Kultur

Steve Jobs – der digitale Diktator

Schöner Beitrag von Mario Sixtus für das ZDF-Auslandsjournal vom 26.5.2010 über Apple: „Steve Jobs – der digitale Diktator“.


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Update: Danke an Moritz für den Link auf die 13-Minuten Langfassung in der ZDF-Mediathek.

45 Kommentare
  1. „wenn man böswillig ist …“ wenn man eine meinung hat finden sich immer argumente dafür. das schafft auch marius sixtus.

    „schöner artikel“ – warum eigentlich?

    die schlagzeilen, die im zusammenhang mit jobs oder apple bei netzpolitik erscheinen, sind weder clever noch korrekt. aber richtig, es liegt im trend. ich hatte netzpolitik.org da eine differenzierte sicht zugetraut.

  2. Apple-Bashing ist wohl die richtige Bezeichnung… Mario Sixtus verfolgt nicht eine Aufklärung über den Medienmissbrauch sondern versucht nur ein Feindbild aufzubauen… Eine Unternehmensleitung als „Diktator“ zu bezeichnen, halte ich in einer Sendung wie das Auslandsjournal des öffentliche Rechtlichen für ein starkes Stück! Das ganze zielt nur gegen Apple ab. Aber würde die Sendung das Thema „Zensur durch Hardware und Softwaresystem“ als Thema darstellen, wäre es doch eine andere Objektivität. Gerne hätte ich einen Beitrag gesehen, wir die Medienwelt allgemein uns versucht zu manipulieren und entmündigen. Wobei ich den begriff „Entmündigung“ in diesem Zusammenhang auch übertrieben finde! Somit wirkt der Beitrag von Mario Sixtus eher als eine persönliche Abrechnung mit dem Konzern Apple – rechtzeitig zu Einführung eines neuen Produkts. Dafür, dass wir diesen Sender mit gebühren tragen, ist es unerhört…

  3. @robert: Kann es sein, dass deine Wahrnehmung ein wenig selektiv ist?

    Weil: Sobald wir Apple einmal nicht kritisieren, sondern in einem neutralen oder positiven Kontext erwähnen, kommt die Kritik genau umgekehrt.

    Das ist zumindest meine selektive Wahrnehmung als Apple-Nutzer (nicht der einzige unter den Autoren bei netzpolitik.org, afaik).

    Auch auf die Gefahr hin

  4. Mario Sixtus wollte doch noch eine 15min-Fassung schneiden, die heute oder morgen (?) auf einem Digital-Sender vom ZDF gesendet werden soll… Hab sowas in Erinnerung.

  5. Ich finde es ausgesprochen schwierig, im Zusammenhang mit Produkten und Unternehmen in politischen Kategorien, mit Freiheit oder Unfreiheit, gut oder böse zu argumentieren. Eine Diktatur ist eine Diktatur und ein Computer ist ein Computer. Wenn es um Infrastruktur und private Vereinnahmung von Öffentlichkeit geht, ist das etwas völlig Anderes. Aber hier geht es um Produkte eines börsennotierten, kommerziellen Anbieters. Es wäre schlimm, wenn wir wirklich von der Güte eines einzelnen Firmenchefs abhingen. Wenn trotzdem mal ein „Guter“ eine große Firma leitet, können wir uns ja alle freuen und ihm die Daumen drücken.

  6. @jörg-olaf: da hast du recht, das war meine selektive wahrnehmung und nicht objektiv empirisch begründet.

    ich habe übrigens überhaupt nichts gegen fundierte politik oder berechtigte polemik. auch und gerade gegenüber apple nicht. siehe z.b. die produktionsumstände von foxconn …

    die appstore policy ist bekanntermaßen teilweise haarsträubend, aber auch da wurde nachgebessert nach massiver kritik von entwicklern und bekannten apple pundits (z.b. john gruber – daringfireball.net). aus der kritik von greenpeace vor einiger zeit an apple wegen umweltschädlicher produktbestandteile hat sich anerkennung am unibody-konzept des macbookpro (siehe deren guide to greener electronics) ergeben. ich sehe eigentlich nicht, dass die tendenz innovationsfähigkeit mit konstruktiver kritikbewältigung zu verbinden ein ende finden sollte. aber das ist nur meine selektive wahrnehmung.

    es ist gelinde gesagt ziemlich gewagt steve jobs auf (s)ein verkaufstalent zu reduzieren. zum informationsgehalt der analogie von frau meckel sag ich mal nichts. das ist einfach kein guter journalismus.

