Man sollte wohl hoffen, dass diese Ankündigung ein Fake ist (Lulzsec twittert, dass sie damit nichts zu tun haben). Darin wird behauptet, dass die Hacker-Gruppe LulzSec im Besitz der Daten von „jedem einzelnen Teilnehmer des Zensus der sicherheits-legasthenischen Regierung des Vereinigten Königreichs“ sei.
Die Daten sollen aber erst veröffentlicht werden, „für eine Veröffentlichung umformatiert“ wurden – was auch immer diese Umformatierung bedeuten mag. Auch wenn es sich wohl um eine Ente zu handeln scheint, lohnt es, sich mal darüber Gedanken zu machen, dass überhaupt ein Zensusdatensatz besteht, der in die Hände anderer Personen gelangen könnte.
Ich bin mit meiner Bewertung solcher Vorfälle hier oft missverstanden worden: Natürlich wäre es äußerst tragisch, wenn nun die unfreiwilligen Teilnehmer eines Zensus die Leidtragenden eines Datenleck werden. Im Gegensatz zu den Teilnehmern des Playstation Networks hatten sie ja gar nicht die Wahl, Teil der Datensammlung zu werden, oder nicht.
Aber auch in diesem Fall wäre diese LulzSec-Aktion – sofern sie denn überhaupt stattgefunden hat – eine große Lektion in Datensparsamkeit und ‑dezentralität: Ein großer Berg Daten ist nicht nur für LulzSec, sondern auch für viele andere attraktiv, die weitaus bösartigere Absichten damit hegen könnten. Die Frage, wem man seine Daten gibt und ob man dieser Institution vertraut, tritt in den Hintergrund. Die Frage, ob man den dort getroffenen Sicherheitsvorkehrungen vertraut, ist die entscheidende. Und auf diese Frage ist die Antwort viel einfacher.
Sie lautet immer: Nein.