Kickstarter erwartet für 2012 mehr Geld als US-Kulturförderstiftung

In einem Interview hat einer der Gründer der Crowdfunding-Plattform Kickstarter bekannt gegeben, dass die Plattform 2012 voraussichtlich 150 Millionen Dollar an Geldern einsammeln wird und das mit den 146 Millionen Dollar verglichen, die der staatlichen Kulturförderstiftung National Endowment of Arts (NEA) für 2012 zur Verfügung stehen (via).

Auch wenn sich die von Kickstarter geförderten Projekte bisweilen stark von denen unterscheiden, die von der NEA unterstützt werden, und wenn man berücksichtigt, dass die NEA im internationalen Vergleich unterfinanziert ist, so ist das doch ein Indiz dafür, welche Größenordnung Crowdfunding mittlerweile erreicht hat.

Neben Kickstarter gibt es inzwischen auch einige deutschsprachige Crowdfunding-Plattformen (vgl. t3n für einen Überblick), die unterschiedliche Schwerpunkte und Modelle aufweisen. Während sich bei startnext.de vor allem Projekte aus dem Kunst- und Kulturbereich finden, widmet sich seedmatch.de eher Unternehmensgründungen und respekt.net fokussiert soziale und karitative Projekte.

Bei all diesen Plattformen fließt das Geld der einzelnen Unterstützer nur, wenn eine vorab definierte Gesamtsumme zustande kommt und damit eine Realisierung des Projekts auch möglich ist. Und in der Regel ist es so, dass für jede Zahlung auch eine Gegenleistung angeboten werden muss – es geht also nicht um Spenden wie zum Beispiel bei Flattr  sondern um eine neue Finanzierungsweise für die Herstellung kultureller und anderer Güter.

Ein Vorteil an dieser neuen Finanzierungsweise gerade für den Kulturbereich ist, dass sie mit freien Lizenzierungsformen wie Creative Commons kompatibel ist. So finanziert zum Beispiel Kirby Ferguson, der mit seiner vierteiligen Serie „Everything is a Remix“ für Furore gesorgt hat, sein nächstes Filmprojekt „This is Not a Conspiracy Theory“ via Kickstarter. 18 Tage vor Ende der Finanzierungsfrist hat er bereits über 34.000 von den anvisierten 45.000 Dollar beisammen. Das Ergebnis wird, wie schon „Everything is a Remix“, unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen.

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