  7. Der Beitrag war leider sehr wertend aufgemacht und hat versucht, normale Ziele und Prozesse in der Unternehmenswelt als besonders verachtenswert darzustellen:
    – Apple möchte kontrollieren, was im eigenen Shop angeboten wird (man stelle sich bloß einen Buchladen vor, der eine Kontrolle über das eigene Sortiment ausüben möchte!)
    – Apple prüft den Markt vorab auf das Preis-Nachfrageverhalten ab
    – Apple schafft es, Kunden als Botschafter der eigenen Produkte zu nutzen
    – Apple stellt mit der Software die Anwenderfreundlichkeit und damit den Kunden in den Mittelpunkt
    – und dem Chef gegenüber muss man sogar bzgl. der eigenen Arbeit auskunftsfähig sein
    Das sind alles unerhörte und einmalige Zustände, die Sixtus da aufgedeckt hat.
    Die Kampagne der ÖR gegen Apple, FB und Google ist lächerlich und durchsichtig. Anscheinend geht bei den ÖR die pure Angst um.

    1. @Jaquento… aber wehe wenn das von Dir gewünschte Buch in einem independet-Verlag erschienen ist und nicht im Barsortiment gelistet wurde.

      Dann ist das Buch unabhängig vom Format und Preis in Deinem Buchladen nicht existend (… Ausnahmen bestätigen die Regel, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, was auch für das iPad gilt)

  8. Apple-Bashing hin oder her – die Grundaussage bleibt ja richtig: Das iPad dürfte primär konsumtiv sein, ist für Professoren und Kommunikationswissenschaftlerinnen also langweilig … aber so what? Konsumtiv Ist das Radio auch und ich habe trotz Fernseher einen Laptop.

    Viele Nutzer wollen aber – und das ist ihr gutes Recht – im Internet nur konsumieren. Bei den meisten meiner Bekannten ist das private Versenden von Emails schon großes Damentennis und eine Erwähnung beim Kaffeetrinken wert. Denen dürfte das iPad gerade ausreichen (wenn sie es denn eingerichtet bekommen, was ich bezweifle).

    Das Gerät polarisiert meiner Ansicht nach deshalb, weil es die Netzgemeinde teilt: Die nerdigen Bowser-Nutzer auf der einen Seite, auf der anderen die App-Käufer die sich die ganze Surferei sparen wollen und nur einen Knopf für die Wettervorhersage brauchen.

    Einzige Inkonsequenz: Wer das Netz mit allem Bösen nutzen möchte, kann das mittels Safari immer noch tun – das kommt nach meiner Ansicht nach im Beitrag etwas kurz. Oh, okay ich vergaß: kein Flash. Tja – dann halt ohne youporn… die Oma dürfte drauf verzichten können.

  9. Mir ging es zeitweise auch so, dass ich jede (berechtigte) Kritik sofort als Angriff auf mein liebes iPad gesehen habe.

    Aber es gibt halt nun nicht einfach nur schwarz und weiss, gut und böse, und Apple Fans und Apple Hasser (na gut, letzteres vielleicht).

    Apple macht vieles richtig, aber nicht eben alles. Die Medien dürfen da ruhig kritisch sein.

  10. @ Olaf: „Dann ist das Buch unabhängig vom Format und Preis in Deinem Buchladen nicht existend“

    Im Buchladen ja, lesen kann ich es dennoch auf dem iPad, dazu brauche ich nur einen alternativen Reader und die gibt es. Ich habe auf meinem iPad bereits, öhm, sagen wir mal: „explizites Videomaterial“ angeschaut und Bücher und Comics gelesen, die aus keinem offiziellen Shop kommen und deshalb ist Sixtus‘ Beitrag schlichtweg eine falsche Darstellung der Tatsachen.

    Apple kontrolliert nicht die Inhalte, die man auf dem Ding konsumiert (und genau das sagt der Beitrag bzw. die „Experten“ und das nichtmal unterschwellig sondern wiederholt und explizit), sondern die Inhalte, die Apple in ihren Shops anbietet. Und das ist ihr gutes Recht.

  11. Die Firmenpolitik von Apple ist so, dass ich immer sage „Microsoft dürfte sich das nicht erlauben“.

    Schön dass man das inzwischen auch öffentlich sagen darf. Vor gar nicht allzulanger Zeit wurden solche Beiträge im Heiseforum tief rot gefärbt.

