird der Pornographiefilter vor allem mit dem Argument eines erhöhten Jugendschutzes. Ob man mit einem solchen Vorstoß jedoch Minderjährige davon abhalten kann Pornographie im Internet zu konsumieren, ist mehr als fraglich. Nicht nur, dass diese sicherlich schnell Lösungen finden werden solche Sperren zu umgehen, sondern besonders da pornographische Inhalte mittlerweile längst nicht mehr nur auf „Pornoseiten“ zu finden sind. Längst sind Portale wie Reddit, Imgur oder tumblr zur neuen Plattform für Pornographie geworden. Und dass diese Seiten von einem solchen Filter gesperrt würden, ist mehr als unwahrscheinlich.

Nun haben also auch die Briten mit einer massiven Verletzung der Netzneutralität zu kämpfen – auch wenn die Kunden den Filter abschalten lassen können. Doch sicherlich werden sich viele Menschen vor Scham davor scheuen, ihrem Internetanbieter mitzuteilen, dass sie den Filter doch gerne ausgeschaltet hätten. Ein freiwilliger Filter sähe anders aus. Bleibt nur zu hoffen, dass die britische Regierung diese Art von Filter nicht weiter ausbreiten möchte und bald noch andere Bereiche des Internets zerstört werden.

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8 Kommentare
  1. Und weiter geht die Entmündigung der Bürger. Es gibt ja mittlerweile parental controls auf Endgeräten, die selbst für Mutti problemlos bedienbar sind.

    Aber nein, wir MÜSSEN das Internet filtern. Das wird dann bald auch auf andere Seiten ausgeweitet – nur zu eurem Besten, natürlich !!

  2. Was ist denn Pornograpfhie? Ist das das, was man machen muss, um dem demographischen Problem entgegen zu wirken? Ach so, ich vergass, bei CDU und SPD macht das ja der Storch …

  3. … ein Teil von jener Kraft, die Böses will und Gutes schafft.
    Mir würde jetzt spontan kein besserer Weg einfallen, gleichzeitig die Verbreitung von Tor und Darknets zu fördern und die Jugend zu einer skeptischen Haltung gegenüber religiös/moralistisch motivierter Politik zu erziehen.

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