    Ich selbst kaufe einfach nichts von denen und versuche auch andere davon zu überzeugen.

    Ich nutze freie Software, weil ich mich nicht bevormunden lassen will. Mit „alles außer Linux ist schlecht“ hat das nichts zu tun.

  12. @Mikla: Nunja, was die Rolle von Jobs als egomanischen Alleinherrschers bei Apple angeht, ist das Bild des Diktators durchaus nahe liegend ,)

    @Robert: Ich sehe deine Punkte durchaus, allerdings nicht bei einem 6-minütigen Bericht im Auslandsjournal. Gruber hat in seinem Blog alle Zeit der Welt und schreibt für ein Fachpublikum.

    Das Auslandsjournal richtet sich an eine Zielgruppe, der man erklären muss, warum dieser komische neue Apple-Rechner keine Tastatur hat (Ich habe gerade ein ähnliches Problem: Vom Hintergund der Foxconn-Geschichte wird Sonntag in der FAS vermutlich nur ein Absatz übrigbleiben – wenn überhaupt.).

    @Sven: Niemand hat behauptet, dass Mario etwas aufgedeckt habe. Es ist, wie du fast richtig erkannt hast, eine für die breite Öffentlichkeit aufbereitete Zusammenfassung eines Geschäftsmodells, das in seiner konsequenten Umsetzung derzeit nun einmal einmalig ist. Das sollte man bei einem Unternehmen, dass aktuell einen höheren Börsenwert als Microsoft hat, auch mal thematisieren dürfen.

    Und was die „durchsichtige Kampagne“ betrifft,
    da mache ich mir so langsam tatsächlich Sorgen.

    Nicht um Mario, nicht um die ÖRs oder die Medien allgemein. Sondern um die angeblich so medienkompetenten „digital natives“, die überall gleich Kampagnen und Verschwörungen zu sehen, wenn mal jemand nicht ihrer Meinung ist. Herrje.

    Ich mein‘, wenn selbst eine INSM-Supporterin wie Meckel die gleichen Probleme sieht, wie sie sonst allenfalls von OSS-Evangelisten zu hören sind: Kann es nicht ausnahmsweise sein, dass da was dran ist? Nur ein kleines bisschen? Viel mehr behauptet der Beitrag nämlich gar nicht.

    @Olaf: Ich habe mir nicht noch einmal gehört, was Meckel gesagt hat, kenne aber ihre Argumenation von der re:publica. Es ist der Widerpruch zwischen den Versprechen des Internets/der Radiotheorie einerseits und dem „konsumtiven“ Endgerät iPad andererseits. Das ist für Medienwissenschaftler (Meckel kommt aus der Kommunikationsforschung UND Medienökonomie) eine spannende Sache. Und auch weit weniger trivial, als es auf den ersten Blick scheint.

    Sorry, aber für mich geht der Beitrag vollkommen in Ordnung. Das ist genau das, was im ÖR als Kritik für ein allgemeines Publikum vermittelbar ist.

    Für mein Disclosure siehe Xing bzw. meine einleitenden Worte am Mittwoch.

  13. @#6 migger

    Das ganze zielt nur gegen Apple ab. Aber würde die Sendung das Thema “Zensur durch Hardware und Softwaresystem” als Thema darstellen, wäre es doch eine andere Objektivität. Gerne hätte ich einen Beitrag gesehen, wir die Medienwelt allgemein uns versucht zu manipulieren und entmündigen.

    Welcher andere Konzern fällt dir denn ein, der seine Käufer in eine derartige „walled garden“ Struktur zwängt?

    1. Welcher andere Konzern fällt dir denn ein, der seine Käufer in eine derartige “walled garden” Struktur zwängt?

      Nintendo. Und das ist nur ein Beispiel.

      Der Beitrag ist leider nicht besonders gut. Es wird der Eindruck erweckt, Apple kontrolliere, welche Inhalte der Nutzer sich angucken darf. Das ist falsch! Das iPad hat einen perfekten Webbrowser, man kann belibiege Musik, Filme und Bilder drauf spielen. Es geht lediglich um den App Store. Da müsste Apple eine Altersbeschränung einbauen, so dass Springer seine Titten-Apps anbieten kann und alle sind glücklich.

  14. @René: Sorry, aber genau das, was du unterstellst, behauptet der Beitrag nicht. Man könnte allenfalls kritisieren, dass die alternativen Möglichkeiten nicht deutlicher herausgestellt wurden.

    Mit denen bschäftigt sich der Bericht aber gar nicht. Thema ist das „System Apple“, das auf geschlossene Appliances ausgerichtet ist. Die Möglichkeit ePub-Dateien zu lesen, ist, wenn man es nüchtern sieht, allenfalls ein Zugeständnis an die Realität, um die Marktchancen des Geräts zu erhöhen (is bisschen wie anfixen ..).

  15. Ja aber der Beitrag tut schon so, als ob die Welt auf Apple angewiesen ist. Letztlich wird ja keiner gezwungen sich dieser Zensur zu unterwerfen. Es passiert doch alles auf der freiwilligen Basis. Regt man sich über Dominas auf? Der Kunde wünscht es doch :D

  16. @Irok #25

    Bei Nintendo geht es ja „nur“ um Spiele, nicht um Nachrichten oder politische Inhalte. Soweit ich weiß wurden im App-Store dagegen schon politische Inhalte ausgesperrt. Nicht nur die im Beitrag erwähnte Cartoon-App, sondern auch dieser Countdown zur US-Präsidentschaftwahl 2008.

    Ich muss bei dieser „walled garden“-Thematik immer an AOL denken. Und da die damit letztlich auch kläglich gescheitert sind, macht mich das im Hinblick auf Apple zuversichtlich.

    Nicht das man mich falsch versteht, ich mag Apple, hab selber einen iPod. Aber ich hätte ihn mir nicht gekauft, wenn ich darauf nur im iTunes-Store gekaufte Musik hätte abspielen dürfen.

  17. @markus.baerlich: Mit einem ähnlichen Argument konnte man vor einiger Zeit unter Linux-Usern noch Freunde für’s Leben finden: „Hee, niemand wird gezwungen DVDs zu schauen …“

    Du findest, dass man das nicht vergleichen kann? Nun, in den USA werden bereits 70% der digitalen Musik über iTunes verkauft: http://www.npd.com/press/releases/press_100526.html

    Bei der Integration in bestehende Systeme (Hifi-Anlagen, Autos) gibt es keine ernsthaften Alternativen zum iPod. Es sei denn, man will seinen Player via Aux-Leitung anschließen.

    Tja, und ob das iPad tatsächlich den Papier-Journalismus retten kann, wie viele Verleger glauben, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

  18. „Welcher andere Konzern fällt dir denn ein, der seine Käufer in eine derartige “walled garden” Struktur zwängt?“

    z.B. die Autoindustrie, die erst per EU-bestimmung ihre Garantieleistungen unabhängig von Vertragshändler musste. Bei den Spieleconsolen gibt es eine Menge Softwareeinschränkungen. Google filtert z.B. die Suchergebnisse nach Öbzönen begriffen… und und und. naja das ZDF selber, filtert im eigenen Forum heftig. Allein als es den Machern der Mediathek ums Design und die Filmformate ging wurde dem ZDf die Diskussion schnell zu bunt und das Forum wurde deaktiviert… so viel zu Entmündung unserer ÖFR-Sender :-)

    Ich denke mal eine Studie zu vielen Firmen würde schnell einige Dinge darstellen können. Bei Mario Sixtus fällt aber der einseitige Fokus auf Apple auf: z.B. http://www.elektrischer-reporter.de/elr/video/180/. Im Prinzip will sich dieser Mann nur selbst ähnlich wie Jobs zur Medienfigur profilieren… Darauf fallen eben viele Menschen rein ;-)

  19. @Migger: Vom elektrischen Reporter gibt es über 70 Episoden zu den unterschiedlichsten Fragestellungen der digitalen Gesellschaft. Eine(!) davon beschäftigt sich mit dem geschlossenen Geschäftsmodell von Apple.

    Wenn das für dich bereits ein einseitiger Fokus ist, solltest du wirklich mal über deine Realitätswahrnehmung nachdenken. Wobei, wenn man die Kommentare drüben liest, scheint es dir ja auch eher um die böse GEZ zu gehen. Nun denn.

  20. PS: Auch für Selbstständige ist nur ein Rundfunkgerät pro Betriebsstätte gebührenpflichtig:

    Für Firmen, Selbständige und Behörden gilt: Ist in der Betriebsstätte oder im Büro weder ein Fahrzeug mit einem Autoradio noch sonst ein Rundfunkempfangsgerät angemeldet, so fällt für sämtliche Internet-PCs und UMTS-Handys, unabhängig von ihrer Anzahl, nur eine Gebühr in Höhe von 5,76 Euro monatlich an.

    Bei 12x 5,76 Euro komme ich auf 69,12 Euro, nicht auf „600 EUR im Jahr kommen da azusammen“, wie du schreibst (Soviel zum „einseitige Fokus“).

    Und nein, du brauchst mir nun nicht vorrechnen, warum gerade du ein Vielfaches bezahlen musst. Ich kenne diese Zahlenspiele.

    Mit der Realität haben diese Zahlenspiele alle nur wenig zu tun, auch wenn man über den Sinn von Gebühren von Büro-Rechner natürlich diskutieren kann. Besonders sinnvoll finde ich die aktuelle Regelung nämlich auch nicht.

  21. @Jaquento
    Mein Buchladen schreibt mir sehr wohl vor, „wie“ ich Bücher zu lesen habe. Es gibt dort nur gedruckte Exemplare. Außerdem bin ich bei deutschen Buchläden auf die anachronistische Preisbindung angewiesen. Deutsche Buchläden enthalten den Menschen/potenziellen Lesern damit sehr viel vor, da sich nicht jeder ein Buch für 24,80€ leisten kann. Dies ist eine sehr willkürliche Einschränkung des Ansinnens, sich durch Bücher fortzubilden.

    @Jörg-Olaf
    Ja, in der Tat. Das Geschäftsmodell ist kompakt zusammen gefasst. Nur war ja meine implizite Frage: Was ist an den genannten Punkten nun das Problem? Dass ich meinem obersten Chef gegenüber technisch auskunftsfähig sein muss? Diese Erkenntnis finde ich etwas dürftig für eine solche Sondersendung. Das „so what“ wurde durch Sixtus nicht beantwortet.

    „Kampagne“. Ich finde es inzwischen sehr langweilig, den ÖR bei ihrer Berichterstattung über Web 2.0-Themen zuzuhören, da sich alles stets auf das Böse FB-Apple-Google-rechtsfreier Raum fokussiert. Eine Gleichsetzung Iran-Apple finde ich gelinde gesagt schräg. Gerade weil die ÖR überwiegend von Senioren gesehen werden, dient dies nicht gerade der Offenheit gegenüber dem Internet. Ob dies beabsichtigt ist oder nicht, kann nicht eindeutig beantwortet werden.

    Es ist schon lustig: vor 20 Jahren war es der Übergang von der textbasierten Steuerung zur GUI als die Technik-Freaks um die Freiheit des PC und der Programmierung gebangt haben. Nun wiederholt sich dasselbe beim Übergang auf anwenderfreundliche Zugänge zum Web. Insofern geht dies schon in die Richtung, die „Olaf“ mit seiner Unterscheidung zwischen Nerds und App-Käufer angedeutet hat.

  22. @migger (#31)

    z.B. die Autoindustrie, die erst per EU-bestimmung ihre Garantieleistungen unabhängig von Vertragshändler musste.

    Das kann man wohl kaum als „walled garden“ bezeichnen. Äquivalent zu Apple in der Autoindustrie eine Hersteller, der dich nur auf dem Konzerneigenen Testgelände fahren lässt, weil die übrigen Straßen zu gefährlich sein und am Ende noch in den Rotlicht-Bezirk führen könnten…

  23. ich glaube es ist ähnlich wie mit google. durch die große verbreitung der produkte und entsprechender marktmacht und einfluss entsteht eine gewisse verantwortung gegenüber der gesellschaft.

    natürlich kann niemand das unternehmen zwingen ihr nachzukommen, aber hier zeigt sich eben die unternehmensphilosophie. das wollte marius sixtus mit dem beitrag denke ich aufzeigen.

    ich für meinen teil liebe mein macbookpro als arbeitstier für multimediageschichten. und mein ipod funktioniert auch prima, allerdings reicht es mir schon hier dass mir mein mp3player vorschreibt was ich mit ihm anstellen kann. ein iphone oder ipad kommt mir da gar nicht erst ins haus.

  24. Wenn Steve Jobs die Vorratsdatenspeicherung eingeführt hätte, würden Leute noch heute darüber jubeln.

    Das muss ich mir jedes mal denken, wenn ich solche Reaktionen zur auch nur der kleinsten Kritik an Apple sehe.

  25. Zu was genau sollte Apple denn nun eigentlich gegenüber dem ZDF Stellung beziehen?

    – zu den Zugangskontrollen zum AppStore?
    – zu Steve Jobs Verhalten im Fahrstuhl?
    – zu den Controlled Leaks als PR-Strategie?
    – zur Gentrifizierung des Internets?
    – dazu, dass Apple früher viel netter war?

  26. Ich habe mir die Sendung gerade angeschaut und finde es ganz schön reißerisch von „Zensur“ zu tönen und die „Pressefreiheit in Gefahr“ zu sehen. Zwar finde ich Apples Nippel-Phobie reichlich albern, aber sie können in ihrem App-Laden schließlich anbieten was sie wollen.

    Wenn den Verlegern Vertrieb und Inkasso Ihrer digitalen Zeitungen zu teuer und aufwändig ist, könnten sie sich ja zusammenschließen und einen gemeinsamen Store aufmachen, der über den Webbrowser des iPads erreichbar ist. Mit HTML 5, CSS 3 und JS ließen sich (wenn’s denn unbedingt zappelig und „multimedial“ sein muss) super schicke Inhalte kreieren, die nebenbei noch den Vorteil hätten gleichzeitig mit allen modernen Plattformen kompatibel zu sein. (Ich nehme mal an, dass die jetzigen Zeitschriften-Apps auch nichts anderes sind, als neu verpackte HTML/CSS/JS-Seiten.)

    Insbesondere aus den Aussagen von Miriam Meckel, könnte der unbedarfte Fernsehzuschauer schließen, dass Apple in irgendeiner Weise den Internetzugang inhaltlich einschränken würde.
    Solche zurechtgebogenen journalistischen Beiträge von „seriösen“ öffentlich rechtlichen Sendern finde ich dann doch weitaus bedenklicher als Apples angebliche „Zensur“ …

    Beste Grüße von Zippo!

  27. Oooh kommt schon, Leute! Axel Springers „freier Journalismus“ WTF?

    Die Verleger haben es seit Jahren verpennt sich auf die Zukunft vorzubereiten. Jetzt bringt Apple nen Pad raus mit dem man Zeitungen lesen kann (und die zukünftigen Nutzer das eben auch endgeltlich tun werden) und jetzt erregt es die Gemüter, dass Apple dabei mitredet. Kommt mir doch nicht mit „freier Journalismus“ und „Zensur“!

    Der Beitrag ist albern und die übliche Propagandaleier der (noch) etablierten Medien.

    Die wollen ganz einfach das Geld ganz alleine kassieren.

    Ich könnt mich immer totlachen: ewig über Apple lächeln, selbst nicht in der Lage sein „effektive Gadgets“ zu produzieren, deren Backbone so langfristig ist, dass man damit richtig gutes Geld verdienen kann, und am Ende das gute alte korrupte Machtnetzwerk aktivieren um den (dann) Gegner medial zu vernichten.Und klar: „wer sowas kauft ist ein Apple-Jünger, Idiot, wasweissich…“.

    Go back 2 DOS, Leute.

    Kauft Euch doch nen HTC Android, ach nee, da steckt ja Google dahinter, ist ja auch ein Diktator.

    LG,
    Ollie

  28. Allgemein, ohne direkten Bezug zum Video:

    Ich muß sagen, daß ich zahlreiche Apple-Produkte wirklich nicht schlecht finde (obwohl ich mir keins bisher gekauft habe und wohl zukünftig auch nicht kaufen werde) und auch meist (irgendwie) den Nutzen der aktuellen Apple-Innovation nachvollziehen kann. Ich empfehle auch gern Apple-Produkte an andere, z.B. „wenn’s einfach nur funktionieren soll“. Für mich wäre aber weder ein iMac, iPhone oder iPad irgendetwas.

    Der eigentliche Punkt, der mich an dem ganzen Apple-Thema stört, ist einfach die Tatsache (IMHO), daß es mittlerweile zu viele „Fanbois“ zu geben scheint, die einfach nicht mehr differenziert über Apple reden mögen/können. Nirgendwo wird mehr auch nur ein negativer Punkt gesehen, alles, was klar als Defizit erkennbar ist, „braucht man nicht“ o.ä..

    Ob Apple, Microsoft, Google oder Open Source: Jedes System hat seine Vor- und vor allem auch seine Nachteile. Nur letztere werden mir in letzter Zeit einfach zu oft übersehen.

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